Schifferverein e.V. -Neckarsteinach
Schifferverein e.V. -Neckarsteinach
GründungslandDeutschland
StammsitzNeckarsteinach
HauptgeschäftVereine
Gründungsjahrunbekannt
aktueller Statusunbekannt
letzte Aktualisierung 2015

Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung



Schifferverein e.V. – Neckarsteinach

Der Vergleich von 1723 sicherte den Neckarsteinacher Schiffern, die in einer eigenen Zunft zusammengeschlossen waren, eine Ausnahmestellung gegenüber der überregionalen Neckar-Brüderschaft zu, die sonst alle Rechte und Pflichten der Neckarbenutzer regelte, und er schuf offensichtlich nur neuen Ärger:

 

„Die Neckarsteinacher Schiffer, ursprünglich sieben an der Zahl, vermehrten sich rasch, unterboten und verstümmelten überall die Frachten in allen Häfen und überließen es den Übrigen, die schwere Neckarbaukostenlast zu tragen“.
(H. Heiman: „Die Neckarschiffer“, 1907). Kein Wunder also, daß die Kurpfälzer auf alle nur mögliche Weise versuchten, diesen unbefriedigenden Vergleich rückgängig zu machen.

1939

Der Neckarsteinacher Schifferverein verzeichnete einen Bestand von 55 Mitgliedern mit 28 Schleppschiffen, 8 Motorgüterschiffen, 2 Schleppbooten und 7 Fahrgastschiffen.

1950

1950

Der Zweite Weltkrieg unterbricht aber die stürmische Entwicklung, viele Schiffe werden in den letzten Kriegsmonaten zerstört oder versenkt, und es dauert bis 1950, bis ungefähr der gleiche Schiffsbestand wie vor dem Krieg wieder hergestellt ist. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, daß der damalige Vorsitzende des Neckarsteinacher Schiffervereins, Friedrich Krieger II., als beauftragter Leiter der  Schiffshebeaktion in den schweren Nachkriegsjahren 88 versenkte Fahrzeuge in Neckar und Rhein wieder fahrtüchtig machte …

Schiffswerft Philipp Ebert & Söhne, Neckarsteinach

… und die heimische Schiffswerft Philipp Ebert und Söhne großes Engagement bei der Reparatur der Schiffsschäden bewies.

1955

Dann aber setzte auch bei den Neckarsteinacher Schiffern das deutsche Wirtschaftswunder ein, was sich am besten an der Umstrukturierung und Modernisierung der Schiffstypen ablesen läßt. Nun gab es nämlich in der Vierburgenstadt nur noch 8 Schleppschiffe, dafür aber schon 55 Motorgüterschiffe.

1969

Die Zahl der GMS war nun auf 75 angestiegen; hinzu kamen noch 10 weiße Fahrgastschiffe.
Zu diesem Zeitpunkt galt Neckarsteinach als eine der größten Binnenschiffahrtsgemeinden in der BRD.

1970

Die 70er Jahre aber bringen eine tiefe wirtschaftliche Krise. Die abgeschlossene Motorisierung der Schleppkahnflotte und die Modernisierung der Lade- und Löscheinrichtungen in den Häfen ermöglichen eine schnellere Beförderung der Güter. Das führt bei nahezu unverändertem Frachtaufkommen zu einem Überangebot an Schiffsraum und einem harten Preiskampf mit ausländischen Schiffseignern, die mit teilweise ruinösen Preisermäßigungen Aufträge an sich ziehen. Besonders die Holländer und Belgier, in deren Ländern die Binnenschiffahrt eine viel stärkere staatliche Förderung erhält als in der
Bundesrepublik, werden im grenzüberschreitenden Frachtverkehr zu so harten Konkurrenten, daß viele Partikuliere keine Existenzmöglichkeiten mehr für sich sehen.

1975

In Neckarsteinach wird sogar eine Notgemeinschaft der Partikuliere gegründet, die aber nur ein Jahr besteht.

1976

Zur Stabilisierung der Lage wird bundesweit eine von der EG geförderte, aber von der übrigen Schiffahrt selbst finanzierte Abwrackaktion eingeführt, d. h. die freiwillige Abschaffung unrentablen Schiffsraums wird mit hohen Prämienzahlungen belohnt. Diese Maßnahme erleichtert zwar vielen Partikulieren den Abschied vom Beruf – besonders wenn Altersgründe oder familiärer Nachwuchsmangel hinzukommen -, sie begünstigt aber auch zusammen mit dem nur innerhalb Deutschlands geltenden Festfrachtensystem die Bildung mittelständischer und großer Reedereien, während in Holland die Entwicklung genau umgekehrt verläuft und es dort heute nur noch wenige Reedereien, dafür aber umso mehr familiäre Partikulierbetriebe gibt. Mehr als jedes zweite Schiff auf Rhein und Neckar fährt heute unter holländischer oder belgischer Flagge.

1990

Verdeutlicht wird der generelle Rückgang der deutschen Binnenschiffahrt auch in den Personalzahlen: Gab es 1965 noch 24 644 Beschäftigte, so waren es 1973 noch 14 327 und 1990 nur noch etwas mehr als 6000 fahrendes Personal. Die noch verbliebenen deutschen Partikuliere haben sich zum großen Teil in Transportgenossenschaften zusammengeschlossen und lassen ihre Interessen auf politischer Ebene vom Bund der Selbständigen, Abteilung Binnenschiffahrt, vertreten. In ihrer Existenz sind sie jedoch weitgehend von der Vergabe von Aufträgen durch die Reedereien und Großverlader (z. B.
Zementwerke, Kohlekraftwerke und Stahlindustrie) abhängig.
Auch vor der traditionellen Schifferstadt Neckarsteinach hat diese Entwicklung nicht halt gemacht. Von den ehemals über 50 Partikulieren sind nur noch wenige übriggeblieben. 1990 waren zwar noch 27 Schiffseigentümer mit je einem Schiff in der Gemeinde gemeldet, aber als echte Partikuliere können davon nur noch 17 bezeichnet werden.

Goetz, Ludwig & Jacob, Neckarsteinach

Es gibt in der Vierburgenstadt zusätzlich noch zwei mittelständische Reedereien mit je 11 Schiffen, die sich beide aus familiären Partikulierbetrieben entwickelt haben. Es sind dies die Firma Ludwig und Jakob Götz, deren Anfänge seit ca. 1850 nachweisbar sind, …

… und die Firma Gebrüder Krieger, die 1991 ihr hundertstes Betriebsjubiläum feiern konnte.

2015

Keine Antwort auf schriftliche Anfrage zur Geschichte vom 13.12.2015



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