Flender Werke AG, Lübeck
Flender Werke AG, Lübeck
GründungslandDeutschland
StammsitzLübeck
HauptgeschäftSchiffbau – See
Gründungsjahr1917
aktueller Status2006 gestrichen aus dem Handelsregister
letzte Aktualisierung 2008


Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung

Flender Werke AG, Lübeck

Flagge aus den 90er Jahren

Flender Werke AG, Lübeck

Flagge ab ca. 1973

Flender Werke AG, Lübeck

Urflagge


Flender Werke AG

H. August Flender, der Gründer der LÜBECKER FLENDER WERKE und auch ihr erster Generaldirektor, hatte als 17jähriger die kaufmännische Hochschule in Köln und anschließend eine kaufmännische Lehre in Bremen absolviert.
Seine weitere Fortbildung erlangte er in England und in Belgien.
Unter seiner Leitung entwickelte sich sein vom Vater ererbtes Werk, die Firma Brückenbau Flender AG, Benrath, zu einer der bedeutendsten Brücken- und Stahlbaufirmen des Kontinents.
Stellvertretend für die vielen Bauwerke, die seinerzeit entstanden, seien nur die Hallen des Hamburger Hauptbahnhofes, die Luftschiffhalle in Friedrichshafen (Bodensee) oder die Freihafen-Elbbrücke in Hamburg erwähnt.

1914

1914 nahm Brückenbau Flender AG, Benrath als weiteren Fertigungszweig den Schwimmdockbau hinzu. Um eine rationelle Fertigung solcher Objekte sicherzustellen, tauchte bald der Gedanke einer
werkseigenen Montagestelle im Küstenbereich auf.

1917

wurde er durch den Kauf eines Grundstückes von 380.000 qm vom Lübecker Staat auf halber Strecke zwischen Lübeck und Travemünde verwirklicht.

1926

Flender Werke AG, Lübeck

wurde die Werft eine selbständige Aktiengesellschaft.
Logo und Flagge blieben ein rotes LFW im roten Kreis auf weißem Tuch In den Jahren der Weltwirtschaftskrise ging die Zahl der Beschäftigten auf knapp 100 zurück, um sich dann in der zweiten Hälfte der 30er Jahre wieder kontinuierlich zu erhöhen und im 2. Weltkrieg auf einen neuen Höchststand von ca. 3.500 Arbeitnehmern zu steigen. (Diese wurde in den Jahren 1957/58 mit über 4.000 Mitarbeitern noch übertroffen.)

1939

Von der Kriegsmarine erhielt die Werft Aufträge zum Bau von U-Booten und einzelnen Sektionen für den neuen U-Bootstyp XXI. Zusammen wurden 42 bei den Flender-Werken gebaute U-Boote von
1940 bis 1944 in Dienst gestellt.

1944

wurde im Konstruktionsbüro der Werft ein kleines Einmann-U-Boot entwickelt. Das bereits am 15. März 1944 fertiggestellte Probeboot machte bei der Vorführung vor Fachleuten des OKM großen Eindruck. Unter dem Namen „Biber“ wurden 324 Boote bis November 1944 bei verschiedenen Firmen gebaut. Gegen Kriegsende wurde dieser Typ zum Typ Biber III weiter entwickelt.

1949

Wiederaufbau und Neubeginn als Schiffswert und Stahlbauunternehmen. In den 50er Jahren zählte die Flender-Werft mit bis zu 4000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern in Lübeck.

1973

Flender Werke AG, Lübeck

Seit dem Dezember firmiert die Werft unter dem Namen FLENDER WERFT AG Gleichzeitig wurde das Unternehmens-Logo in FW geändert – ebenfalls auf weissem Tuch ein rotes FW (unter Wegfall des L.)

1975

Aufgrund der Schiffbaukrise musste die Belegschaft immer mehr reduziert werden.

1979

Mehrheitsbeteiligung an der Firma Ladenbau Weimann GmbH.
Der Betrieb wurde 1994 am Rande Lübecks, in Selmsdorf, neu errichtet und modern ausgestattet. Diese Firma ist Hauptzulieferer großer Warenhäuser und gilt u.a. als leistungsfähige, kompetente Zulieferfirma im Schiffsmöbelbau.

1990

Flender Werke AG, Lübeck

Bis April lag die Aktienmehrheit bei der Commerzbank und der Dresdner Bank. Dann erfolgte die Übernahme der Anteile durch die Bremer Vulkan-Gruppe, – unter Änderung der Hausflagge von weiß/rot in blau/weiß – gefolgt von einer zweistufigen umfassenden Modernisierung aller Bereiche.

1996

Bremer Vulkan AG

Der Konkurs des Bremer Vulkan im Frühjahr hat die Existenz der Flender Werft AG nicht gefährden können. Die Anteile wurden von einem Investorenkreis und dem Werft-Management übernommen.

1997

Fertigstellung einer 250 m langen Schiffbauhalle. Auf einem 260 m langen und 46 m breiten Helgen können Schiffe bis zu 150.000 tdw und Schwimmdocks jeder Größe gebaut werden.

2002

Nach den drastischen Kapazitätseinschränkungen in den 80er Jahren bei allen deutschen Werften
verfügt die Werft in 2002 über 800 qualifizierte Arbeitskräfte.
Insgesamt wurden bis Mitte des Jahres ca. 700 seegehende Schiffe und Schwimmdocks an Kunden weltweit abgeliefert – Containerschiffe, RoRo-Schiffe, Passagierschiffe, Bulkcarrier, Autotransporter, Tanker, Fährschiffe, Kühlschiffe sowie Spezialschiffe aller Art.
Im Juni stellte die Werft selbst einen Insolvenzantrag nachdem man über zwei Aufträge für die griechische Reederei Attica Enterprises, den Betreiber der SUPERFAST-Ferries, ins Trudeln geraten war. (Zuvor hatte bereits HDW über derartige Aufträge Verluste eingefahren, die im 2- vielleicht sogar 3-stelligen Millionenbereich liegen sollen.) Beim Stapellauf der ersten Fähre, war von diesen Problemen noch keine Rede gewesen.
800 verbliebene Arbeitsplätze fielen weg. Das letzte Schiff war die ferrostaalNorröna für die Faröer Inseln. Damit endete auch die 120-jährige Geschichte des Eisen- und Stahlschiffbaus in Lübeck.

Teile der insolvent gewordenen Flender Werft in Lübeck werden in den Iran verschifft. Den Auftrag über 3500 Tonnen erhielt das Hamburger Unternehmen Alfons Köster, Global Freight Logistics. Der Transport lief zunächst per Binnenschiff von Lübeck nach Hamburg. Dort übernahm die „Panama Express“ die Ladung.

Mai 2003

Im Mai gingen in der letzten Lübecker Reparaturwerft endgültig die Lichter aus und 800 Arbeitsplätze in der Hansestadt Lübeck verloren.

2004

Der Lübecker Reeder Hans Lehmann übernahm das Werftgelände für Lager und Umschlagszwecke. Mit Landesunterstützung wurde hier ein ConRo-Liegeplatz von 205 m Länge erstellt.

2006

Die Flender Werft wurde im Jahr 2006 endgültig aus dem Handelsregister gestrichen.


Quellen

weitere Quellen / Literatur



Zusammenhang


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