Seereederei FRIGGA GmbH
Seereederei FRIGGA GmbH
GründungslandDeutschland
StammsitzHamburg
HauptgeschäftSeeschifffahrt – deutsch
Gründungsjahr1920
aktueller Status1993
letzte Aktualisierung 2008

Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung


Seereederei FRIGGA GmbH

9. Dezember 1920

Seereederei FRIGGA GmbH

Auf Anregung der WTAG und unter gemeinsamer Führung von WTAG und Raab-Karcher wurde in Hamburg unter Beteiligung des Rhein.-Westf. Kohlesyndikats und der Westfälischen Hüttenwerke die Seereederei FRIGGA gegründet. (Frigga war die Mutter der Göttergestalten der germanischen Mythologie)

Zu den Aktionären zählten die an der W.T.A.G. beteiligten westfälischen Hüttenwerke und unmittelbar auch die Vereinigten Stahlwerke. Über diese Beteiligungen gehörten zunächst 33 % nach Gründung der Rheinstahl-Union sogar 44 % zum Thyssen-Einflussbereich.
Bei Frigga hatte man dank des ausgesuchten Personals gute Erfahrungen in der Kohleverschiffung und konnte so, von vorn herein entsprechend gute gestaltete und ausgerüstete Schiffe kaufen, bzw. in
Auftrag geben.
Auch das Frachtcontor Gesellschaft mbH (später Frachtkontor Junge & Co.) eine ebenfalls zum W.T.A.G.-Einfluss gehöriges Kohlenhandels- und verschiffungshaus arbeitete eng mit der FRIGGA zusammen.
Das Grundkapital beträgt 10 Mio Mark. Vorstand ist Anton Günther Lübsen und Fritz Roeber – Aufsichtsrats-Vorsitzender ist Direktor Albert Janus

1921

Die Firma verfügt über drei Schiffe: D BALDUR (3100 tdw), D HEIMDAL, (3300 tdw) sowie D HARALD (3000 tdw)

1922

Im Januar kommt D ODIN (6500 tdw) hinzu und zum Ende des Jahres D THOR (4000 tdw).

1923

Zwei weitere Schiffe werden gekauft : D BRAGA (6230 tdw) und D AEGIR (6550 tdw) Noch in diesem Jahr wir der erste eigene Neubau in Auftrag gegeben – D FRIGGA
Dampfer BALDUR wird nach Norwegen verkauft, er war für die Erzfahrt nicht gut geeignet.

1924

D FRIGGA (8430 tdw) wird in Dienst gestellt.

1925

Das Aktienkapital wird auf 4,34 Mio Mark erhöht.

1926

Anton Günther Lübsen verstirbt, seine Nachfolge treten Carl Stapelfeldt und Erwin Junge an.

1927

Dampfer ODIN wird verkauft und auch Dampfer BRAGA. Dafür kommt AUGUST THYSSEN mit (3500 tdw) neu zur Flotte.

1928

Der Streik in den schwedischen Erzgruben hat schwere Auswirkungen auf die Reederei.
Dennoch werden zwei neue Schiffe in Auftrag gegeben

1929

Vier Schiffe müssen infolge der Weltwirtschaftskrise stillgelegt werden.
Die Neubauten D ODIN (9296 tdw) und D BALDUR (10353 tdw) werden abgeliefert.

1931

In den nächsten Jahren fährt die FRIGGA erhebliche Verluste ein.

1933

Frachtkontor GmbH gibt seinen D ALBERT JANUS bei der Frigga in Bereederung.

1936

Erst jetzt ist eine leichte Erholung zu verspüren.
Die Frigga zieht in das „Kirdorfhaus“ am Ballindamm ein.
D HARALD wird an die Reederei „Orion“ nach Rostock verkauft.
Neubau D WIDAR (9300 tdw) wird in Dienst gestellt.
Der englische Dampfer HAGGERSGATE wird gekauft und als HÖDUR (9600 tdw) in Dienst gestellt.
Ein Nachbau der WIDAR wird in Auftrag gegeben.

1938

Neubau D BRAGE (9600 tdw) wird in Dienst gestellt.
Der englische Dampfer ESSEX ENVOY (8330 tdw) wird gekauft und als HERMOD in Dienst gestellt.

1939

Neubau D VALE (9300 tdw) wird in Dienst gestellt.
Frigga hat zu Beginn des 2. Weltkrieges 12 Schiffe in Fahrt.
Die 6,6 Mio RM Kapital liegen bei folgenden Anteilseignern: – Westfälische Transport-AG (25%), – Frachtcontor GmbH (25%), – Vereinigte Stahlwerke AG (42,42%) und Hoesch AG (7,58%)
Die Flotte unterliegt mit Kriegsbeginn der Zwangsbewirtschaftung durch die Regierung.

 

Der Krieg bringt der Flotte bereits in den ersten Kriegsjahren schwere Verluste:

 

AUGUST THYSSEN – 18.01.40 durch Minentreffer, die Besatzung wird gerettet.


BALDUR –  17.02.40 in Norwegen selbst versenkt, die Besatzung geht in englische Gefangenschaft.


BRAGE –  06.05.40 vor Kiel Totalverlust durch Mine, die Besatzung wird gerettet.


HEIMDAL – 23.10.40 Minentreffer vor der holländischen Küste, die Besatzung wird gerettet.


WIDAR – 10.03.41 sinkt nach Luftangriff auf der Ems, die Besatzung wird gerettet.


HÖDUR – 20.04.42 zwei Torpedotreffer vor Norwegen, 48 Opfer.


AEGIR – 04.05.43 Minentreffer auf der Nordsee, die Besatzung wird gerettet.


THOR – 02.03.44 vor Norwegen durch Torpedotreffer, die Besatzung wird gerettet.


ODIN – 02.05.44 beim Auslaufen in Narvik durch Mine, 21 Opfer.


VALE – 09.04.45 im Hafen Pillau durch Bombenangriff, 1 Opfer.

 

1945

Von der gesamten „Frigga“-Flotte bleiben zwei Wracks:
FRIGGA ist bei Schulau auf Grund gesetzt – HERMOD liegt gesunken im Hamburger Hafen.
Die Seereederei „Frigga“ AG besteht seit 25 Jahren – aber es ist nicht die Zeit für ein Jubiläum.
Die 6 verbliebenen Mitarbeiter (einschl. des Vorstandes) gingen mit Eifer an den Wiederaufbau.

1948

Die Besatzungsmächte verkaufen die Wracks der FRIGGA und der HERMOD nach England zur Verschrottung. Das scheint alle Hoffnungen auf ein Wiedererstehen der Reederei zu beenden.

1949

Am 30. Juni werden beide Schiffe „rehablilitiert“. Mit einem Kostenaufwand von DM 2,35 Mio repariert man die Schiffe. Bereits am 24. November geht unter Leitung von Kaptitän de Buhr der D FRIGGA als größtes Schiff der derzeitigen deutschen Handelsflotte von Hamburg nach Dubrovnik.

1950

1950

Am 12. Januar wird auch HERMOD fertiggestellt, muss aber mangels Fracht aufgelegt werden.Erst Ende Februar geht sie unter Zeitcharter des Norddeutschen Lloyd über den Atlantik und läuft als erstes deutsches Schiff nach dem Krieg amerikanische Häfen an.

1951

Am 18. April Kiellegung MS ODIN.
Der Wiederaufbau Deutschlands brachte genug zu tun, so dass viele neue Schiffe, die sämtlich Götternamen erhielten, in Fahrt gesetzt werden konnten.

1954

Die beiden ersten Neubauten nach dem Krieg werden je ein Jahr nach Kiellegung abgeliefert und sind gleichzeitig die ersten Motorschiffe der Reederei:
MS ODIN (10 000 tdw) und MS BALDUR (10 000 tdw). Im März wird gleich noch ein Neubau dieser Klasse bestellt.
MS WIDAR (10 000 tdw) ( ein Partenschiff) und MS HÖDUR (10 000 tdw) gehen in Fahrt.
Der Schiffstyp bewährt sich, der fünfte und sechste Nachbau wird bestellt.

1955

Der im Vorjahr gekaufte Dampfer MUSKØ (in Schweden gebaut) geht als SS HEIMDAL (4271 tdw) im Januar in Fahrt, MS AEGIR (10 000 tdw) wird in Dienst gestellt und ein weiterer Neubau der
10000er-Klasse bestellt.

1956

In den nächsten beiden Jahren wird zunächst MS BRAGE (10 000 tdw) in Dienst gestellt. Die August-Thyssen-Hütte AG betraut die Frigga mit der Bereederung des angekauften Dampfers
AUGUST THYSSEN (10 900 tdw) sowie eines weiteren bereits bestellten Neubaues.
Unter Beteiligung der Frigga werden drei Partenreedereien gegründet und drei Neubauaufträge vergeben. Die größeren Schiffe bewähren sich, die Entwicklung zu mehr Tonnage setzt sich fort und
auch MS VALE wird abgeliefert.
Seit Ende der 1950er Jahre jedoch, spielte die Kohlefahrt keine große Rolle mehr, so dass man sich mehr und mehr auf die Erzfahrt konzentrierte. Sämtliche Fahrten wurde verbundene Unternehmen der Montanindustrie abgewickelt. Nur in wenigen Ausnahmefällen wurde einmal ein Auftrag für fremde Rechnung abgewickelt.

1958

In diesem und dem nächsten Jahr gehen weitere Schiffe der August Thyssen-Hütte bei der Frigga Reederei in Bereederung : MS FRITZ THYSSEN und MS ANITA THYSSEN (je 16750 tdw), MS ALBERT VÖGLER (9340 tdw) MS ALBERT JANUS (9340 tdw) und MS OTTO SPRINGORUM (12255 tdw) werden in Betrieb genommen. Gleichzeitig geben die Rheinischen Stahlwerke zwei
Bauaufträge an ihre Werft in Emden. „Frigga“ führt die Bauaufsicht und bereedert sie.:
MS RHEINSTAHL (16766 tdw) und MS ARENBERG (16800 tdw)
SS THOR Bj. 1918 und SS HERMOD Bj. 1922 werden gleichzeitig verschrottet.
In diesem Jahr wird auch die Tochtergesellschaft „Frigga“ Seeschiffahrt GmbH gegründet. Sie
übernimmt die drei Thyssen-Schiffe in Bareboat-Charter für die August-Thyssen-Hütte.
12 eigene und 5 bereederte Schiffe mit insgesamt 211 233 tdw fahren unter nun der „Frigga“-Flagge.

1963

1963

Der Wiederaufbau der Flotte ist damit eigentlich abgeschlossen, aber der Markt verlangt nach größeren Einheiten, was aber nicht nur in finanzieller Hinsicht Probleme und Risiken mit sich bringt.
Die traditionelle Bauwerft Nordseewerke in Emden ist durch die Wassertiefe der Ems behindert.
Auch ist fraglich, ob sich Lade- und Löschhäfen dem Trend zu größeren Schiffen anpassen werden. Die Reederei stellt sich aber der Herausforderung: Im Oktober fällt die Entscheidung: zur Lieferung noch 1963 wird ein 35.000 Tonnen tragender Massengutfrachter bei den Nordseewerken bestellt. (Noch vor Fertigstellung wird die Vermessung auf 38000 Tonnen erhöht). Am 11. Juni läuft die FRIGGA vom Stapel und nimmt am 30.9.63 ihren Dienst auf. Gleichzeitig werden vier Schiffe der 10 000 tdw-Klasse und zwei 13000-Tonner verkauft. Ebenfalls noch im Jahr 1963 wird bei Howaldtswerke Hamburg AG ein Massengutfrachter bestellt, der am 11.05.65 unter dem Namen ODIN (61305 tdw) den Dienst aufnimmt.

1964

Blohm & Voss, Hamburg

Es wird ein Nachbau der FRIGGA bei den Nordseewerken bestellt, der 1966 seinen Dienst unter dem Namen BALDUR aufnimmt. Die „Frigga“ Tochter-Reederei beauftragt einen Nachbau der ODIN-
Klasse und Blohm und Voss liefert ihn am 13.12.65 als FRITZ THYSSEN (61225 tdw) ab.
Die Reederei trennt sich dafür von einer Reihe kleinerer Einheiten: HEIMDAL (ex „Muskø“) geht nach Finnland, ALBERT JANUS, ALBERT VÖGLER gehen nach Pakistan, BALDUR und ODIN (je 10560 tdw) werden nach Griechenland und AEGIR und BRAGE (je 10400 tdw) nach Korea verkauft.

1968

1968

Die Verkäufe werden durch neue Schiffe mehr als nur ersetzt:
Bei Rheinstahl Nordseewerke GmbH wird ein Massengutfrachter bestellt, der als MS AEGIR im Juni als größter deutscher Trockenfrachter in Dienst gestellt wird. Iim Mai 1967 ein weiteres Schiff dieses Typs bestellt, das Ende 1968 mit 82325 tdw als MS BRAGE abgeliefert wird.
Im November fällt der Entschluss, einen Bulkcarrier mit 145700 tdw zu bauen – er wird bei Blohm & Voss in Auftrag gegeben.

1970

Das Jubiläumsjahr war durch eine Neuverteilung der Beteiligungen vorbereitet worden. Die immer geringer werdende Bedeutung des Transportgutes Kohle benachteiligte zunehmend die Kohleaktionäre zugunsten der erzbeziehenden Anteilseigner. Diese Schieflage wurde beseitigt.
Jeweils ein Drittel der Anteile befindet sich jetzt bei August-Thyssen-Hütte AG, Hoesch AG und der KMR „Seereederei Frigga“ Beteiligungs-GmbH.
Unter dem Kürzel KMR werden die Anteilseigner Krupp, Mannesmann und Rheinstahl zusammengefasst.
Zum 50jährigen verfügte die Frigga Reederei über eine Flotte von 7 Bulkern, hatte 3 im Bau und bereederte ein Partenschiff und ein weiteres für die Tochter Frigga Seeschiffahrt GmbH.

1971

Blohm + Voss AG, Hamburg liefert in der Folgezeit einige Neubauten ab :
Am 14. Mai – MS WIDAR.

1973

Am 28. April das MS THOR.
Schließlich folgt am 1. Dezember noch MS HERMOD.
Die drei Großschiffe, die damals größten Trockenfrachter der deutschen Handelsflotte, werden jeweils in zwei Sektionen gebaut und vom Stapel gelassen. Es waren die letzten Schiffe, die von bzw. für die Frigga Reederei in Auftrag gegeben wurden.

1978

MS HERMOD geht von September bis Januar 1983 in französische Bareboat-Charter. 1985 wird sie endgültig nach China verkauft.

1980

Anfang der 80er Jahre beschleunigt und verschärft sich die Situation. Die Stahlproduzenten unterziehen sich einer umfassenden Restrukturierung.Der Erztransport geht weiter rapide zurück und die spezialisierten Schiffe der Reederei können nicht in andere Betätigungsfelder ausweichen.

1982

Aufgrund der undurchsichtigen Situation wird MS ODIN verkauft.

1983

Auch MS FRITZ THYSSEN wird veräußert.

1984

Mitte Februar geht MS THOR an einen neuen Besitzer ebenso wie MS WIDAR im gleichen Jahr.

Im Oktober fällt der Entschluss der Aktionäre, den Reedereibetrieb einzustellen.

1985

1985

Die verbleibenden beiden Schiffe MS AEGIR und MS BRAGE werden nach Panama ausgeflaggt und gehen je an eine eigene GmbH über. Das Management für beide Schwesterschiffe geht an C.F. Ahrenkiel GmbH & Co.
Bis zum 30. Juni werden die 15 Mitarbeiter des Kontors am Ballindamm sowie die 160 fahrenden Mitarbeiter nach Möglichkeit in neue Beschäftigung vermittelt und über einen Sozialplan abgefunden. Die Vorstandsmitglieder Dr. Nicolaus Rother und Erich Ebers übernehmen es, die Gesellschaft 1985 in eine GmbH umzuwandeln, deren Geschäftsführer Herr Ebers wird.

1989

Der Sitz der Firma wird nach Tangstedt (Stormarn) verlegt.

1991

werden die beiden verbleibenden Schiffe MS AEGIR und MS BRAGE verkauft.

1993

Mit der Löschung im Handelsregister Anfang des Jahres erlischt die traditionsreiche Seereederei Frigga endgültig.


Quellen

weitere Quellen / Literatur


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