Schifferverein Rheindürkheim von 1923 e. V., Worm-Rheindürkheim
Schifferverein Rheindürkheim von 1923 e. V., Worm-Rheindürkheim
GründungslandDeutschland
StammsitzWorms-Rheindürkheim
HauptgeschäftVereine
Gründungsjahr1923
aktueller Statusunbekannt
letzte Aktualisierung 2008

Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung


Schifferverein Rheindürkheim von 1923 e. V., Worm-Rheindürkheim
Schifferverein Rheindürkheim von 1923 e. V., Worm-Rheindürkheim

Flagge zum 40-jährigen Jubiläum


Schifferverein Rheindürkheim von 1923 e. V.

1923

Gründung des Schifferverein Rheindürkheim (SVR) .
Es war die Zeit, als die Franzosen das Ruhrgebiet besetzt hatten und der „passive Widerstand“ ausgerufen worden war. Sämtliche Mannschaften der Rheinschiffe waren beurlaubt und nach Hause geschickt worden. In Rheindürkheim hatten sich ca.100 Schifffahrtstreibende aufgehalten. In der Gaststätte „Zum Karpfen“ trafen sich die Schiffer und gründeten mit 42 Mitgliedern den SVR. 1. Vorsitzender wurde
Heinrich Worch.
Als Zweck des Vereins wurde in § 2 der Satzung festgelegt:
Pflege der Kollegialität und Geselligkeit, Abhaltung von Unterhaltungen, bei Strebefällen Erweisung der letzten Ehre, im Bedarfsfalle Gewährung einer Sterberente.

1925

wurde zur Fahnenweihe geschritten. Die Fahne trägt aufgestickt, den alten Schifferspruch:
In Sturm und Wetter ist Gott unser Retter

1929

war der Rhein zugefroren. „Der Strom steht in Todesstarre“ schrieben die Zeitungen. Es war ein Jahrhundertwinter.

1930

wurde mit Genehmigung des hess. Wasserbauamtes Worms am Rheinufer in Eigenarbeit ein Flaggenmast errichtet.

1932

war der Rhein wieder zugefroren.

1933

1933

wurde die Mastanlage verschönert. Es wurde ein Schiffskopf (Klipper) vor dem Mast angebaut und mit Anker, Kranbalken und Mastwinde versehen. Soweit es möglich war, besuchte man die anderen Schifferverein bei deren Festlichkeiten und man wurde korporativ Mitglied der „DGzRS

1937

traf ein großes Unglück den Schifferverein. Beim Umlegen brach der schöne Mast entzwei.
Doch schon kurze Zeit später entstand eine neue Mastanlage. Das Holz holte man sich im Jägersburger Wald. Der Mast ragte mit einer stattlichen Höhe von 22 Metern am Ufer empor.

1938

wurde ein Steuerrad am Mast angebracht und zwei Gedenktafeln für die verstorbenen Mitglieder.
Die Tafeln wurden in einem feierlichen Akt enthüllt.

1939

stellten 31 Firmen der Rheinschifffahrt ihre Reedereiflaggen zur Verfügung und ein neuer Stander wurde in Auftrag gegeben.
Der Kriegsausbruch lähmte mit einem Schlage die blühende Aufbauarbeit des Vereins. Mit den Vereinsmitgliedern, die als Soldaten dienen mußten, wurde jedoch Verbindung gehalten und Weihnachtspakete verschickt.

1943

Bis hierher waren bereits sechs Vereinsmitglieder gefallen – 1944 fielen nochmals drei Kameraden.

1945

wurde die Behelfsbrücke in der Nähe der Mastanlage von den Nazis gesprengt und der Mast erheblich beschädigt.
„Verbeult, zerfetzt und zerbrochen stand das Wahrzeichen emsigen Schifferfleisses und treuer Kameradschaft nur noch als Ruine da.“
Mit dem Einmarsch der Besatzungstruppen mussten die Vereine ihre Tätigkeit einstellen.
Alle Fahnen und Abzeichen des vergangenen Reiches sollten verbrannt werden – auch die Vereinsfahne. Nur dem mutigen Entschluss eines 10-jährigen Mädchens ist ihre Erhaltung zu verdanken. Hanneliese Knecht sah die Vereinsfahne in dem hergerichteten Stapel, riss sie heraus und brachte sie in Sicherheit.

1947

… erhielt der Verein von der französischen Besatzungsmacht die Genehmigung die Vereinstätigkeit wieder aufzunehmen. Mit neuem Eifer ging man daran, die Mastanlage wieder aufzubauen. Das
Wasserstraßenamt Worms reparierte die Rheinmauer, die durch die Sprengung ebenfalls zerstört war.
Die Beschaffung von kleinsten Materialien war mit unglaublichen Schwierigkeiten verbunden. Fast 20 Mitglieder waren in ihren Freistunden an der Arbeit, um Mast und Anlage in möglichst kurzer Zeit fertig zu stellen. Vom Wasserbauamt Mannheim organisierte man einen Schiffskopf, der von einem Vereinsmitglied per Schiff nach Rheindürkheim gebracht wurde. Das Abbrennen des Kopfes kostete 10 Fl. Wein.
So wuchs in gemeinschaftlicher Arbeit ein Werk heran, das der Gemeinde und dem Verein zur Zierde gereicht und das die Einigkeit und Kameradschaft, aber auch die Lebensfreude und den Sinn für die Umwelt, die bei allen Vereinsmitgliedern herrschte, nach außen machtvoll demonstrierte. Am ersten Weihnachtstag wurde der traditionelle Schifferball im Vereinslokal Zum Schiff durchgeführt. Dieser Schifferball wurde bis in die 60. Jahre regelmäßig veranstaltet und war Treffpunkt für alle Fahrensleute. 113 Mitglieder zählte nun der Verein. Der Rhein hatte in diesem Jahr kaum Wasser.

1948

Am 20. Juni wurde das Vereinsvermögen und die Sterbekasse „abgewertet“. Mittellos stand der Verein da. Im Verein gab es Spannungen, weil sich einige nicht an die Vereinssatzungen hielten.
Der 1. Vorsitzende Anton Strieth, der sehr viel für den Verein getan hatte, trat zurück.
Der Verein bestand nun 25 Jahre und die Jubiläumsfeier lief reibungslos ab. Die erste Chronik des Vereins wurde in Auftrag gegeben.
An dem Rheindürkheimer „Rheinperlenfest“ nahm der SVR immer mit einem Festwagen teil und immer wurden Schiffermotive (z.B. Mäuseturm) gezeigt.

1953

wurde zum 30-jährigen Jubiläum ein großes Fest veranstaltet. Alle Häuser in Rheindürkheim waren mit Flaggen geschmückt.

1954

wurden zwei neue Gedenktafeln für die verstorbenen sowie gefallenen und vermissten Kameraden an der Mastanlage aufgestellt.

1955

hatte der Rhein Hochwasser und die Mastanlage mit ihrem Schiffskopf schwamm regelrecht im Rhein.

1963

Schifferverein Rheindürkheim von 1923 e. V., Worm-Rheindürkheim

war Treibeis auf dem Rhein und die Schifffahrt eingeschränkt. 40 Jahre bestand nun der Verein und wieder wurde ein großes Fest gefeiert. Von weit her kamen die Kameraden der anderen Schiffervereine. Der Festumzug hatte 39 Zugnummern.
Der SVR hatte mehr als 100 Mitglieder.
Neben dem Schifferball führte man mittlerweile auch einen Preismaskenball durch.
Die Vereinschronik wurde erneuert.
Beim Backfischfest in Worms trat der SVR auch beim Fischerstechen in Erscheinung.
Auf Antrag des SVR wurden Straßen nach bekannten Reedereien benannt.

1973

bestand der Verein 50 Jahre und wieder wurde ein großes Fest gefeiert.
Schiffe lagen am Rheinufer und hatten über alle Toppen geflaggt und auf manchen Schiffen wurde ein „Tag der offenen Tür“ durchgeführt. Im Rathaus der Ortsgemeinde Rheindürkheim wird ein kleines Schifffahrtsmuseum eröffnet

1989

wurde eine neue Attraktion eingeführt. Der Vorsitzende und sein Kassierer fahren mit der Wasserschutzpolizei von 14 – 16 Uhr als Nikolaus und Knecht Rupprecht verkleidet an die bergfahrenden Schiffe und überbringen den Schiffsbesatzungen und deren Kindern Apfel, Nuss und Mandelkern. Anschließend findet die Nikolausfeier mit Imbiss und Getränken unter dem Schiffermast statt. Bis heute wird diese Veranstaltung durchgeführt und hat in der Bevölkerung und der Presse ein großes Echo.

1990

wurde die Vereinssatzung neu gefasst. Jedes Jahr werden nun Ausflugsfahrten mit Schifffahrtsbezug durchgeführt. Der Schifferball am 1. Weihnachtstag musste eingestellt werden – es steht kein Saal mehr zur Verfügung!

1993

1993

Der Schifferverein Rheindürkheim feiert 70jähriges Jubiläum.
Die Mastanlage musste komplett erneuert werden. Von der Schiffswerft Braun in Speyer konnte man einen Schiffskopf organisieren. Er gehörte einmal dem Schlepper „Neckar XIII“ der Reederei Schwaben GmbH aus Stuttgart/Heilbronn. Am 19. Juli konnte die Wormser Zeitung berichten, dass die Renovierung des Schiffermastes abgeschlossen ist. Der Mast gehört zu den schönsten entlang des Rheines. Nun konnte der Vereinsgeburtstag gefeiert werden. Am 22. August wurde der Schiffsbug auf den Namen „Rheintreue“ getauft.

1995

Hanneliese Knecht , das Mädchen, das die Vereinsfahne gerettet hatte, empfing nach 50 Jahren Dank für die Rettung der Vereinsfahne bei Kriegsende 1945.

28. Juni 1998

Am 28. Juni wurde das 75-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Der Leiter der Wasserschutzpolizei Ludwigshafen war Schirmherr dieser Veranstaltung.

2000

renovierten die Schiffer den Glockenturm auf dem Rheindürkheimer Friedhof. Das Gebälk wurde abgeschliffen und gestrichen.

2003

feierte der SVR seinen 80. Geburtstag.

2007

Mit dem Jahr 2007 endet diese Chronik. Die Mitglieder des Schiffervereins werden immer älter und Neuzugänge sind nicht zu verzeichnen. Derzeit sind wir noch 73 Mitglieder – der Verein wird in absehbarer Zeit (10-20 Jahre) aussterben.
Derzeit versucht der Vorstand eine Stiftung zu gründen, die sich weiterhin um die Mastanlage kümmert. Bei Auflösung des SVR soll das Vereinsvermögen in diese Stiftung fließen.

2008

Der Schifferverein Rheindürkheim besteht seit 85 Jahren.


Quellen

Vereinschroniken
weitere Quellen / Literatur

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