Wijsmuller Holding B.V. / Wijsmuller Salvage B.V.
Wijsmuller Holding B.V. / Wijsmuller Salvage B.V.
GründungslandNiederlande
StammsitzIjmuiden
HauptgeschäftSeeschifffahrt / Schlepper
Gründungsjahr1909
aktueller Statusseit 2001 Teil von Svitzer A/S
letzte Aktualisierung 2009


Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung


Wijsmuller Holding B.V. / Wijsmuller Salvage B.V.

Johannes Franciscus Wijsmuller wurde am 22. September 1876 in Amsterdam geboren. Sein Elternhaus war dem damaligen Mittelstand zuzuordnen. Nach erfolgreichem Besuch der Volksschule hatte „Jan“ Wijsmuller den Wunsch zur See zu fahren.
Seine erste Anstellung fand er als Decksjunge auf einer Fähre auf der Strecke Enkhuizen-Stavoren, ein Gebiet, das damals noch zur erweiterten Waddenzee gehörte. Dort sammelte er so viel Erfahrung, daß er auf einem Segelschiff anheuern konnte. In den nächsten Jahre durchsegelte er die Welt und sparte sich das Geld für die Seefahrtschule zusammen – er hatte nur einen Ziel „auf die Brücke eines Schiffes“. 1900 hatte er das Glück, ein wenig Geld zu erben. Zusammen mit dem ersparten konnte er nun das nautische Studium aufnehmen. Mit dem Diplom als Decksoffizier in der Tasche heuerte er als Offizier bei der Royal Packet Navigation Company an und machte dort schnell Karriere. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jan Wijsmuller bereits eine Idee, die für sein ganzes weitere Leben von Wichtigkeit sein sollte. Niederländische Werften bauten Schiffe und Schwimmbagger für den Export und suchten Kapitäne und Mannschaften für die Überführungen auf eigenem Kiel bis hin in übereseeische Regionen.
Hier sah Jan Wijsmuller, als erfahrener Kapitän seine Chance…

1906

… begab sich Kapitän Jan Wijsmuller in die Selbständigkeit.

 

Seine großen Erfahrungen in Verbindung mit einer ausgesuchten Mannschaft von 5 erfahren Seeleuten, ließen ihn das Risiko wagen, den kleinen Dampfschlepper MOP 222B mit ganzen 87 BRT auf eigenem Kiel, teil unter Dampf und nachdem die Bunkerkapazität ausgeschöpft war, teilweise auch unter Segel, von Holland nach Argentinien zu überführen. Am 8. Oktober begann die Reise.

 

Auf diesen Erfahrungen konnte Kapt. Jan Wijsmuller aufbauen. Am 14. Januar 1907 traf die Crew mit dem Schlepper im argentinischen Militärhafen nahe Bahia Blanca ein. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die Heimat, lernte er die Tochter eines Amsterdamer Bänkers kennen. Deren Familie war natürlich nicht erbaut davon, daß sie einen Handelsschiffs-Offizier heiraten wollte. Ein Anschlussauftrag für den so erfolgreichen Kapitän folgte sofort, mit dem kleinen Frachtschiff „Hoofd Inspecteur Zeemann“ von Holland nach Tanjonk Priok auf Java. Vor Antritt dieser Reise heiratete Wijsmuller noch schnell die Bankierstochter. Die Reise wurde sofort als „Flitterwochen„ ausgelegt. Auf Java nahm er auch einen Job als Lotse an, der ihm aufgrund seiner Erfahrung bei einem Alter von gerade einmal 23 Jahren angetragen wurde. Eine böse Malaria-Attacke ließ ihn aber kurzfristig nach Holland zurück reisen.
Aufgrund dieser hervorragenden Arbeit und seines guten Rufes wurden ihm auch von anderer Seite Aufträge angetragen.

1911

Kapt. Wijsmuller bekam den Auftrag ein neues Feuerschiff – „Surinam River“ nach Paramaribo zu überführen. Das Schiffe hatte keine Maschine und wurde daher mit Segeln ausgestattet. Mit 8 Seeleuten verließ das Schiff am 27 Februar Ijmuiden und kam sicher am 6. April in Paramaribo an.

1913

Die junge Firma gab einen ersten hochseetauglichen Dampfschlepper in Auftrag. Tug HOLLAND war mit seinen 500 PS der Anfang vom Aufbau eines der bekanntesten Unternehmen seiner Art.
Der Schlepper war hochseetauglich und konnte Trockendocks, Segelschiffe und Leichter ziehen. Wijsmuller war so begeistert von der Leistungsfähigkeit, daß er bereits nach kurzer Zeit einen zweiten Schlepper – später getauft auf den Namen FRIESLAND – in Auftrag gab.

1914

Ausbruch des 1. Weltkrieges. Als guter Geschäftsmann ergriff Kapt. Wijmuller eine sich gerade jetzt, als die Schiffahrt zusammenbrach und erst ein Jahr nach Indienststellung, bietende Gelegenheit und verkaufte beide Schlepper nach Russland.
In den nächsten 10 Jahren – also auch über die Kriegszeit hinweg – ließ Wijsmuller an die 40 Schlepper unterschiedlichster Bauart und für alle anstehenden Verwendungen bauen und dazu noch eine Anzahl an Frachtschiffe von 450 bis 4.000 BRT.

1918

Die Nachkriegszeit brachte umfangreiche Aufträge für Jan Wijsmuller und er hatte soviel cash, daß er den in Schwierigkeiten geratenen Wettbewerber Amsterdam Tug & Salvage Co., die die älteste holländische Schleppreederei war, übernehmen konnte.

1921

Wijsmuller legte sich eine eigene Werft zu und kaufte die Werft Nimmerrust.

1923

„Büro Wijsmuller“ besaß die größte Schlepperflotte der Welt, die sich in Privathand befand. Erfahrung und Ausrüstung machten Wijsmuller zum führenden Unternehmen im Bergungsgeschäft. Kapitän Wijsmuller richtete in Ijmuiden und in Den Helder Bergungsstationen ein um nah am Geschehen zu sein.

23. Februar 1923

Am 23. Februar, erkrankt daniederliegend, aber die Geschäfte voll in der Hand, verstarb Kapitän Johannes Franciscus Wijsmuller im jungen Alter von 46 Jahren.

1923

Wijsmullers Tod war ein Desaster, nicht nur für das Unternehmen, sondern für ganze Schlepp- und Bergungs-Landschaft in Holland. Der Firma fehlte die treibende Kraft und Wijsmullers Witwe stand mit einer Tochter und 5 Söhnen zwischen 3 und 12 Jahren plötzlich allein vor all den Problemen.
Hatte sie in der Vergangenheit eng mit ihrem Mann zusammengearbeitet, versuchte sie nun mit aller Kraft das Geschäft allein fortzuführen – und das auch mit einigem Erfolg.

1925

Die Schlepper „Willembarendsz“ und „Vlaanderen“ erledigten einen bemerkenswerten Auftrag. Die Schlepper nahmen in Ijmuiden ein Trockendock für Sabang/Sumatra auf den Haken, nach Ablieferung holten sie in Surabaja einen Bagger für Melbourne und brachten von Adelaide die ausgebrannte „City of Singapore“ nach Rotterdam. Nach der Rückkehr wurde der für diesen Törn verantwortliche Kapitän Dirk Moermann von der Holländischen Königin ausgezeichnet.
Dennoch gingen nach Jan Wijsmullers Tod die Geschäfte zurück, die Banken änderten ihre Politik dem Unternehmen gegenüber – sie hatten Angst um ihre Kredite für die vielen Schlepperneubauten.

1927

Die Banken übernahmen die besten 4 Wijsmuller-Schlepper und verkauften sie an den größten Wettbewerber des Unternehmen. Fast alles wurde verkauft, sogar einiges aus dem Privatvermögen der Familie.

1935

Das einst so große, bekannte „Büro Wijsmuller“ lag am Boden und besaß noch zwei Hochseefähige Schlepper – DRENTE und UTRECHT und die vier Küstenschlepper HECTOR (II), STENTOR (I), NESTOR (ex Hercules), und JUNIOR (I). Noch im gleichen Jahr ging DRENTE verloren. Bei einer Bergungsaktion für S.S. KERKPLEIN strandete sie an der Holländischen Küste.

1936

Dieser Schlag war zu viel für Das Unternehmen und seine Eigentümer und die Familie verkaufte es an die Firma Goedkoop Havensleepdienst.

1938

Goedkoop ließ den Namen Wijsmuller am Markt und baute das Geschäft neu auf, z. B. in diesem Jahr mit der Indienststellung eines neuen Schleppers mit dem Namen AMSTERDAM.
Der 2. Weltkrieg brach aus und die deutschen Truppen marschierten auch beim Nachbarn Holland ein. Die Schlepper AMSTERDAM und HECTOR entkamen nach Großbritannien, während UTRECHT,
STENTOR und NESTOR beschlagnahmt wurden. UTRECHT ging in Diensten der deutschen Wehrmacht verloren, wogegen NESTOR und STENTOR nach Kriegsende an Wijsmuller zurück geliefert wurden.

1945

Der Krieg war zu Ende und Sieger wie Verlierer standen vor dem Nichts. Der Anfang war schwer.

1947

Schlepper AMSTERDAM war nicht für lange Reisen geeignet und wurde nach Belgien verkauft. Als Ersatz wurde ein in Amerika gebauter Schlepper zugekauft, der über 2.600 PS verfügte. Eine einzigartige Geschichte passierte in diesem Jahr, als die Niederländische Marine mit einem großen Schleppauftrag an Wijsmuller herantrat. Besetzt mit Wijsmuller-Schleppspezialisten und unter dem Kommando von Kapt. Maarten de Koe schleppten die beiden kleinen Marineschlepper BEATRIX und MARGRIET einen großen Schwimmkran von Holland zu den Westindischen Inseln, wo dann ein Trockendock und der Schlepper Schlepper SOEGIO übernommen wurden. Der Kran wurde in das Trockendock eingeschwommen, das dann von den drei Schleppern via Panama-Canal über den Pazifik nach Indonesien verschleppt wurde. Diese Reise war ein weiteres Meisterstück in einer Zeit, als die Schlepper noch nicht die Größe heutiger Hochseeschlepper, sondern eher die von Hafen- bzw. Küstenschleppern hatten.

1948

In der Zwischenzeit war die zweite Wijsmuller-Generation herangewachsen, wenngleich die Familie ja nicht mehr (finanziell) mit dem Unternehmen verbunden war. Die 5 Söhne von Kapt. Wijsmuller erlangten ihre nautischen Patente an der Seefahrtschule Amsterdam und sammelten ihre Erfahrungen auf den sieben Weltmeeren bei großen, bekannten Schiffahrtgesellschaften.
Die Geschichte holte sich wieder ein……So kurz nach Ende des 2. Weltkrieges traten die Söhne in die Fußstapfen des Vaters und gründeten die Rederij Gebr. Wijsmuller N.V. in Baarn. Die 5 Brüder führte die ersten Aufträge eigenhändig aus und erwarben in kürzester Zeit einen hervorragenden Namen in Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.

1955

Der weitere Weg der Rederij Gebr. Wijsmuller N.V. war so beeindruckend, daß die Eigner des Bureau Wijsmuller N.V. an John F. Wijsmuller mit der Frage herantraten, ob er nicht die Leitung des Unternehmens übernehmen möge, das sein Vater 50 Jahre zuvor gegründet habe – und er tat….

 

Die Flotte bestand zu der Zeit aus den Schleppern NOORD-HOLLAND (2.600 PS) und CYCLOOP (1.200 PS), und drei alten Küstenschleppern mit je 600 PS. Zwei Neubauten TITAN und FRIESLAND waren im Bau. Noch im Juni diesen Jahres kaufte John Wijsmuller den Schlepper ZEELAND. Mit seinen 2.500 PS war er für die anstehenden Aufgaben der Zukunft bestens geeignet.

1957

Im Dezember trat auch John’s Bruder, Arthur Wijsmuller als Geschäftsführer in die „alte“ Wijmuller-Firma ein. Beide Brüder arbeiteten mit großer Energie und großem Einfallsreichtum an einem Neubauprogramm, mit dem die Reederei ein ganz neues Image bekommen sollte.

1960

Der US-amerikanische Schlepper JOSEPH MORAN (gebaut 1943) wurde gekauft und unter dem Namen UTRECHT für Bureau Wijsmuller in Fahrt gesetzt. Darüber hinaus startete die Verwaltung der US-Marine ein Programm, mit dem ihre im Krieg gebauten Schiffe eingemottet werden sollten. In diesem Zuge stellte sie 10 dieser Liberty-Schiffe zum Verkauf, die im Brunswick River nahe Wilmington aufgelegt waren. Anfang Juli akzeptierten sie das Angebot einer amerikanischen Firma, das sie auf britischen Werften abwracken lassen wollte. Bureau Wijsmuller gelang es den Auftrag zu erhalten, diese 10 Schiffe aus den USA zu verschiedenen britischen Häfen zu verschleppen.
CYCLOP, FRIESLAND und TITAN verlegten nach Wilmington und schleppten die zehn 7.200 BRT-Liberties von der US-Ostküste nach England. Trotz Novemberstürme bei 1o-11 Windstärken wurden alle Schiffe sicher bei ihren Bestimmungshäfen abgeliefert.

1961

Die drei diesel-elektrischen Schlepper NOORD-HOLLAND, ZEELAND und UTRECHT bekamen den Auftrag 10 US-Flugzeugträger zu fernöstlichen Abbrechern und einen weiteren nach Rotterdam zu
verschleppen. Diese drei Schlepper legten nahezu 80.000 Meilen zurück um die elf gigantischen Schiffe an ihr Bestimmungsorte zu bringen.

Zu den Jahren 1962 bis 1988 liegen bisher keine Informationen vor

1989

Heerema Group

Die Heerema-Gruppe übernahm im September von der Familie Wijsmuller die Wijmuller Transport.

1991

In einem Joint-Venture für ihre Schleppaktivitäten führten Wijsmuller und Smit ihre Aktivitäten unter dem Level SmitWijs zusammen.

Januar 1993

Gründung der Dockwise N.V. Im Januar durch Fusion der bisherigen getrennten Heavy-Lift-Reedereien DOCK-EXPRESS-Shipping B.V., Rotterdam (einem Unternehmen der van Ommeren-Grupppe) und der zur Heerema-Gruppe gehörigen Wijsmuller B.V. Ijmuiden. Die Zentrale wurde nach B-2321 Meer (Hoogstraten) / Belgien verlegt und befindet sich in 2009 unter gleichzeitiger Logo-und Flaggen-Änderung als Dockwise Ltd. auf den Bermudas

 

Unter dieser Firmierung wurden die beiden Flotten mit insgesamt 15 halbtauchenden Schwertransport-Schiffen zusammengefasst – die Super-Servant’s und die Mighty-Servant’s auf der einen und die Dockexprerss-N°. 10……. auf der anderen Seite.

31. Juli 2001

Svitzer A/S

Zum 31. Juli übernahm A/S Svitzer, ein Unternehmen der dänischen A. P. Möller-Gruppe, die kompletten 100 % Geschäftsanteile der Wijsmuller Groep Holding BV in IJmuiden,

 

Zu dieser Zeit betrieb Wijsmuller eine Flotte von mehr als 150 schwimmenden Einheiten, beschäftigte mehr als 1.000 Mitarbeiter und war in 21 Ländern aktiv. Man machte in 2000 einen Umsatz von 262 Mio. hfl und einen Gewinn von 22.3 Mio. – ein echter Svitzer-Wettbewerber also, der damit vom Markt genommen wurde.


Quellen

weitere Quellen / Literatur


weitere Links


Zusammenhang


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