Pohl & Jozwiak, Hamburg
Pohl & Jozwiak, Hamburg
GründungslandDeutschland
StammsitzHamburg
HauptgeschäftSchiffbau
Gründungsjahr1900
aktueller Statuserloschen 1995
letzte Aktualisierung 2011

Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung


Pohl & Jozwiak Schiffswerft

15. April 1900

Heribert Pohl und Franz Jozwiak, Arbeitskollegen als 1. Schmied und 1. Maschinenbauer in einem kleinen Hamburger Werftbetrieb machten ihren Traum wahr, sie gründeten die Werft Pohl & Jozwiak. Beide mehr oder weniger ohne Kapital oder Grund kamen durch Theo Beckedorf, den Bruder eines verstorbenen Schwagers von Heribert Pohl zu einem Pachtvertrag für einen Werftplatz mit Schmiede und Werkstatt auf Waltershof im Bereich der heutigen Rugenberger Schleuse.
Am 15. April wurde mit der Arbeit begonnen und bereits im Sommer konnte ein erster Mitarbeiter eingestellt werden – im Herbst waren es bereits neben den selbst tätigen Chefs drei Mitarbeiter.

1904

In diesem Jahr entstand eine neue Schmiede. Die alte wurde Maschinenwerkstatt mit einer 3 m und einer 1 m Drehbank, einer Shappingbank und einem Schleifstein. Alte Maschinen wurden über einen Riementrieb mit einem 4 PS Petroleummotor betrieben. Auch die Slipwinde wurde auf Riementrieb umgestellt.

1905

Nun reichte der alte Motor nicht mehr aus. Eine alte Dampfmaschine mit 5 atü wurde aufgebaut.
Kontor, Magazin und Maschinenraum entstanden.
Für die Firma Strehlow wurde der erste Neubau gebaut, eine Barkasse mit den Abmessungen 11,20 x2,20 m

1906

Für Taucher Beckedorf – Theodor Beckedorf war auch 1900 derjenige der die beiden Inhaber bei der Gründung unterstützte – wurde der Bergungsdampfer „FALKE„ gebaut, dessen 1560mm dicke Holzboden bis zur Außerdienststellung im Jahre 1971 gehalten hatte.

1908

In diesem Jahr konnten einige Barkassen-Neubauten hereingenommen werden.
Baulisten-Nr. 3 eine Barkasse für H. Harms, Baulisten-Nr. 4 eine Barkasse für J.Meyer ferner unter Nr.5, 6 und 7 weitere drei Barkassen für P. Liev in Hamburg.

31. Oktober 1910

Der Werftplatz auf Waltershof musste der zu bauenden Rugenberger Schleuse wegen aufgegeben werden. Der Betrieb zog zum Tollerortweg auf einen alten Werftplatz der Fa. Emil Körner um.
Am 31.01.1910 wurde – mit einem Pachtvertrag mit der Hansestadt Hamburg auf 30 Jahre versehen – die Werft als OHG handelsgerichtlich eingetragen. (Diese Pachtdauer wurde bis zum Ende der Werft im
Dezember 1995 stets mit der gleichen Laufzeit verlängert.)

Hier konnte man nun auch größere Investitionen tätigen, so z. B. den Ankauf der Nachbarwerft Butzkowski & Körner. Danach besaßen Pohl & Jozwiak 4 Slipanlagen und 6 Helgen.

1914

Nun war die Belegschaft bereits auf 40 Mitarbeiter angewachsen und 9 weitere Neubauten ( Leichter und Barkassen ) waren abgeliefert worden. Der I. Weltkrieg unterbrach allerdings den Aufschwung.
Bis auf 14 Mann wurden alle einschließlich der Inhaber zum Wehrdienst eingezogen. Von 1915 – 1917 führte Frau Pohl mit einem älterem Meister und dem Rest der Leute den Betrieb.

1917

Beide Inhaber wurden vom Kriegsdienst freigestellt und und standen dem Unternehmen wieder voll zur Verfügung. Nach Kriegsende kam es auch noch zur Inflation, die aber auch überstanden wurde.

1922

Auf der Werft entstand die erste Patentslip mit 45 m Länge und 450 to Tragfähigkeit und sorgten für eine Erweiterung der Arbeitsmöglichkeiten.

 

Im gleichen Jahr trat Herbert Jozwiak nach Abschluss des Maschinenbaustudiums in den Betrieb ein.

1924

Es kam zum ersten Streik. Nur Veteranen, Lehrlinge und die Inhaber mit ihren Söhnen waren noch tätig. Es gelang ihnen auch, die angenommenen Reparaturaufträge fertig zustellen und die Werft über Wasser zu halten – sogar die finanzielle Lage besserte sich.

15. April 1925

Am 15.April wurde das 25 jährige Werft-Jubiläum gefeiert.

1927

Die Firma Holst stellte zwei weitere Patentslipanlagen fertig.

1929 – 1931

In den Jahren bis 1931 war wegen der Weltwirtschaftskrise und wegen des starken Eiswinters auf der Werft recht wenig Arbeit an. Es mußten Leute entlassen werden. Der Rest wurde damit beschäftigt, auf eigene Rechnung eine Kastenschute zu bauen.

1931

Pohl und Jozwiak beteiligten sich mit 51 % an dem Bergungsbetrieb Beckedorf. Diese wurde nach dem Tod von John Beckedorf von seiner Frau geführt. Nachdem Beckedorf 1912 wegen der
Köhlbrand-Regulierung Waltershof verlassen musste, waren Sie Nachbarn von Pohl & Jozwiak am Tollerort. Es erfolgte die Gründung der Beckedorf Gebr. G.m.b.H., deren Geschäftsführer Herbert
Jozwiak wurde. Eine erhebliche Belebung des Werftgeschäftes war die Folge.

1932

Mit Hans Pohl trat ein weiterer Maschinenbau-Ingenieur in den elterlichen Betrieb ein.

Franz Jozwiak verstarb in diesem Jahr und die Leitung der Werft wurde auf die Herren Pohl sen. und jun. übertragen. Der Senior übernahm die Gesamtleitung, der Junior den Schiffbau.
Der Neubeginn war keine leichte Zeit. Es war so wenig Arbeit vorhanden, daß teilweise nur 5 Stunden am Tag gearbeitet wurde. Die Situation der Hafenwerften war durch die Niedriglohnpolitik der Ober– und Unterelbe-Werften sehr schwer geworden.

1933

Es ging nun langsam durch eine neue Lohnpolitik und das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung aufwärts. Neue Leute wurden eingestellt . Eine Tischlerei, eine Schweißerei und eine Schiffbauhalle mit Schnürboden wurden gebaut. Spezialgebiet war weiterhin die Reparatur und der Umbau von Schleppern, Schuten und Kümo`s incl. Einbau von neuen Motoren. Aber auch der Neubau kam nun nicht zu kurz.

Die Hamburg–Blankenese–Este-Linie konnte als Kunde geworben werden die ihrerseits Neubau-Aufträge an Pohl & Jozwiak vergab. Nachdem man bereits 1928 MS „LORTZING“ gebaut hatte, kamen jetzt
die „RICHARD WAGNER“ und die „FRANZ SCHUBERT“ dazu.

1939

Seit Anfang des Jahres trat auch das Reichsluftfahrtministerium als Kunde auf. Dadurch konnten bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges viele Betriebsangehörige „uk“ (unabkömmlich) gestellt werden.
Das RLM bestellte 16 Flugbetriebsboote und die Taucher– und Torpedofangboote MS „LUMME“ und MS „ENTE„
Ein eigenes Konstruktionsbüro wurde in Betrieb genommen. Dazu wurde der Schiffbauingenieur Karl Schulte eingestellt.
Nun trat auch die Kriegsmarine als weiterer Auftraggeber in Erscheinung, so dass in der Folge nie ein Helgen frei blieb. Die Anforderungen die an den Betrieb gestellt wurden, waren sehr hoch .Aber es wurde alles gemeistert“.

1941

Ein neues Magazin musste erbaut werden da aufgrund der guten Auftragslage das alte aus den Nähten platze.

Am 15 September trat der erste Bombenschaden durch eine Luftmine ein, Gott sei Dank nicht groß.

1943

Der Arbeitskräftemangel war durch Einberufungen eingetreten. Das Arbeitsamt schickte zum Ausgleich „Zivilausländer“ aus den Niederlanden. Nach anfänglicher beidseitiger Skepsis wurde es aber von beiden Seiten ein vorbildliches Verhältnis. Diese Männer haben auch 1943 maßgeblich an der Beseitigung der Bombenschäden mit geholfen und sie waren es, die den Betrieb nach den Bombenschäden vom 25.Juli 1944 und 04.August 1944 wieder aufbauten. Die eigenen Leute waren zum großen Teil ausgebombt und mit eigenen Sorgen beschäftigt.

 

Vor der Brücke I erhielt das Kümo „HELENE „einen Bombenvolltreffer und sank. Am 08.April wurde der Betrieb nochmals so schwer ausgebombt, daß man praktisch von einem Totalverlust sprechen konnte.

 

Trotz der Aussichtslosigkeit begann man mit dem Aufräumen .Der Schutt wurde auf dem Wasserwege abgefahren. Im Werk II wurde in der Schiffbauhalle ein Kleinstbetrieb aufgenommen. Die Büros wurden in den beiden Garagen errichtet. Je eines für P & J und Beckedorf

1945

Dann kam die Kapitulation, der Tollerort wurde Sperrgebiet. Nach 10 Tagen waren die ersten Schwierigkeiten überwunden. Der Wert der Reichsmark war erhalten und damit plante man den Wiederaufbau. Allerdings sagte Hans Pohl Jahre später „ Wenn man sich über die Kosten ein echtes Bild hätte machen können, wäre der Betrieb nicht wieder entstanden „

1945

Wiederaufbau des Magazin, des Tischlereilager und des Slip V

1946

Wiederaufbau der Zimmerei, der Schmiede und der Schlosserei

1947

Wiederaufbau einer Schiffbauhalle, des Belegschaftsraumes, der Zentrale und der Schweißerei In der Wiederaufbauzeit wurden außer den vielen Reparaturen auch 6 verbliebene Flugbetriebsbootrümpfe als Privatbarkassen fertig gebaut und an die Ewerführereien verkauft.

Besonders gelungen der Neubau des Schleppers „OST“ für die Fa. Sötje……Neubauten waren bei der Militärregierung nicht erlaubt. Da schlug P&J den Alliierten ein „Schnippchen“ – aus dem von Beckedorf geborgenen „Schrotthaufen“ des Dampfer „STEINHÖFT“ wurde unter Verwendung des gegossenen Achtersteven und 2 Schweinskopfplatten eine Großreparatur gemacht. So und ähnlich musste man sich damals helfen.

1948

Wiederaufbau der mechanischen Werkstatt

1949

Theodor Buschmann GmbH & Co KG

Nun wurden noch Restarbeiten an den Gebäuden vorgenommen. Die Grundfläche der erbauten Gebäude betrug 1702 qm, der umbaute Raum 8785 cbm und es wurden 3.100 Meter Elektrokabel verbaut.
Ein glücklicher Zustand war die Umsiedelung der gleichfalls ausgebombten Schiffswerft Lührs auf das Nachbargrundstück der Werft Th. Buschmann. Diese zog zum Reiherstieg in einen neuen Betrieb um. Bei P & J entstand nun ein einheitlicher Betrieb, statt der vorherigen Werke I und II. entstand jetzt ein geschlossenes Werkgelände. Größtes Hindernis allerdings war der Mangel an Baustoffen und das zeit- und kraftraubende Verhandeln mit zuständigen und nicht zuständigen Instanzen. Arbeitsmäßig wurde auf die eigene Belegschaft zurückgegriffen .Jedermann lernte mauern und das mit Ehrgeiz.
Die Fa. Beckedorf half bei den Unterwasserarbeiten. Ohne ihre Hilfe wäre die Instandsetzung der Slipanlagen nicht möglich gewesen

1950

Nun konnte man den Wiederaufbau der Werft Pohl & Jozwiak als vollendet betrachten Gleichzeitig trat Pohl & Jozwiak aus der Fa. Beckedorf aus. Die Nachfolgegeneration konnte den Betrieb alleine führen. Herbert Jozwiak wurde nach dem Austreten bei Beckedorf Geschäftsführer bei P & J.
Pohl & Jozwiak beschäftigte in diesem Jubiläumsjahr – 50Jahre – bereits wieder 200 Mitarbeiter. Zwischen 1950 und 1988 haben ca. 600 Jugendliche bei P & J eine Ausbildung erfahren. Fast alle mit gutem Erfolg. Einige haben es sogar bis in die Vorstands Etage von Großkonzernen geschafft.
Zwischen 1950 und 1959 wurden noch etliche Neubauten fertiggestellt, unter anderem 3 Hadag-Fährschiffe, 2 Lotsenversetzboot für die Lotsenstation Finkenwerden, ein Kümo für Dänemark und die Ms „HEILBRONN“ sowie die MS „HANSESTADT HAMBURG“ für die inzwischen gegründete Poljo Reederei gebaut.

1959

Nun hatte allerdings der Reparaturbereich immer mehr die Oberhand gewonnen, so dass man sich entschloss den Neubau aufzugeben und sich nur noch der Reparatur zu widmen. Der Betrieb war für den modernen Sektionsbau sowohl von den Platzverhältnissen als und der Ausstattung nicht geeignet, außerdem waren die großen Hamburger Schleppreedereien wie Bugsier, Lütgens & Reimers, Petersen.& Alpers, Ernst Meyer inzwischen zu Hauptkunden geworden. Diese Firmen stellten große Ansprüche in Bezug auf Termin und Qualität. Die Bugsier hatte beispielsweise mehr als 40 Hafen- und Bergungsschlepper, die fast ausschließlich von P&J gewartet wurden. Jede Woche ein Schlepper, egal wie groß der Wartungsumfang war.

17. Februar 1962

Am 17. Februar wurde Norddeutschland von der „großen Sturmflut“ heimgesucht – auch Hamburg. Aufgrund der Vorhersagen hatte man sich auf eine erhöhte Flut eingestellt. Schiffe auf der Slip wurden gesichert, das Material im Magazin und den Werkstätten hochgestellt. Um 19,00Uhr wurde von einer Sturmflut von ca 2,50 m über mittlerem Hochwasser gesprochen. Mit diesem Pegel hatte man nach den vorangegangenen Meldungen nicht gerechnet. Aber von Hochwasser Warnung keine Spur !! – lediglich das an der Unterelbe Deichbruchgefahr bestand. Man wollte Wir wollten dennoch den Motor der Slipwinde hochbringen und schafften es auch bis unter die Decke. Allerdings stand man da schon bis zum Bauch im Wasser. Die Flut stand schon über einen Meter hoch im Betrieb.

Die Mitarbeiter schleppten Sandsäcke vor die Werkstattüren und versuchten eindringendes Wasser mit Pumpen zu entfernen. Gegen 22,00 Uhr flüchtete man sich ins Büro. Das Wasser kam immer höher und immer noch keine Meldung im Radio. Die auf Slip liegenden Fahrzeuge kamen in Gefahr. Die Bugsier Reederei wurde gebeten einen Schlepper zu schicken um die Fahrzeuge von der Slip zu ziehen. Das Personal wollte dann vom Köhlbranddeich an Bord gehen, da aber stand das Wasser bereits auf der Deichkrone. Also ging es zurück ins Büro. Inzwischen stand der Heizungskeller unter Wasser und damit auch unser Telefonverteiler. Die E-Zentrale war auch abgesoffen, also kein Strom, kein Telefon. Im Büro stand das Wasser im Erdgeschoß ca 20 cm hoch. Nun wurde es Zeit sich um die PKW`s kümmern. Die Wagen wurden auf Pallholz aufgebockt und waren erst einmal sicher. Im Rundfunk hörte man immer noch lediglich Meldungen über die Unterelbe. Inzwischen stand über 6,00 m Wasser in Cuxhaven, aber immer noch keine Warnung für Hamburg. Man konnte nur noch abwarten, daß das Wasser fiel. Um 3,00 Uhr nachts war die Straße dann trocken. Der Fahrer fuhr los um Hilfskräfte zu holen. Die Ausharrenden machten sich daran, alle nass gewordenen E –Motore auszubauen, um sie zu trocknen.

 

Gegen 6,30 Uhr kam Herr Pohl auf der Werft auf. Er kam aus der Heide und hatte nichts gehört von dem Unglück. In Neuhof wollte die Polizei ihn aufhalten und erst da bekam er mit ,was sich wohl abgespielt hatte. Herr Pohl fuhr sofort nach Wilhelmsburg zur Firma Elektro-Peters um alle Trockenöfen zu reservieren. Das klappte. Das Personal wechselte sich ständig ab, damit man sich auch um zu Hause kümmern konnte.
Am Mittwoch den 22,02,1962 lief der Betrieb wieder…..

1. Oktober 1965

Am 1.10 1965 wurde Herr Ernst Wernicke gleichberechtigter Mitinhaber.
Nach der Flut kam die Baggerei in Schwung. Die Deiche mussten erhöht werden. Ein Dock fehlte immer mehr…

1968

Im Frühjahr bekam man einen Hinweis – in Rostock sollte bei der Neptunwerft ein Dock verkauft werden. P&J bemühte sich und bekamen den Zuschlag. Mit DDR Schleppern kam das Dock nach Hamburg und wurde sofort betriebsfähig gemacht. Allerdings brauchte man nun die Genehmigung der Hansestadt zum Ausbaggern der Dockgrube, wobei es mit den Behörden nur Schwierigkeiten gab. Der Boden im Kohlenhafen war nicht geeignet hieß es. Zu viel Schlick. Auf eigene Kosten wurde eine Probebaggerung gemacht und siehe da, der Boden „stand“. Wahrscheinlich war bei einigen Beamten schon die Zuschüttung des Kohlenschiffhafens im Hinterkopf. Aber man bekam dann doch die Genehmigung. …… und am 1 Oktober wurde das erste Fahrzeug gedockt. Es war der Saugbagger „HELGOLAND“ mit 1.300 to Wasserverdrängung – genauso groß war die Hebefähigkeit des Docks. Man habt ihn hoch bekommen, wenn auch mit ausfeudeln des Restwasser …

4. Juni 1974

Am 04. Juni traf die Werft ein schwerer Schlag – Hans–Herbert Pohl starb an den Folgen eines Herzinfarkts…

Die Geschäftsleitung mußte daraufhin neu aufgestellt werden :
Geschäftsführung Ernst Wernicke
Betriebsleitung Jürgen Arndt
Herbert Jozwiak übte weiterhin eine beratende Tätigkeit aus.

1978

Werftgelände - Pohl & Jozwiak

Werftgelände nach 1978 – Pohl & Jozwiak – Photo: Hans Gerson – Lizenz : CC BY-NC-ND 3.0 DE


 

Aufgrund guter Beziehungen konnten P&J ein Dock mit gleichen Abmessungen wie das vorhandene aber mit annähernd doppelter Hebefähigkeit von Blohm & Voss angekauft und mit dem vorhandenen Dock
gekoppelt werden. Eine Kaianlage von 120 m Länge entstand. Kräne und Montageplätze kamen hinzu und für den Zugang zur Dockanlage wurde eine durch Taucher Beckedorf in Entenwerder ausgebaute Straßenbrücke angekauft. Sie wird als Zugang zum Dock eingesetzt.
Auf dem Gelände an der neuen Kaimauer entstand eine neue Schiffbauhalle mit 5 to Deckenkran sowie im Freigelände davor ein Montageplatz mit 10 to Portalkran. Die Reparaturen nahmen zu. Durch das Neue Dock konnten nun auch die Hochseeschlepper gedockt werden.

1979

Die Deutschen Baggerfirmen expandierten ins Ausland, nach Dänemark, dem Irak, nach Nigeria und
in den Kongo.
Baggerumbauten jeder Art wurden durchgeführt. P&J hatte nach der LMG in Lübeck allmählich die größte Erfahrung im Nassbagger- Bau- und Umbau. Manches interessante Objekt kam zur Reparatur und Umbau an die Werft. Einer der wichtigsten Kunden wurde die Gruppe Bilfinger & Berger. Spektakulär der Umbauauftrag des Eimerketten-Baggers „PREUSSEN“ zum Saugbagger… Das Umbau-Angebot lautete auf 950.000 DM bei einer Umbauzeit von 6 Wochen. Der Auftrag wurde gegen Barscheck angenommen und der Termin eingehalten. Das Fahrzeug hieß nach dem Umbau „JÜTLAND“ und wurde nach Nigeria verschifft. Neben diesem hervorgehobenen Auftrag wurden für die Firmen Bilfinger & Berger und Ph. Holzmann viele Seeverladungen auf große Pontons durchgeführt. Sogar nach Nigeria wurde ein größerer Mitarbeiterstab entsandt. Sie haben vor Ort den Cutterbagger „HELGOLAND“ wieder klassefähig gemacht sowie Reparaturen an anderen Fahrzeugen ausgeführt. Zum Bearbeiten der schweren Bauteile wie Turasse, Baggerpumpen und Steinkästen wurde vor Ort ein 18 to Schwimmbock gebaut.
Speziell für die Baggerei wurden in Hamburg schwere Arbeitsboote, kleine Baustellenversorger und Baggerschuten entwickelt und gebaut

Dezember 1979

Im Dezember verstarb Herbert Jozwiak – Ernst Wernicke wurde nun Alleininhaber von Pohl & Jozwiak.

1983

In diesem Jahr kam dann der große Einbruch. Die Deichbauarbeiten auf der Elbe waren fertig gestellt. Bilfinger verkaufte die Naßbaggerei nach Holland und auch die großen Schleppreedereien verringerten ihren Schiffspark. In diese Zeit fielen größere Aufträge für das Wasser- und Schifffahrtsamt Cuxhaven u.a. der Umbau der MS „SCHARHÖRN“. Auch vom DHI gingen Aufträge an P&J – allerdings immer über öffentliche Ausschreibungen. Da hatte man dann gegen strake Konkurrenz anzukämpfen, wie Blohm & Voss, die Norderwerft oder Sietas.
Man kam nun auch ins Geschäft „mit den Isländern“. Reparatur und Umbau von Trawlern und Fischdampfern. Der Umsatz stieg innerhalb eines Jahres von 10 Mio. auf 15 Mio. Das war dann auch der Anfang vom Ende … Die Kapitaldecke war zu dünn, die Hansestadt gab keine Bürgschaften und auch die Hausbank ließ P&J im Regen stehen.

15. März 1988

Mahnwache Pohl & Jozwiak

Mahnwache – Pohl & Jozwiak – Photo: Hans Gerson – Lizenz : CC BY-NC-ND 3.0 DE


 

Eine verzögerte Zahlung der Isländer leitete das Ende trotz voller Auftragsbücher ein. Die Bank kündigte die Kredite – Am 15. März wurde Konkursantrag gestellt. Konkursverwalter wurde Dr. Gerd Weiland, der den Betrieb weiter in Gang hielt. Die Belegschaft bekam Konkursausfallgeld, nur die Geschäftsleitung ging erst einmal leer aus.

Nun ging die Belegschaft auf die Straße. Zeitung ,und Fernsehen wurden mobilisiert, es folgten die Besetzung des Rathauses, Mahnwache vor dem Amt für Wirtschaft usw. Unterstützung und Hilfen von Eberhard Möbius und anderen prominenten Bürgern und Unternehmen trugen dazu bei, daß der Betrieb zunächst weitergeführt werden konnte. Im Juli saß man zunächst wohl einem Betrüger auf, aber im September gab es einen Lichtblick – Dr, Norbert Henke übernahm das Unternehmen. Dank Dr. Henkes Beziehungen wurden Sektionen und Schwerkollis für die Vulkanwerft gebaut und auch die alte Kundschaft sorgte weiter für Arbeit.

1993

Leider mußte Dr. N. Henke den Betrieb wegen einer schweren Krankheit abgeben und der Bremerhavener Unternehmer und Investor Dieter Petram ( in Verbindung mit Heinrich Rönner) übernahm die Werft …. und der schaffte den Ruin….. in der Petram-Geschichte einer von etlichen………. Con-Mar in Brake, die Elbe-Werft in Boizenburg, SET in Tangermünde etc.
Man ließ sich u. a. von der Hansestadt Hamburg überreden auf einen Teil des Blohm & Voss Geländes umzuziehen, ohne Kaimauer und die Docks verblieben am Tollerort…Dafür erhielt man  knapp 5 Mil. DM Entschädigung bei einem bestehenden Pachtvertrag bis zum Jahre 2017. Einhellige Meinung der Mitarbeiter : Dümmer kann man nicht sein ,wenn man das annimmt.

Dezember 1995

Im Dezember musste erneut und endgültig Konkurs angemeldet werden.

1996

Nun wurde mit dem Abbruch der Anlagen begonnen und 2003 war nichts mehr von der alten Hamburger Traditions-Werft Pohl & Jozwiak zu sehen.


Quellen

Ernst Wernicke in www.alt-wilhemsburg.de (viele weitere Bilder aus der Werftgeschichte) Stand: 2020 noch vorhanden

weitere Quellen / Literatur


Zusammenhang


Bei Firmen zu denen Flaggen von Partnerunternehmen, Nachfolgeunternehmen oder anders verbundenen Firmen verfügbar sind, werden hier die entsprechenden Verknüpfungen angezeigt.


Hinweis

Markennamen und Warenzeichen

Diese Website ist privat und nicht kommerziell. Markennamen und geschützte Warenzeichen sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber. Die Nennung von Markennamen und geschützter Warenzeichen hat lediglich beschreibenden Charakter. Genannte Marken stehen in keinerlei Partnerschaft oder Kooperation zu Marcollect.de. Weitere Informationen können Sie unseren Informationen zum Datenschutz entnehmen.


Unterstützung

… hier fehlen noch Informationen

Die Inhalte dieser Website wurden zeit seines Lebens von meinem Vater aus den unterschiedlichsten Quellen zusammen getragen. Da sich unsere Welt deutlich schneller entwickelt, als ein Einzelner die Zusammenhänge erfassen, geschweige denn niederschreiben und aktualisieren kann, sind viele Beiträge noch ausbaufähig. Sollten Sie zu diesem oder einem anderen Beitrag Ergänzungen oder Korrekturen haben, freue ich mich über eine Nachricht. Weitere Informationen zu möglichen Unterstützungen finden sie in den F.A.Q.


Hinweis

Link auf externe Website

Diese Seite enthält einen oder mehrere Links auf externe Websites. Für die Inhalte und die Rechtskonformität externer Websites sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Sollte/n die verlinkten Seiten gegen geltendes Rechts verstoßen bitte wir um einen Hinweis darauf. Wir werden den/die Link/s dann umgehend entfernen. Weitere Informationen können Sie unseren Informationen zum Datenschutz entnehmen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

5 × drei =