Schlesische Dampfer-Comp.-Berliner Lloyd
Schlesische Dampfer-Comp.-Berliner Lloyd
GründungslandDeutschland
StammsitzHamburg
HauptgeschäftBinnenschifffahrt
Gründungsjahr1917
aktueller Status1968 verschmolzen auf WTAG
letzte Aktualisierung 2008

Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung


Schlesische Dampfer-­Compagnie Berliner Lloyd AG

Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Finow­Kanal zwischen Berlin und Stettin gebaut, der dann im 30jährigen Krieg aber wieder verfiel. Erst Friedrich der Große sorgte im Jahre 1744 für seine  Wiederinbetriebnahme. Er war es auch, der den Bau des Klodnitzkanals in Oberschlesien erbauen ließ. Zwar wurde er erst 1812 fertig, ist aber noch heute in Betrieb.

 

Um das Jahr 1700 bestanden in Breslau – ohne Zunftzusammenschluss – zwei Compagnien Schiffer von denen die eine acht Schiffer mit 32 Kähnen und die andere sieben Schiffer mit 27 Kähnen  umfasste. Das waren kleine, schmale Holzfahrzeuge mit etwa 10 ts Nutzlast, doch in der Zeit der Planwagen das größte Beförderungsmittel.

 

Vom 19. Jahrhundert an kann von einer geordneten Schifffahrt gesprochen werden und auch ein Versicherungsgewerbe nahm sich zu dieser Zeit bereits der Wassertransporte an.

1826

wurde in Breslau die Strom­Assecuranz­Compagnie auf Actien gegründet, die die Transportrisiken übernahm. Unter Führung dieser Versicherung wurden die ersten Eilverbindung zwischen Breslau und Hamburg eingerichtet, die den schönen Namen „Extra Yacht“ trug. Bei sehr guten Frachten wurde eine Fahrzeit von 17­ – 24 Tagen garantiert.
Inzwischen war die Dampfmaschine erfunden und der erste Schleppdampfer gebaut.

1856

wurde die erste Dampfschiffahrt unter der Stettiner Dampfschleppschifffahrt­-Gesellschaft gegründet, die 30 Jahre bestand, dann aber ihre Schleppdampfer an andere Unternehmen verkaufte.

1874

wurde die Oder und die Kanäle ausgebaut, dass die Kähne größer wurden und schließlich sogar 550 ts tragen konnten – das sogen. Breslauer Maß.

1887

In der Aussicht aus weitere Aufblühen der Oderschifffahrt erwarb im Jahr 1887 ein Konsortium unter Führung des Berliner Bankiers Krezschmar und der Breslauer Disconto­Bank des bestehende Oderschiffahrts-­Comptoir von Christian Priefert zu Breslau.
Am 14.12.1887 wurde das Unternehmen mit einem Kapital von 1 Mio. Mark umgewandelt in die Aktiengesellschaft Schlesische Dampfer Compagnie vorm. Christan Priefert.

1917

Nach der Verschmelzung der Reedereien

 

J. Caro & Sohn ­ 1900
Breslauer Schiffahrts Aktiengesellschaft ­ 1906
Frankfurter Gütereisenbahn Gesellschaft ­ 1914
Berliner Lloyd Aktiengesellschaft ­ 1917

 

auf die Aktiengesellschaft Schlesische Dampfer Compagnie vorm. Christan Priefert kam es zur Umbenennung in Schlesische Dampfer Compagnie / Berliner Lloyd Aktiengesellschaft
Seinerzeit verband das Unternehmen die Seehäfen Hamburg, Lübeck, Stettin mit den bedeutendsten Industriestädten an Elbe, Havel und Oder. Auch über die Kanäle wird nach Breslau und Oberschlesien ein Frachtkahn­ und Schleppverkehr betrieben. Eildampfer verkehrten regelmäßig zwischen Hamburg und Lübeck / Breslau ­ Hamburg und Berlin ­ Berlin und Breslau ­ Stettin und Berlin ­ Stettin und Breslau ­ Magdeburg und Breslau.

In Breslau an der schiffbaren Oder waren auf einem 53.400 qm großen Areal neben Speichern auch eine moderne Werft mit allen Einrichtungen zur Aufnahme der größten Dampfer angesiedelt. In Breslau­-Pöpelwitz und in Fürstenberg (Oder), dem heutigen Eisenhüttenstadt, wurden eigene Häfen mit Eisenbahnanschluss, Speichern, Kohlenkippern und Krananlagen betrieben. In Hamburg stand nahe dem Billhafen ein 9.500­qm­Grundstück mit 180 m Uferlänge zur Verfügung an dem der wasserseitige Umschlag betrieben wurde. Ein 10.000 qm Speicher und drei Wohnhäuser für die Beschäftigten waren die baulichen Anlagen.

1925

1925

betrieb die SDC­BL 51 Eilfracht­Dampfer und Motorfahrzeuge, 50 Schleppdampfer, 261 Fracht­ und Lagerkähne sowie 142 Leichter, Schuten und Prähme und wurde im Band III „Die Wasserwirtschaft Deutschlands“ das Unternehmen als größtes Binnenschifffahrtsunternehmen Ostdeutschlands bezeichnet.

 

Das Gesellschaftskapital belief sich zu dieser Zeit auf 6 Mio. Mark gegenüber 1 Mio. bei Gründung. Vorsitzender des AR war Dr. Wilh. Cuno, Albert Ballins Nachfolger bei HAPAG. In den späten 20er Jahren wurde die SDC­BL eine 100­%ige Tochter des HAPAG. In den 1940er Jahren sollte Philipp Reemtsma, dem gute Verbindungen zu Hermann Göring nachgesagt wurden, (u.a.) die HAPAG privatisieren, was bedeutet hätte, dass die HAPAG sich von ihrer Binnenschiffsreederei, der SDC­BL, hätte trennen müssen.

 

Aber noch im Jahre 1943 wird die Gesellschaft in der HAPAG-­Literatur als HAPAG­ Tochter beschrieben.

1929

wurde der Hafen Halle­Trotha auf Jahrzehnte gepachtet und es wurde der Oderreederei Em. Friedländer & Comp. übernommen. Damit gingen weitere 13 Schleppdampfer, 2 Motorschiffe, 87 Kähne und die Werft Zarkau bei Glogau in den Besitz der SDC­BL AG über.

1933

Die Krise in den frühen 30er Jahren forderte von den Aktionären und den Mitarbeitern Opfer, um den Betrieb durch die Zeit zu bringen. Es wurden neue Motorschiffe gebaut und eine neue Linie durch den polnischen Korridor nach Königsberg eingerichtet und es wurden Kähne auf den Dortmund-­Ems-­Kanal überführt um noch vor Eröffnung des Mittellandkanals im Westen Flagge zu zeigen.

1937

Im Dezember – zum 50jährigen Jubiläum – bestand die Flotte aus 62 Schleppdampfern und Motorschleppern, aus 80 Eildampfern und Motorschiffen, 326 Schleppkähnen und 105 Hilfsfahrzeugen – insgesamt also aus 573 Einheiten.

In diesen 50 Jahren war die jährlich gefahrene Tonnage von 100.000 Tonnen im ersten auf 2.466.000 Tonnen im fünfzigsten Jahr angestiegen.

Zwischen 1937 und 1944 wurden drei Motorschlepper und 16 Motorschiffe, 26 Kähne und 10 Hilfsfahrzeuge sowie 2 Tankmotorschiffe und 6 Tankkähne neu gebaut, es wurden viele Speicher erstellt und viele Umschlaganlagen erweitert.

1939

Emder Verkehrs AG

Auszug aus der Chronik der EVAG (Emder Verkehrs AG), Emden :

Im November 1939 verkaufte die HAPAG ihre gesamten EVAG­Aktien an die schlesische Dampfer Compagnie­-Berliner Lloyd, wodurch die EVAG eine 100 %-ige Tochter der SDC­BL wurde. Die Zeit mit der finanziell sehr starken HAPAG im Rücken waren vorbei. Man tröstete sich mit der Tatsache, dass die SDC­BL zu fast 80 % der HAPAG gehörte. Die weiterhin gute Zusammenarbeit war gewisse.
Sehr hart traf es das Emder Unternehmen, als 1940 das gesamte Aktienpaket zum Hermann­ Göring­ Konzern wechselte. Den Staat im Rücken und nahezu ausnahmslos auf die Binnenschifffahrt gestellt, gehörte die Zeit der Expansion der Vergangenheit an. Zwar versuchte man, wieder „in Mutters Schoß“, also zur HAPAG zurück zu kehren, jedoch blieben solche Schritte vorerst ohne Erfolg, da die HAPAG zunächst Kapital zur Wiederherstellung der eigenen Flotte aufbringen musste und deshalb nicht die finanziellen Mittel aufwenden konnte, die EVAG-­Aktien zurück zu kaufen…

1941

Philipp Reemtsma, dem gute Verbindungen zu Hermann Göring nachgesagt wurden, sollte (u.a.) die HAPAG privatisieren, was bedeutet hätte, dass die HAPAG sich von ihrer Binnenschiffsreederei, der SDC­-BL, hätte trennen müssen.

1943

Aber noch im Jahre 1943 wird die Gesellschaft in der HAPAG­ Literatur als HAPAG­-Tochter beschrieben.

Zum Jahr 1943 gibt es einzelne Informationsfragmente…

 

…1943 bestanden tägliche Verkehre zwischen Hamburg und Berlin sowie zwischen Stettin und Berlin
…1943 bestanden Niederlassungen in Breslau, Magdeburg, Berlin, Stettin, Halle­Trotha und Oppeln
…1943 hielt die SDC­BL Beteiligungen an der EVAG, Emden und Ottenser Eisenwerk
…1943 war Großaktionär : Reichswerk AG für Binnenschiffahrt Hermann Göring, Berlin

 

Von ihrer stolzen Höhe stürzte die SDC-­BL AG im Juli 1943 tief ab. Es begann mit der Bombardierung Hamburgs und der Zerstörung des Verwaltungsgebäudes und der Umschlaganlagen.
Es nahm seinen Fortschritt als der Einbruch der Russen in Schlesien erfolgte, als 125 Schiffe im Eis von den Pionieren gesprengt und versenkt wurden und viele andere dem Feind unbeschädigt in die Hände fielen, wie auch schließlich alle Landanlagen im Osten.

1946

Als im Jahre 1946 Bilanz gezogen wurde war die Flotte von 498 Schiffseinheiten in 1944 auf 82 Einheiten dezimiert und die Landanlagen weitgehend zerstört. Geschäftliche Beziehungen mit dem und im Westen bestanden sozusagen gar nicht und die 82 schwimmenden Einheiten waren in einem Zustand, dass sie unter westlichen Verhältnissen gar nicht einsetzbar und damit nur abzuwracken waren.

 

Der Wiederaufbau glich einem Neuaufbau des Unternehmens. Allerdings konnte sich die SDC­-BL AG nun voll auf die EVAG, die Emder Verkehrs AG stützen, deren Aktien die SDC­-BL AG im Jahre 1939 aus dem Besitz der HAPAG erworben hatte.
Die Niederlassung Köln wurde Dispositionszentrale und es es wurde chaotisch neu aufgebaut, ohne festen Plan.

1951

bestand die Flotte aus vier Dampfschleppern, einem Motorschlepper, neun Dampf­-Güterschiffen, fünfzehn Motor-­Güterschiffen, zwei Motor­-Tankschiffen, 45 Schleppkähnen und zwei Tankkähnen.

1956

konnte bereits wieder an eine Dividendenzahlung gedacht werden, nachdem es zuvor tiefe Kapitaleinschnitte geben hatte. Investitionen im 10­Mio.­Bereich brachten die SDC­-BL AG schließlich auf einen Stand, der den Vergleich mit anderen Schifffahrtsgesellschaften nicht zu scheuen brauchte.

1957

In diesen Nachkriegsjahren wurden zahlreiche Landanlagen erneuert oder neu erstellt, so in Hamburg (erst 1957), in Fallersleben, Hannover und Braunschweig, aber auch in Homberg/Rhein.

1958

wurde der Schiffspark und die Landanlagen der Neue Deutsch-­Böhmische Elbeschiffahrt AG langfristig gepachtet. Hatten die Transportmengen 1950 noch 557.000 Tonnen betragen, so waren es 1961 bereits wieder 1.271.000 Tonnen.

1962

Im Dezember wurde das 75-jährige Jubiläum gefeiert.

1968

Westfälische Transport AG (WTAG)

übernimmt die W.T.A.G., die sich mit der E.V.A.G. Im Verbund befindet, im Rahmen einer Umstrukturierung der Binnenschifffahrtsaktivitäten innerhalb des Stinnes-­Konzern, die Anteile der SDC­-BL AG und verschmilzt diese auf sich.



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