Heinrich Aviszius GmbH & Co.
Heinrich Aviszius GmbH & Co.
GründungslandDeutschland
StammsitzNeuwied
HauptgeschäftBinnenschifffahrt
Gründungsjahr1933
aktueller Status1996 Lösung aus dem HR
letzte Aktualisierung 2015

Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung


Heinrich Aviszius GmbH & Co.

Neuwieder Reederei- und Tankbetrieb Heinrich Aviszius Schifffahrt-Lagerung-Spedition

1929

Heinrich Aviszius (*1896 geboren als Spross einer Schifferfamilie in Duisburg. Er besuchte u.a. Schulen in den Niederlanden.)

Seine Selbständigkeit begann 1929 in Duisburg damit, dass er das elterliche Schiff ELISE übernahm und fuhr.
Im gleichen Jahr wurden das Ehepaar Magret und Heinrich Aviszius Eltern der Tochter Magund.

1931

Als zweites Kind wurde Tochter Gudrun geboren.

1931

1931

Herkunft des Fotos: unbekannt

 


 

Aviszius ließ sich in Neuwied nieder und gründete in der Bahnhofstraße das Befrachtungs- und „Speditions-Kontor Heinrich Aviszius & Co. GmbH“. Hier kam als zweites Schiff MS HEIMAG in Fahrt, ein zum Motorschiff umgebauter Schleppkahn.

 

„In der Deichstrasse bezog die Familie – wann ist nicht bekannt – eine herrschaftliche Villa mit einem großen Balkon, zur Straßenseite gelegen und von Säulen getragen. Im Inneren war alles in edlem Holz getäfelt.“

1937

Aviszius‘ bekamen eine dritte Tochter die auf den Namen Ingrid getauft wurde.
Über die Jahre Ausbau des Betriebes im Bereich Umschlag-Lagerung-Spedition. Er ließ sich auch nicht von den Einschränkungen durch die Machthaber des Deutschen Reiches entmutigen. Das damalige „Naiwidder Scheffelche“ wurde von Aviszius zum Tankschiff umgebaut.
Am Neuwieder und am Bendorfer Kai errichtete Aviszius große Krananlagen.

Es kam zu dieser Zeit – gem. Chronik Haeger & Schmidt aus 1970 – zu einer Zusammenarbeit mit Haeger & Schmidt. Letztere auch seit längerer Zeit in die Transporte von Thomasmehl, Zement, Quarzit, Ton und Schrotte am Mittelrhein involviert. Da Haeger & Schmidt auf Weisung lokaler NS-Organisationen im Ruhrgebiet keine eigene Tonnage kaufen durfte trat man an Heinrich Aviszius heran. H & S gründete zusammen mit Aviszius die Aviszius KG an der H&S sich mit 75 % beteiligt.

Allerdings kaufte Aviszius die von H&S am Mittelrhein benötigten Schiffe persönlich und brachte sie nicht in die gemeinsame Firma ein. Er weigerte sich kapitalmäßig mit Raab-Karcher zusammen zu arbeiten.

1938

Der ersehnte Stammhalter und Unternehmensnachfolge stellte sich wieder nicht ein, eine 4. Tochter wurde geboren und auf den Namen Roswitha getauft.

1939

Aviszius hatte etwa zu dieser Zeit den Tanker „Ölexpress“ und die Kähne „Neuwied“, „Altwied“ und „Ines“ in Fahrt.

1945

Das Unternehmen hatte starke kriegsbedingte Verluste zu beklagen, zerstört oder zumindest beschädigt lagen die Schiffe im Strom auf Grund. Fakt ist aber, dass sich Heinrich Aviszius davon nicht groß erschüttern ließ und zügig an den Wiederaufbau der Firma heran ging. Neben neuen Krananlagen und dem Wiederaufbau einer Binnenschiffs-Flotte, wurde ein Bimsbetrieb angeschlossen und in Anhausen eine Tankstelle eröffnet.

1946

Nun endlich wurde ein Sohn geboren, der auf den Namen des Vaters Heinrich getauft aber zeitlebens Heino gerufen wurde.

1950

Übernahme der Shell-Bunkerstation – die mit ihren Bunkerbooten hauptsächlich die Schiffe bebunkerte, die in Neuwied und den umliegenden Werken und Verladestationen Bimskies luden.
Auch Aviszius selbst handelte mit Bimskies und betrieb eine eigene Verladeanlage am Rheinhafen. In Andernach wurde eine Schiffsdiesel-Reparaturwerkstatt eingerichtet mit einer kleinen Nebenstelle in Neuwied in der Nähe der Bunkerstation.

In den 50er Jahren hatte das Unternehmen wohl seine Blütezeit.

Betrieb des Schleppkahns ALTWIED – 497 to (* 1859 bei Feijenoord Rotterdam)
Betrieb des Schleppkahns ANDERNACH – 832 to (* Berninghaus, Duisburg)

1951

Kauf und Indienststellung des GMS STADT NEUWIED 1.149 to 650 PS – *1926 in Heusden/NL ex Bendorf
Das Schiff konnte 1.149 to laden und war seinerzeit das schnellste Motorschiff in Rheinland-Pfalz.

Kauf und Indienststellung des GMS MÜLHOFEN 631 to – 375 PS * 1881 bei Berninghaus

1952

Kauf und Indienststellung des GMS WEISSENTHURM 772 to – 520 PS * 1913 bei Bodewes in Millingen

1953

Für Heinrich Aviszius waren in diesem Jahr in Fahrt:
Ein Bunkerboot : ÖLEXPRESS
MS STADT NEUWIED
MS WEISSENTHURM
MS MÜLHOFEN
sowie die beiden Lastkähne ALTWIED 492 to und ANDERNACH 832 to.
(Zwei weitere Schiffe sind, lt. „300 Jahre Neuwied“ – 1953 in Neuwied erschienen – gesunken : evtl. Kriegsverlust ? )

1955

Indienststellung des Neubau GMS STADT BENDORF 940 to, 800 PS * 1955 Schiffswerft Oberwinter
Indienststellung des Neubau GMS LINZHAUSEN – 660 to, 560 PS * 1955 Lanke-Werft, Spandau

1956

25-jähriges Betriebsjubiläum und der Reeder wird gleichzeitig 60 Jahre alt. Er erfreute sich in weiten Kreisen allgemeiner Wertschätzung, war im Beirat des Verbandes Deutscher Rheinreeder in Duisburg, war ordentliches Mitglied im Frachtenausschuss für den Rhein in Wesseling und er war Delegierter im Zentralausschuss der Deutschen Binnenschifffahrt …

Nun wurden auch namentlich die beiden Andernacher Bunkerboote OELEXPRESS 1 84 ton (90.000 Liter), 60 PS und OELEXPRESS II , 140 ton (120.000 Liter) 240 PS erwähnt.
Das als Bunkerstation fest verankerte Bunkerschiff (ex Ölexpeß (?)) hatte ein Fassungsvermögen von 75.000 Litern.

1957

1957

Nachruf in der Presse von 1957 – Leider nicht erfasst aus welche Zeitung

 

 

 

Heinrich Aviszius verstarb im Alter von 61 Jahren an einem schweren Krebsleiden – gerade zu einem Zeitpunkt, zu dem er seine Flotte um zwei Schubverbände ausbauen wollte. Sohn und Geschäftsnachfolger Heino war gerade einmal 11 Jahre alt, was die Firma vor Probleme stellte.
Heinrich Aviszius hatte seinen Sohn – nicht mit seinem frühen Ableben rechnend – testamentarisch zu seinem Nachfolger bestimmt.

Bis zur fachlichen Reife ein solches Unternehmen zu führen, verließ sich Witwe Magret Aviszius auf die beiden Prokuristen der Ihrem Mann zur Seite gestanden hatte. Nicht gerade mit dem Einsatz eines Unternehmers ausgestattet, vermied man Risiken und das Unternehmen schrumpfte mehr und mehr. Allerdings geht in der Gegend auch der Ruf um „je mehr die Firma schrumpfte, umso mehr wuchs das Eigentum der Prokuristen“. Bekannt ist, dass zumindest einer von ihnen (Ahlers) jedes Jahr auf Kosten der Firma einen neuen Daimler bekam.

Heinrich’s Sohn Heino wurde zunächst gezielt in die Ferne geschickt, so dass man in der Firma nach Gutdünken vorgehen konnte. Heino Aviszius begann nach Abschluss der Schullaufbahn Ausbildung und Volontär-Zeit in der Binnenschifffahrt und den verbundenen Geschäftsfeldern. Unter anderem ging er zur RHENANIA und deren Tochter RHEINUNION in Düsseldorf und Duisburg. Hier lernte er die Feinheiten der Binnen- und der Short-Sea-Schifffahrt und die Zusammenarbeit mit solch renommierten Unternehmen wie die Hamburger Firma A. Kirsten, oder die Londoner General Steam Navigation.

1966

(?) Zwei Schleppschiffe wurden an die Binnenschifffahrtsfirma Thiel in Neuwied verkauft.

1968

(?) GMS MÜHLHOFEN (in Schifferkreisen auch „Müllhaufen“ genannt) sank an einem sonnigen Wintermorgen, beladen, auf Bergfahrt bei Nierstein am Oppenheimer Wäldchen, während der Fahrt.
Die Besatzung, zufällig im Steuerhaus versammelt, konnte sich nur noch in einen Nachen retten und kam unter Verlust ihrer gesamten privaten Habe mit dem Leben davon.

1972

(?) GMT STADT NEUWIED rauschte im Elsässischen Kanal auf der Höhe Markoldsheim in die Böschung und ging verloren.
Man kaufte als Ersatz ein 1964 bei Chantier Naval in Belgien gebautes GMS mit zwei Cat-Motoren, die aber ständig für Ärger sorgten. Das Schiff konnte 1.350 to laden, war 80 m lang und bekam den Namen MS STADT NEUWIED (2).

1973

1973

Veränderungseintrag im Handelsregister – Pressemeldung – Herkunft unbekannt

 


 

„Heino“ Aviszius übernahm nun im Alter von 27 Jahren die Führung des väterlichen Unternehmens, just zu einem Moment als sich eine globale Krise in der Binnenschifffahrt abzeichnete und die Zeit der Privatreedereien mit Einzelfahrern sich dem Ende zuneigte. Zudem war da im Hintergrund noch ein stiller Teilhaber an dem Unternehmen (Dr. Kilian o.ä.) der auch Bedienung seiner Einlagen verlangte. Zu dieser Zeit besaß die Firma nur noch zwei Schiffe – GMS STADT BENDORF und GMS STADT NEUWIED. Auch den Bimshandel und die Verladeanlagen hatten die Prokuristen bereits verkauft, ebenso wie den Firmensitz, ein altes Hotel, der an die Stadt Neuwied verhökert wurde, die dort ein „Haus der Jugend“ einrichtete.

1975

Die Probleme mit der Maschinenanlage bei der STADT NEUWIED (2) wurden immer größer, so dass man sich entschloss, das Schiff zu verkaufen. Es ging nach Holland und läuft in 2010 noch als GMS JENTINA V in Wekendam.

1982

1982

Die Stadt Neuwied belegte Bunkerbetrieb und Tankstelle mit umfangreichen Sicherheitsauflagen, die gerade in dieser Zeit der Konsolidation der Gesamtfirma nicht zu stemmen waren. Shell – Agentur und Bunkerstation fanden in dem Mannheimer Unternehmer Josef Nowag einen neuen Inhaber.

1986

Der Inhaber und Sohn des Gründers verstarb im Alter von nur 40 Jahren an einem zu spät erkannten Hodenkrebs mit späterem Multiorganversagen.
Das Unternehmen, das nie wieder so richtig Fuß fassen konnte und für das es wohl auch keinen Nachfolger gab, erlosch nun. (Ww. Ingrid Aviszius lebt in 2010 noch in einem Neuwieder Seniorenheim, nachdem sie lange in einem Haus nahe der alten Firma von der Sozialhilfe gelebt hatte…..)

1987

Gründung der Aviszius GmbH, Uferstrasse 1, 56626 Andernach – durch den „alleinvertretungsberechtigen Geschäftsführer Jaroslav Hellimann – mit Schwerpunkt Maschinenbau – Einzelhandel mit Motorenkraftstoff (Tankstelle), Großhandel mit Flurförderfahrzeugen und anderen Fahrzeugen sowie Schiffbau (ohne Bootes- und Yachtbau – also Schiffsdiesel-Reparaturwerkstatt.

1989

Die Aviszius GmbH konnte sich aufgrund der völlig veränderten Situation in der Binnenschifffahrt und der (persönliche Vermutung) antiquierten Betriebsausstattung, nicht am Markt behaupten und meldet am 1. Februar Konkurs an – Am 14. Februar in die Insolvenz gegangen

15. November 1996

Am 15.11. Löschung aus dem Handelsregister – von Amts wegen.

12. Februar 1999

Das Befrachtungs- und Speditionskontor Heinrich Aviszius erlischt am 12.2. -von Amts wegen – (HRA80 AG Neuwied – HRA 10080 AB Montabaur) .

 

Alte Bekannte sagen: Wenn Heinrich auferstehen würde, der würde die beiden Geschäftsführer totschlagen und erst einmal aufräumen…

 

Der Werkstatt- und Magazin-Standort in Andernach wurde zunächst durch Jaroslav Hellimann weiter betrieben, bis die Erbangelegenheiten geregelt waren.



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