Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer GmbH & Co. KG
Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer GmbH & Co. KG
GründungslandDeutschland
StammsitzHamburg
HauptgeschäftSeeschifffahrt / Schlepper
Gründungsjahr1907
aktueller Statusaktiv
letzte Aktualisierung 2018

Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung


Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer GmbH & Co. KG

Petersen & Alpers, Hamburg

Jean Louis Meyer (*6.7.1872) war viele Jahre zur See gefahren, zuletzt, bevor er in seine Heimat zuzrück kehrte bei der britischen Elder, Dempster Line. In Hamburg nahm er eine Anstellung als Schiffsführer im Bereich Hafen/Unterelbe an.
Vater Peter August Meyer war ebenfalls Schiffsführer, bei Petersen & Alpers. Peter August’s ältere Schwester war ihrem Jugendfreund Johann (Jan) Petersen verheiratet, zunächst Mitinhaber, nach dem Ausscheiden Andreas‘ Alpers (1879) Alleininhaber des 1797 gegründeten Schleppbetriebes Petersen & Alpers. Auch Jean Louis Meyer ging zu P&A als Schiffsführer. Es ergab sich, dass es über mehr als 100 Jahre immer wieder zu geschäftlichen Verflechtungen kam, die für beide Unternehmen vorteilhaft waren…….Der 1881 fertiggestellte Schlepper JAN gehörte zu je 50 % Jan Petersen und Jean Louis Meyer, an der 1893/1899 gegründeten Petersen & Alpers Dampf & Bugsiergesellschaft war Vater Peter August Meyer beteiligt. Nach Peter August’s Tod verwendete Jean Louis das Erbteil zum Aufbau der eigenen Reederei.

15. Juli 1907

Jean Louis Meyer gründete – zusammen mit den Gesellschaftern Kröpke und Gaede – am 15. Juli das Bugsierunternehmen Kröpke & Co. Die Schlepper FLINK, FLOTT, SMART und EDITH bildeten die erste eigene Flotte. Am Baumwall 14 bezog man das Kontor.

1908

Schon ein Jahr nach Firmengründung war der Bugsierbetrieb so gewachsen, dass weitere Schlepper – HURRAH und PETER AUGUST hinzu gekauft wurden.

1909

Nachdem die Gesellschafter ausgeschieden waren übernahm Jean Louis Meyer allein die Geschicke der Firma. Er arbeitete selbst als Schiffsführer mit.

25. Mai 1912

Am 25. Mai wurde die Firma umbenannt in „Neue Dampfschleppschiffsreederei Louis Meyer“ – ein konsequenter Schritt für die weitere Entwicklung. Mit dem Kontor siedelte man ins Karpfangerhaus an den Vorsetzen 35 über, wo auch die private Wohnung lag. Die Schlepper hatten – in Sichtweite – ihren Liegeplatz direkt gegenüber, beim Jonas an der Innenkante der Überseebrücke, dem heutigen Dreiangel.

1913

Die Seeschiffe wurden immer größer und damit verbunden aus stärkere Schlepper gebracht. Mit den bisherigen 80 – 100 PS war nicht mehr auszukommen. So ergänzte nun – nachdem vorher schon der Schlepper WALTER erworben war EDITH (II) mit 325 PS die kleine Flotte als Flaggschiff.

1921

Louis Meyer’s Sohn Walter, damals 16 Jahre, trat in die Firma ein um im kaufmännischen Bereich zu lernen. Es war eine vorausschauende Entscheidung des Vaters.

Januar 1929

Jean Louis Meyer, der Firmengründer und über 20 Jahre der Motor des Unternehmens starb im Januar dieses Jahres. Inhaberin wurde seine Frau Katharina. Der engste Mitarbeiter, Hinrich Mewes übernahm zunächst die Geschäftsführung. Zusammen mit Sohn Walter Meyer wurde das Geschäft im Sinne des Vaters weiter geführt.

1933

Die Weltwirtschaftskrise traf auch den Hamburger Hafen schwer. Erst ab etwa 1933 trat eine Besserung ein, so dass auch die Assistenzschlepper besser ausgelastet werden konnten.

1935

Die Gegebenheiten – jetzt vorwiegend bei der Assistenz von Seeschiffen – machten es notwendig, sich von den schwächeren Schiffen zu trennen und Schlepper mit stärkeren Maschinen zu beschaffen – so ERNST I, HINRICH und LOUIS. Mit jeweils 350 PS hatten diese Schlepper für damalige Zeiten beachtliche Leistungen.

1936

Petersen & Alpers , Lütgens & Reimers, Fairplay und die Neue Schleppdampfschiffahrtsreederei Louis Meyer sichern sich gegenseitig Hilfe bei der Ausführung von Schleppeinsätzen zu.

1939

Ernst Meyer wurde zum Militär einberufen und manch harter Schlag traf das Unternehmen, so wie alle anderen auch.

1941

Schlepper HINRICH strandete beim Marine-Einsatz auf Scharhörn und ging verloren.

1945

Das Kontor am Vorsetzen wurde durch Bomben völlig zerstört. Schlepper PETER AUGUST war nach Bombentreffer nicht mehr einsatzfähig. Schlepper LOUIS wurde nach jahrelangem Einsatz bei der Kriegsmarine im Ostseeraum in Stettin gesprengt.

 

Nach Beendigung des Krieges begann der Neuanfang auf einem Ponton an Fähre VII. Der Betrieb musste weitergehen. Die Brüder Walter und Ernst sorgten dafür, nachdem Herr Mewes ausgeschieden war. Verblieben waren die Schlepper WALTER, EDITH, ERNST und der  angeschlagene PETER AUGUST.

1946

Der von den Engländern eingesetzte „Port Controller veranlasste die Schleppreedereien, sich zu einer „Tug-Union“ zusammenzuschließen. Diese war Ausgangsbasis für den späteren Zusammenschluß mit Lütgens & Reimers, Petersen & Alpers , Fairplay und Louis Meyer zur „ Arbeitsgemeinschaft der Schleppdampfschiffsreedreien für den Hafen Hamburg “.

1951

Walter Meyer starb und sein Bruder Ernst führte das Geschäft allein weiter.

1952

Hans E. W. Berndt

Die vier Hamburger Schlepp- und Assistenz-Reedereien Petersen & Alpers, Lütgens & Reimers, Fairplay und die Neue Schleppdampfschiffahrtsreederei Louis Meyer  schlossen sich zur ARBEITSGEMEINSCHAFT DER SCHLEPPDAMPFSCHIFFS-REEDEREIEN FÜR DEN HAMBURGER HAFEN zusammen.
In Konkurrenz zur AG trat die BUGSIER zunächst mit Hans E. W. Berndt zusammen auf. Später zog sich Berndt wieder auch sein angestammtes Gebiet, den Kohlenhandel und die Kohlenfahrt zurück und die BUGSIER setzte die Seeschiffsassistenz allein fort.

1956

Umwandlung in eine KG mit Frau Katharina Meyer als PhG – Sohn Ernst wird Kommanditist.

1961

Nachdem in den vergangenen Jahren die Schlepper JEAN LOUIS und PETER AUGUST angekauft worden waren, folgten nun AMALIE und ERNST II – letzterer mit stolzen 980 PS.
Aber die Zeit der Dampfschlepper war abgelaufen – das Oel trat an seine Stelle und mancher Seeschiffskapitän lehnte die Dampfschlepper ab, da diese ihre Schiffe schwärzten. So wurde nach und nach auf Dieselmotorenbetrieb umgestellt und die Motorleistung erhöht.

1970

Ernst Meyer – der seit 1966 auch Geschäftsführer bei Fairplay war – starb. Seine Frau, seit Jahren im Unternehmen tätig, übernahm die Geschäftsführung.

1974

John Reimer Kohlsaat – ein Enkel des Gründers – wurde zum Geschäftsführer bestellt. Er war nach 18jähriger Seefahrtzeit in die Firma eingetreten. Als Ersatz für ERNST II wurde ERNST III gekauft und auf Oel umgerüstet.

1979

Schottelschlepper JOHN, ein Neubau auf eigene Rechnung, wird in Dienst gestellt.

15. Juli 1982

Die „Neue Dampfschleppschiffsreederei Louis Meyer“ feier 75-jähriges Jubiläum

16. Oktober 1996

Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer bzw. deren Holding Ernst Meyer GmbH und Petersen & Alpers gründen zu gleichen Teilen in Klaipeda/Litauen eine neue Firma – TOWAGE & MARINE Assistence UAB. Zum Einsatz kamen zunächst die Schlepper TAK 1 bis 5, Schon bald wurde aufgestockt, da der Bedarf ständig wuchs. Geschäftsführer : JAN Kohlsaat – Sohn von John-Reimer Kohlsaat.

1999

Wie schon 100 Jahre zuvor teilen sich auch jetzt Petersen & Alpers und Louis Meyer auch in Hamburg wieder einen Schlepper – MS HANS.

2007

100jähriges Bestehen der Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer GmbH & Co.
Mittlerweile werden in Klaipeda und St. Petersburg insgesamt 9 moderne Schlepper eingesetzt.

3. Mai 2011

Geschäftsführer Jan Kohlsaat (52) kommt am 3.Mai bei einem schweren Verkehrsunfall in Litauen ums Leben.

2017

Das Bundeskartellamt hat Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 13 Mio. Euro gegen drei Hafenschleppdienstleister und deren Verantwortliche verhängt.
Bei den Unternehmen handelt es sich um die Fairplay Schleppdampfschiffsreederei Richard Borchard GmbH, Hamburg, die Bugsier-, Reederei- und Bergungs GmbH & Co. KG, Hamburg, und die Petersen & Alpers GmbH & Co. KG, Hamburg. Gegen das ebenfalls an den Absprachen beteiligte Unternehmen Unterweser Reederei GmbH sowie dessen Tochtergesellschaft Lütgens & Reimers GmbH & Co. KG wurde kein Bußgeld verhängt, weil sie das Kartell gegenüber dem Bundeskartellamt aufgedeckt hatten. Gegen das Unternehmen Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer GmbH & Co. KG, das inzwischen aus dem Markt ausgetreten ist, wurde aus Ermessensgründen kein Bußgeld verhängt. Die Ermittlungen gegen ein weiteres Unternehmen sind noch nicht abgeschlossen.

2018

Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchard GmbH

Juli: Der Rückgang des Umschlaggeschäfts im Hamburger Hafen macht nun auch den Schlepperbetrieben zu schaffen. „Es gibt deutlich weniger Aufträge“, sagte der Geschäftsführer der Reederei Fairplay Towage, Walter Collet, im Gespräch mit dem Abendblatt. „Hinzu kommt ein ruinöser Preiswettbewerb. Zum Teil sind die Raten so gering, dass Schleppaufträge Verluste produzieren.“
Die Unternehmen Petersen & Alpers ebenso wie Louis Meyer haben ihre Schleppaktivitäten eingestellt und die Schiffe an Fairplay verchartert,


Quellen

weitere Quellen / Literatur



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