GründungslandDeutschland
StammsitzCuxhaven
HauptgeschäftSeeschifffahrt
Gründungsjahr1952
aktueller Status2019 aufgegangen in Adler & Eils GmbH & Co KG
letzte Aktualisierung 2019

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jüngeres Design


Reederei Cassen Eils GmbH & Co. KG

Cassen Eils – * 4.7.1923 Norderney † 6.1.2010 Cuxhaven

Mit 15 Jahren heuerte der Mann, dessen Vorfahren allesamt Fischer gewesen sind, als Moses auf dem Windjammer PRIWALL an. Seefahrtzeiten als Matrose schlossen sich an, auf der FRANKFURT, der PERNAU und auf dem Dampfer GERHARD. Er wurde „Schiffsführer“ auf KARLA und auf EUGONIE. Als „Alleinsteuermann“ schließlich heuerte er auf der SUDOUST an.

 

Es folgten bis zum 27. März 1945 Fahrenszeiten als 2. Offizier auf den Kriegstransportern N°. 16 und 43. Als einer der Ersten nach dem verlorenen Kriege machte Cassen Eils 1948 in Bremen sein Patent A6. Viel anfangen sagt C.E., konnte man zu der Zeit damit noch nicht, denn Schiffe und Schifffahrt langen noch danieder.

 

Die Zeit überbrückte er damit, dass er mit „einem Kumpel“ zusammen mit einem besseren Ruderboot auf Norderney Badegäste herum schipperte. Hierbei konnte er sich 3.000 Mark zusammensparen und ging damit – 29-jährig – am 1. März 1952 in die Selbständigkeit.

01. März 1952

Zusammen mit Kapt. Ludwig Visser kaufte er als „Reederei Eils & Visser“ die 1893 gebaute RUDOLF für 100.000 Mark. Am 15. Juni 1952 drehte Cassen Eils (* 4.7.1923 auf Norderney) erstmals den Bug seines Dampfers RUDOLF in Richtung Helgoland…

 

Mit diesem Schiff, das 148 Passagiere fasste und einen „mit Beton ausgebesserten Bauch“ hatte und eine kleine Gastronomie befuhr man die Ostfriesischen Inseln und manchmal auch zu Helgoländer Düne – die Insel war noch nicht freigegeben und musste auch zunächst einmal wieder aufgebaut werden.

 

Ab diesem denkwürdigen 15. Juni 1952 nahm die junge Reederei mit dem 59 Jahre alten bei Meyer in Papenburg gebauten Diesel-Schraubendampfer den regelmäßigen Dienst von Cuxhaven nach Helgoland v. v. auf und hielt so die einzig nennenswerte Verbindung vom Festland zur Insel. Bis 1956 fuhr RUDOLF bei jedem Wind, bei jedem Wetter ca. 500 mal nach Helgoland. Auf RUDOLF schließlich lernte er auch seine Frau kennen – eine Reise ins Glück, sozusagen.

8. Juli 1954

Am 8. Juli übernahm Cassen Eils von Büsumer Fischern auch den sporadischen Dienst ab Büsum nach Helgoland v. v., nachdem, wie er schmunzelnd sagt, er denen erst einmal ihre Schwimmwesten abgekauft hatte.

1956

Wurde mit ATLANTIS ein erster Neubau in Fahrt gebracht.

 

Nach dem Tod von Ludwig Visser – ebenfalls in diesem Jahre – führte Cassen Eils die Reederei allein weiter.

 

Weitere Schiffe wie FUNNY GIRL, FAIR LADY, SEUTE DEERN, der FLIPPER und auch die ‚WAPPEN von NORDERNEY‘ kamen hinzu und schließlich das heutige „Flaggschiff“ die ATLANTIS (II), die immerhin 1.000 Passagiere aufnehmen kann. Zeitweilig wurden 120 und mehr Mitarbeiter beschäftigt.

1974

Die Seebäder-Fluglinie GENERAL AIR geriet in Schwierigkeiten. Die Hamburger HADAG, die bereits Anteile an dem Unternehmen hielt, übernahm weitere Anteile und hielt nun 41 %. Aufgrund langjähriger Verbindungen konnte Kapt. Cassen Eils dazu überredet werden, ebenfalls 41 % Aktien der GENARAL AIR zu übernehmen. Die Gesellschaft hatte 2 de Havilland TWIN OTTER im Einsatz. (Die Gesellschaft meldete 1976 Insolvenz an und verschwand)

2002

In den 50 Jahren von 1952 bis 2002 beförderten die Cassen Eils-Schiffe ca. 5 Mio. Gäste zu der Felseninsel in der Nordsee.

 

Die Zeichen der Zeit und ein zweifelhaftes Gebilde namens Europa, d. h. Einstellung der Butterfahrten ständig neue und kostenintensive Vorschriften für den Schiffsbetriebsdienst u. v. a. m. forderten auch von der Reederei Cassen Eils ihren Tribut.

2006

fahren für Cassen Eils noch die FUNNY GIRL, die SEUTE DEERN, der FLIPPER und die ATLANTIS (*) – alle modernst nachgerüstet.

(*) verchartert an FRS, Flensburg als Ersatz für WAPPEN VON HAMBURG

 

Wie es mit der Reederei weitergeht – C.E. ist nun 83 Jahre alt – weiss niemand zu sagen – über etwaige Nachfolge ist im Kreise der „Shiplower“ nichts bekannt.

 

Wenn das Wetter haarig wird und kein Schiff einer anderen Reederei nach Helgoland fährt, wenn selbst Eils’ Kapitäne Bedenken anmelden oder auch ausfallen „der alte Cassen fährt selbst“….“ich kann doch „meine Helgoländer“ nicht hängen lassen….. (selbst erlebt)

 

Aus einem Interview mit Cassen Eils : Mehr als ein halbes Jahrhundert gibt es meine Reeederei. Mehr als 5 1⁄2 Mio. Passsagiere haben wir befördert. Eine Geburt gab es nicht an Bord, aber dass einige Kinder an Bord gezeugt wurden, möchte ich nicht ausschließen. Mehrere Todesfälle hatten wir zu beklagen, meist ältere Gäste, die während der Butterfahrten einen Herzinfarkt erlitten. Zwei Lebensmüde sind über Bord gesprungen.
Ich stehe immer noch auf der Brücke der FUNNY GIRL, auch im Alter von 84 Jahren. Mir fällt vielleicht nichts besseres ein. Mein Rat an jeden Seemann : Sieh zu, dass Du Kapitän wirst, dann hast Du mit echter Arbeit sowieso nichts mehr zu tun. Ich lege auch bei Windstärke 10 noch ab – das sind die angenehmsten Fahrten : kein Zickenalarm, kein Gemeckere….ich hab‘ meine Ruhe.
(aus dem Buch ORKANFAHRT)

19. März 2009

Kapitän Cassen Eils wird durch den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Peter Harry Carstensen für sein Lebenswerk mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

06. Januar 2010

Die Bewohner der Küste und vor allem die der Hochseeinsel Helgoland sind erschüttert … – Cassen Eils, einer der letzten echten Cap Hoorniers, ging am 6. Januar im Alter von 86 Jahren und mitten aus einem aktiven Leben heraus auf seine letzte Reise….

07. September 2010

Am 7. September meldet der THB, dass Christa Eils das Ruder an Dr. Bernhard Brons übergeben hat Brons ist Alleinvorstand der AG Ems, Borkum/Emden, die die Traditionsreederei Cassen Eils übernimmt. Das Unternehmen soll unter seinem alten Namen im gleichen Segment am Markt bleiben und weiter die Inseln Neuwerkl und Helgoland mit dem Festland verbinden.

2011

„FAIR LADY“ ist zurück….. – eine schwimmende Legende ist zurück ……
so betiteln die Kieler Nachrichten am 18.2.2011 den Rückkauf des 41 Jahre alten Ausflugsschiffes .

 

Das 68 Meter lange Schiff fuhr bis zum Ende der sogen. Butterfahrten zwischen Kiel und Bagenkop. Danach vercharterte es Cassen Eils an Sven Paulsen, der es als ADLER BALTICA in die dort noch mögliche Butterfahrt zwischen Zinnowitz und dem polnischen Świnoujście (Swinemünde) einsetzte. Nachdem Polen der EU beigetreten und damit auch diese Lücke im Gesetz des zollfreien Verkaufs geschlossen war, verkaufte Cassen Eils die FAIR LADY an Zegugla Gdanska in Danzig.

 

Nachdem nun eine Reihe „Helgolandfahrer“ aufgrund verschärfter Gesetzesvorgaben ausgemustert werden mussten, entschloss sich die Emden / Cuxhavener Reederei zum Rückkauf des Schiffes. Am 17. Februar  passierte FAIR LADY den Kiel-Canal in Richtung Werft. Hier wird sie bis April für die Helgoland-Fahrt fit gemacht und danach auf der Route von Bremerhaven zur Roten Insel fahren…

01. März 2019

Ab dem 1. März nimmt in Büsum die neu gegründete Adler & Eils GmbH & Co. KG ihre Dienste im maritimen Ausflugsgeschäft auf. Hinter dem neuen Unternehmen stehen die zur AG EMS-Gruppe gehörende Reederei Cassen Eils GmbH, Cuxhaven, und die Reederei Adler-Schiffe GmbH & Co. KG, Westerland/Sylt.


Quellen


Zusammenhang

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