Cassens Werft GmbH
Cassens Werft GmbH
GründungslandDeutschland
StammsitzEmden
HauptgeschäftSchiffbau – See
Gründungsjahr1875
aktueller Statusseit 10.5.2019 in Liquidation
letzte Aktualisierung 2020

Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung


Cassens Werft GmbH

Der Schiffbau in Emden findet erstmals 1472 Erwähnung. Der erste Standort der Cassens-Werft geht auf eine Gründung aus dem Jahre 1682 zurück, als man dieses Areal dem Großen Kurfürsten zur Anlage der sogenannten „BRANDENBURGER WERFT“ zur Verfügung stellte. Nach einem Eignerwechsel 1751 hieß die Werft „ZUM PREUSSISCHEN ADLER“, bis sie

1875

von dem aus Ihlowerfehn stammenden Schiffbaumeister Cassen Cassens und dem Emder Schiffbaumeister Klattendorf erworben wurde und den Namen CASSENSSCHE WERFT erhielt.

1881

lieferte sie mit einer 169 BRT großen Schonerbrigg ihren ersten Neubau. Ab Mitte der achtziger Jahre baute sie zwei bis vier Segellogger jährlich, später solche mit Dampfantrieb und Besegelung. Gaffel- und Lotsenschoner sorgten gelegentlich für Abwechslung.

1902

Westfälische Transport AG (WTAG)

Umzug an den heutigen Standort die Umstrukturierung von der reinen Holzschiffswerft zur industriellen Stahlschiffswerft mit Maschinenbau, ohne die handwerkliche Prägung ganz aufzugeben.

 

Der 1899 eröffnete Dortmund – Ems – Kanal sorgte nicht nur für neue Kundenkreise, sondern nach dem ersten Weltkrieg auch für eine Partnerschaft. Die als Verkehrsträger für den Dortmund-Ems-Kanal gegründete Westfälische Transport AG (WTAG) nutzte die Cassens Werft als Reparaturbasis für ihre mehr als 100 Schiffe umfassende Kanalflotte.

1936

Ankauf eines Schwimmdock aus Stettin – 1000 to Hebefähigkeit.

1945

Das durch Kriegsweinwirkung zerstörte 1.000-to-Dock konnte nach Reparaturen wieder in Betrieb genommen werden.

1956

platzierte die WTAG, die im gleichen Jahr auch Alleineigner wurde, den ersten Neubauauftrag nach langer Pause. Bis Anfang der sechziger Jahre dominierten Binnenschiffe die Ablieferungsliste, dann folgten Schlepper, Kümos, Fähren und Spezialschiffe.

1972

Werftunion GmbH & Co

wurden die im Besitz der VEBA befindlichen Werften – die WTAG gehörte über die Stinnes Reederei dazu – zur Werftunion GmbH & Co zusammengefasst. Von den sechs Werften war Cassens die Größte. Cassens entwickelte sich immer mehr zur Seeschiffswerft.

1979

1979

Übernahme ein Teil des Geländes der benachbarten Werft von Schulte & Bruns die durch Insolvenz aufgelöst wurde.

1992

erfolgte eine Änderung der Gesellschafterstruktur bei Cassens, die einerseits über die Werftunion Verwaltungs GmbH in Bodenwerder den Verbund zwischen der Cassens – Werft, den Arminius Werken sowie der Weserwerft wieder entstehen ließ, andererseits durch die Aufnahme der russischen Gesellschafter White Sea & Onega Shipping Company in Petrozavodsk, sowie der North Western Shipping Company in St. Petersburg, neue Perspektiven im Hinblick auf den russischen Markt eröffnete, der die Zukunft der Cassens-Werft entscheidend beeinflussen sollte.

2001

Durch den Ausstieg der Weserwerft aus dem Werftenverbund und der gleichzeitige Einstieg der Hitzler Werft wurde eine Werft dazu gewonnen, die eine lange Erfahrung im Binnengüterschiffbau mit sich bringt.

 

Durch den neu entstandenen Werftenverband und die enge Zusammenarbeit, war es möglich für jede Schiffsgröße bis 12.000 tdw die optimale Lösung anzubieten. Auch im Industrie- und Anlagenservice arbeiteten alle drei Betriebe eng zusammen.  Über ihre drei Standorte Lauenburg, Emden und Bodenwerder konnten sie in Norddeutschland nahezu flächendeckend die Kunden bedienen.

Weiterhin war die Cassens Werft in Russland im Rahmen eines Jointventures an zwei Werften in Petrozavodsk und Rostov am Don beteiligt.

2003

Die schwierige weltwirtschaftliche Lage im Schiffbau, der preisliche Druck aus Asien und der „11.September 2001“ führten zu Engpässe und Auslastungsschwierigkeiten so dass die Schiffswerft und Maschinenfabrik Cassens GmbH im Juni 2003 Insolvenz anmelden musste.

2004

Die Cassens Werft GmbH ist in diesem Jahr neu gegründet worden und aus der traditionsreichen „Schiffswerft und Maschinenfabrik Cassens GmbH“ hervorgegangen. Eine Werft die sich mit neuen Strukturen in der betrieblichen Organisation, einer hohen Kundenorientierung, sowie dem eingeführten Qualitätsmanagementsystem den Anforderungen auf dem Weltmarkt stellt.

Geldgeber und Anteilseigner waren nun :

Fa. Rolf Janssen, Aurich;

Fa. Tillmann, Emden;

Fa. Navicom, Emden;

Fa. Ehnts & Willms, Holtriem;

Fa. Emder Schiffsausrüstung, Emden;

AG Reederei Norden-Frisia, Norderney;

AG Ems, Emden;

Fa. Gerdes GmbH, Westoverledingen,

Ing.-Büro AbH, Emden.

2007

Im Dezember verkündet der OSTFRIESISCHE KURIER :
Cassens-Werft : Auslastungs bis 2011 gesichert – 10 Containerschiffe geordert.

2008

Die gleiche Zeitung meldet im April und Mai (Text zusammengefasst) :
Wir könnten noch viel mehr machen – uns fehlt drittes Dock

20. Juni 2008

Am 20.6.2008 dann die Meldung : CASSENS insolvent : Reederei zahlt nicht….

„Die mit der Finanzkrise einher gehende Wirtschaftskrise machte allerdings auch vor der Schifffahrt und dem Schiffbau nicht halt, so dass ein Containerschiff im Sommer 2008 drohte, bei Ablieferung nicht finanziert zu werden, woraufhin ein Insolvenzverfahren unvermeidlich wurde.
Wenngleich diese Situation unerwartet eintrat, schaffte sie doch die Voraussetzung für eine erneute Neuausrichtung der Werft, die mit Beginn des Jahres 2009 erfolgt.“

(O-Text Cassens-Homepage)

2009

Am 22. Januar meldet die OSTFRIESEN ZEITUNG : „E-Ship 1” liegt jetzt bei der Cassens-Werft  Enercon erteilt dem Emder Schiffbauer den Auftrag für das Frachter-Projekt, der mit einem besonderen Windantrieb fahren soll. Die Lindenau-Werft in Kiel hatte mit dem Bau begonnen, konnte ihn wegen Insolvenz jedoch nicht abschließen.

 

Der Rohbau des Enercon-Frachters „E-Ship 1” ist gestern im Emder Hafen vom Omya-Kai zur Cassens-Werft gebracht worden. Man habe der insolventen Werft einen Auftrag zur Unterstützung bei der Fertigstellung erteilt, heißt es in einer knappen Mitteilung des Windkraftanlagen-Herstellers mit Sitz in Aurich.

 

Bis voraussichtlich Ende des Jahres soll der Frachter – er zeichnet sich durch einen besonderen Windantrieb aus – fertig sein, sagte gestern ein Enercon-Sprecher.

 

Die „E-Ship 1” hatte ursprünglich auf der Lindenau-Werft in Kiel gebaut werden sollen. Doch das Unternehmen musste zwischenzeitlich Insolvenz anmelden. Der Bauplan hat sich dadurch bislang um ein Jahr verzögert, eigentlich hatte das Schiff bereits Ende 2008 fertig sein sollen. Auf der Cassens-Werft laufen nun die Vorbereitungen für den weiteren Bau.

2018

Da die z. Zt. Bei Cassens für ENERCON aus Alu gebauten Windkraftanlagen zunehmend aus Kunststoff gefertigt werden, fehlen der Werft auf Sicht Aufträge. Aus diesem Grunde ist beabsichtigt, die  Werft zur Jahresmitte zuschließen.

10. Mai 2019

HRB 101015: Cassens Werft GmbH, Emden, II. Hafeneinschnitt, 26723 Emden. Ist nur ein Liquidator bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Liquidatoren bestellt, so wird die Gesellschaft durch die Liquidatoren gemeinsam vertreten. Nicht mehr Geschäftsführer: Kienitz, Hermann, Hinte. Bestellt als Liquidator: Dr. Streit, Michael, Oldenburg. Die Gesellschaft ist aufgelöst.


Quellen

weitere Quellen / Literatur



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