Heinrich Brand GmbH & Co KG
Heinrich Brand GmbH & Co KG
GründungslandDeutschland
StammsitzOldenburg (Oldb.)
HauptgeschäftSchiffbau – See
Gründungsjahr1851
aktueller Status1995/1997 Insolvenz
letzte Aktualisierung 2008

Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung


Heinrich Brand GmbH & Co KG

Schiffswerft – Ing.-Büro

1851

baute Werftgründer Heinrich Christian Brand in Edewecht sein erstes Seeschiff. Die Überführung von Seeschiffen ab Edewecht gestaltete wegen der „flachen Gründe“ jedoch problematisch.

  1. der Tiefgang musste jeweils durch den Auftrieb von leeren Fässern verringert werden.
  2. war eine Überführung nur bei Hochwasser im Winter möglich und
  3. alle zu passierenden Brücken mussten auf Kosten der Werft ab- und aufgebaut werden.

Die Wasserführung der Hunte war sehr unregelmäßig. Da das Hinterland nur unzureichend durch Gräben und Kanäle entwässert wurde, war kein regelmäßiger Zufluss gegeben. Hinzu kam ein Umstand, den H. C. Brand so umschrieb : „ Die Hunte hat so viele Krümmungen, wie das Jahr Tage.“

1853

folgte aus diesen Gründen der Umzug in das ca. 20 km seewärts gelegene Oldenburg. Brand übernahm die Werft von Balleer am Stau. Die Werft lag damals unmittelbar hinter der heutigen Eisenbahnbrücke.

1855

Brand baute eine 340 Tonnen tragende Schonerbrigg, den bis dahin größten Neubau in Weser-Ems-Gebiet.

1861

wurde H. C. Brand’s Sohn, Wilhelm Dietrich geboren. Dieser ging in Oldenburg auf die Oberrealschule, erlernte in Leer den Schiffbau und arbeitete auf einigen Werften als Geselle, bevor er in Buxtehude zum Schiffbaumeister graduiert wurde.

1884

begann für ihn die Tätigkeit im elterlichen Werftbetrieb. Zunächst war das Vater-Sohn-Verhältnis trotz angeborener Dickköpfigkeit ein gutes. Mit sich häufenden wirtschaftlichen Problemen, kam es aber doch häufiger zu Problemen.

1891

verstarb Heinr. Chr. Brand und vererbte die Werft und das Sägewerk an den zweitältesten Sohn Heinrich (-Christian ? II) (geb. 1888), der aber nur die Sägerei behielt und die Werft in dieser schwächelnden Zeit an seinen jüngeren Bruder Wilhelm verpachtete.

1901

Es waren bald nur noch wenige Mitarbeiter auf der Werft beschäftigt. Heinrich (C. ? II ) Brand übernahm von seinem ältesten Bruder Gerhard dessen Gaststätte. Tagsüber war er mit den Booten beschäftigt, abends im Wechsel mit seiner Frau als Gastwirt.

1914

Heinrich Christian (III) Brand, führte schließlich den längst überfälligen Eisenschiffbau ein.

1917

Blohm & Voss, Hamburg

verlegte er den Standort der Werft auf die andere Seite der Hunte.

Zuvor hatte er bei Strenge + Sohn in Brake gelernt, die Höhere Schiffbauschule in Bremen besucht und dort so gut abgeschlossen, dass er von der mündlichen Prüfung befreit wurde.

Seine Wanderjahre führten ihr über die Versuchsanstalt des LLOYD über Blohm & Voss nach Dänemark.

1912 kam er noch einmal zur Einführung des Eisenschiffbaus zu Strenge zurück um dann nach seiner Hochzeit im Jahre 1913, 1914 in den elterlichen Betrieb einzutreten.

1920

wurde das erste eiserne Segelschiff vom Helgen zu Wasser gelassen – 3-Mast-Schoner HEIMAT für den Hamburger Kapt. Paul Wagner. Weitere Schiffe folgten und die Eigner hielten der Werft über viele Jahre die Treue.

1933

In den 30er Jahren musste die Werft auf Regierungsgeheiß umziehen, wobei allerdings ein Teil der Kosten von den Behörden übernommen wurden. Ziel war der Ausbau der Hunte.

1938

In den Kriegsjahren wurde Brand als Rüstungsbetrieb eingestuft und abgezogene Arbeitskräfte wurden zurückgeführt. Nicht so die Führungskräfte, so dass Vater Heinrich als Ingenieur, Meister
und Vorarbeiter einspringen musste.

1943

Seine Söhne Heinz (geb. 1914) und Walter standen an der Front, wovon Walter 1943 an der Ostfront fiel und Heinz nach einer Verwundung in Südrussland als nicht mehr frontverwendungsfähig in die Rüstungsindustrie dienstverpflichtet wurde.

1945

AG Weser

Nach einem Osterurlaub blieb Heinz Brand gleich im elterlichen Betrieb zurück und erlebte dort die Kapitulation. Heinz Brand hatte den Schiffbauerberuf im väterlichen betrieb, bei der AG Weser und auf der Frerichswerft von der Pike auf gelernt und 1938 sein Studium abgeschlossen.

1947

Nachdem die zerstörten Hunte-Brücken notdürftig instand gesetzt waren, wurden 1947 und 1948 die ersten Fischkutter gebaut bis man mit dem Bau größerer Schiffe beginnen konnte.

1953

mussten noch immer – aufgrund der zerstörten Brücken – die Kaskos nach Elsfleth überführt werden, wo dann die Aufbauten und Masten angebaut wurden, nachdem der Ballastsand gelöscht war.

1961

Antarktis- und Spezial-Schifffahrt GmbH

stieg die Werft in den Bau von Spezialschiffen ein. Mit Gas-, und Chemikalientankern erwarb sich das Unternehmen Weltgeltung. Höhepunkt der Entwicklung war die „Icebird“ ein Antaktis-Schiff für die Antarktis- und Spezial-Schifffahrt GmbH, in Schulau. (Gruppe Schulauer Schiffahrtskontor)

1972

Heinrich Brand zog sich im Alter von 84 Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurück und lebte bei seiner Tochter Annemarie de Buhr, nur wenige Meter von der Werft entfernt.

1974

Auf dem Gebiet der Entwicklung von Spezialschiffen (wie ICEBIRD) war man bis in die Krisenzeit erfolgreich tätig und erstellte 1974/1975 noch eine moderne Schiffbauhalle.
Heinz Brand war seinem Vater ein guter Nachfolger, so dass er immer noch gern am geschehen Teil hatte.
Heinz’s Söhne – Hans-Heinrich, Hartwig und Dietmar teilten sich die Führungsaufgaben, so dass auch in der 6. Generation die Führung gesichert „schien“.

Mit dem Bau des Frachters „Teviot “ begann jedoch das Ende der Werft. Das Schiff verlor während der Fahrt einen Propeller. Den anschließenden Schadenersatzprozeß verlor die Werft und mußte daraufhin Konkurs anmelden.

1995

Mit dem Konkurs der Brand Werft – aufgrund erdrückender Forderungen aus dem Ausland – findet die Erfolgsgeschichte eines traditionsreichen Oldenburger Unternehmens ein jähes Ende. 200 Mitarbeiter verloren, trotz guter Auftragslage des Unternehmens, ihren Job.

1997

Aufgefangen als Neue Brand Werft hielt sich das Unternehmen noch bis August und mußte dann, da es seine Aufträge nicht selbst vorfinanzieren konnte, endgültig schließen.

Im Oktober gründete Hartwig Brand mit einem kleinen Stab ehemaliger Werftkonstrukteure auf dem Werftgelände zunächst das Ingenieurbüro Hartwig Brand, über das er seine langjährige Erfahrung im Schiff- und Maschinenbau nun als Consultant, Planer und Gutachter wieder in die Branche einbringt.

1999

Unter Beteiligung der nächsten Genaration seiner Familie gliederte er aus dem Ingenieurbüro schon Mitte 1999 die HB Hunte Engineering GmbH aus, Die neue Firma erstellt Entwürfe und CAD/CAM-Konstruktionen mit den dazugehörigen Zeichnungen für Schiffsneubauten und Schiffsumbauten.

Beide Firmen verstehen sich als untrennbare Partner.


Quellen

weitere Quellen / Literatur


Zusammenhang


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