AG Weser, Bremen
AG Weser, Bremen
GründungslandDeutschland
StammsitzBremen
HauptgeschäftSchiffbau – See
Gründungsjahr1843
aktueller Statuserloschen / 1984 Umfirmiert zur Seebeckwerft AG
letzte Aktualisierung 2015


Weitere Flaggen aus der Firmengeschichte – nur weil hier keine Abbildungen sind, heißt das nicht, das es keine anderen Flaggen gab – sie fehlen dann aber in der Sammlung

AG Weser, Bremen

Flagge ab 1968

AG Weser

Flagge bis 1968


Aktien Gesellschaft „WESER“ / AG Weser

8. November 1843

Am 8.November wurde auf der ehemaligen Stephani-Kirchweide die Stahlbaufirma Waltjen & Leonhard gegründet. Zunächst wurden dort Heizungen, Brücken und andere Eisenteile von ca 500 Beschäftigten gebaut.

1846

Das Unternehmen wurde umfirmiert in Waltjen & Co. Es folgte der Bau der ersten Helling und der Bau von stählernen Baggerschiffen und Schuten.

1847

Fertigstellung der Bau-Nr. 1, des ersten Passagier-Seitenraddampfers „Roland“ für die Flussfahrt im Auftrag der B. G. Schünemann A.G.

1851

Carsten Waltjen stellt die eisernen Schwimmtore für die Schleuse des Neuen Hafens von Bremerhaven her.

1857

1857

Fertigstellung des zweiten Passagier-Seitenraddampfers „Werra“ für die Flussfahrt im Auftrag des Norddeutschen Lloyd (NDL)

1865

Fertigstellung des ersten seetüchtigen Passagierdampfers „Nordsee“ (46,94 m x 6,71 m) im Auftrag des Norddeutschen Lloyd

1871

Fertigstellung des ersten Spierentorpedobootes „I“ im Auftrag der Kaiserlichen Marine

1872

Waltjen & Co. wurde unter Beteiligung von Bremer Kaufleuten und Reedern in die Actien- Gesellschaft „Weser“ umgewandelt. Die neue Firmenleitung steigerte die Rüstungsproduktion bis 1905 auf einen Anteil von 50%.

1901

Die AG “Weser“ beschäftigte etwa 1500 Mitarbeiter.

1905

Die AG „Weser“ zog mit ca. 500 Beschäftigten nach Gröpelingen auf ein neues Gelände um. Das alte Werftgelände wurde von der Norddeutschen Maschinen- und Armaturenfabrik GmbH aus der im Jahre 1911 auf eben diesem Gelände die Schiffswerft ATLAS-Werke AG gegründet wurde.

1908

Fertigstellung der Bau-Nr. 144, Großkreuzer „Gneisenau“ im Auftrag der Kaiserlichen Marine Die Werft beschäftigte jetzt ca. 4000 Beschäftigte

1910

Die Anzahl der Mitarbeiter wurde um 50 % auf ca. 2000 Beschäftigte reduziert.

1913

Werftarbeiterstreik. Der sich in der SPD herausbildende linke Flügel hatte zunehmend an Sympathien bei den Werftarbeitern gewonnen. Es gelang ihnen im Verlauf des Ersten Weltkrieges auf der Werft ein Vertrauensmännersystem aufzubauen. Dieses spielte eine wichtige Rolle bei Auslösung der vier großen Streiks während des 1. Weltkrieges.

1914

In den Jahren bis 1914 wurden 40 Fracht-und Passagierschiffe für NDL, Hansa, Neptun, Hamburg-Bremer-Afrika-Linie und Roland-Linie erstellt.

1914 – 1918

In den Jahren 1914 bis 1918 wurden 6 Kriegsschiffe und 86 U-Boote, davon 3 für Österreich 1918 gebaut. In der Kriegsproduktion wurden bis zu 6000 Mitarbeiter beschäftigt.

1916

Die Werftarbeiter der AG „Weser“ streiken anlässlich der Verurteilung von Karl Liebknecht.

1917

Ende März kam es während eines Streiks bei einer Demonstration zu einem Polizeieinsatz.

1918

Der Januarstreik und die Revolution in Bremen wurden im Wesentlichen von den Arbeitern der AG „Weser“ getragen. Der AG-Weser-Betriebsrat stellte ca die Hälfte des Arbeiter- und Soldatenrates in der Bremer Räterepublik, die 1919 auf der AG “Weser“ ihr Ende fand.

1919 – 1923

Die AG „Weser“ beschäftigte bis zu 8200 Mann. Bis dahin waren 30 Neubauten erstellt worden.

1921

Franz Stapelfeldt übernahm den Vorsitz im Vorstand der Werft.

1926

Im Dezember bekam AG „Weser“ vom NDL den Auftrag den Schnelldampfer „Bremen“ mit 50.000 BRT zu bauen, der etwa 27 Knoten laufen sollte und unter der Bau-Nr. 872 gebaut wurde. Auf der Überfahrt nach New York am 23.7.1929 holte die „Bremen“ das „Blaue Band“.

1926 – 1928

In dieser kritischen Zeit wurde ein neuer Konzern gegründet: die „Deutsche Schiff- und Maschinenbau Aktiengesellschaft“ (Deschimag). Zur Deschimag gehörten neben der AG „Weser“ sieben andere Werften(*), auch die Seebeckwerft und die Tecklenborgwerft in Bremerhaven

1929

Nach der Fertigstellung der „Bremen“ entließ die Werft Ende des Jahres mehr als 5000 ihrer 12.000 Mann starken Belegschaft. Die Produktion ging nur noch schleppend voran.

1930

Bis 1932 Weltwirtschaftskrise, Personalabbau auf 669 Beschäftigte

1934

Die Deschimag gründet die „Weser-Flugzeugbau GmbH“. So wurden auf dem Gelände der AG „Weser“ mit der Montage, Reparatur, Überholung und Teilbau von Flugzeugen begonnen.

1935

Die AG „Weser“ erhielt wieder Aufträge von der deutschen Kriegsmarine, beginnend mit dem Artillerie-Schulschiff „Brummer“.

1936 – 1941

Nach der Schließung von 6 Werften (ausgenommen AG “Weser“ und Seebeck), verkauften Bremen und das Reich ihre Aktienmehrheit an eine Gruppe Bremer Kaufleute. Krupp übernahm Teile der Aktien, erwarb 1941 die Mehrheit, gliederte die Werft in seinen Konzern ein und stellte sie ganz auf Kriegsschiffbau um.

1942 – 1944

Auf der AG „Weser“ ca. 18 500 Menschen beschäftigt, davon waren rund 20% ausländische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge aus dem KZ Neuengamme.  Während des Krieges liefen 203 Schiffe, vorwiegend U-Boote, vom Stapel. Auf der AG „Weser“ entwickelte sich ein antifaschistischer Widerstand von KPD- und SPD-Leuten.

1945

Nach der Kapitulation setzten die Alliierten die Werft auf die Demontageliste. Der Schiffbau wurde verboten.

1948

Dem Bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen gelang es, den Erhalt der Werft durchzusetzen.
Der Name DESCHIMAG war Geschichte die A.G. „Weser“ wurde neu belebt.
Die AG „Weser“ begann wieder mit Schiffsreparaturen und einer ca 500 Mitarbeitern.

1950

Wilhelm Kaisen erreichte die Aufhebung der Schiffbau-Verbots.

1952

Das erste Schiff der Nachkriegszeit, das Frachtmotorschiff „Werratal“ (104,9 m x 15 m, 2615 BRT) läuft am 10. Mai unter der Bau-Nr. 1265 vom Stapel. Die Belegschaft steigerte sich bis 1957 auf 6200 Beschäftigte.

1957

Bis 1964 Stagnation, Abbau auf ca. 4000 Arbeiter und Angestellte

1963

ARGO Reederei / Adler Werft

Die Unternehmensleitung beschloss ein Sonderinvestitionsprogramm von über 108 Mio. DM,
um zukünftig noch größere Schiffe bauen zu können.
AG Weser pachtete auf 10 Jahre die erloschene ADLER-Werft (ARGO Rich. Adler & Söhne.
Der Betrieb lief unter dem Namen „Reparaturbetrieb Süd“

1964

Die AG „Weser“ produziert in Sektionsbauweise. Der Zusammenbau der Sektionen erfolgte u.a. mit Hilfe eines neuen Bock-Krans, der eine Tragkraft von 500 Tonnen hatte und die ganze Helgenbreite des neuerrichteten Großhelgens „Wilhelm“ bedienen konnte. Der neue Helgen war für den Bau von Schiffen bis zu 150.000 t Tragfähigkeit ausgelegt. Der „Reparaturbetrieb Süd“ wurde bereits in diesem Jahr wieder außer Betrieb gestellt.

1968

Die AG Weser feiert am 8. November ihr 125jähriges Jubiläum und ändert ihr Logo. Das Motto lautete: Getreu der Devise „Bremen – Schlüssel zur Welt“ sollen A.G. „Weser“ – Schiffe künftig als „Keyships“ ihr altes Symbol in neuem Gewande, ihre Qualität als Schlüssel zum Erfolg, auf den Weltmeeren zeigen.

 

Es erfolgte die Umrüstung des alten Großhelgen V zum modernen Helgen „Alfried“ mit einer Länge von 375 Metern. Dadurch war die AG „Weser“ in der Lage, Schiffe bis zu 240.000 t Tragfähigkeit zu bauen. Ein Bockkran mit 780 Tonnen Hebefähigkeit überspannte den ganzen Helgen mit seiner neuen Breite von 66 Metern.

1969

Mit dem Bau immer größerer Tanker stiegen die Gewinne sprunghaft. Die 1969-1974 abgelieferten Tanker der Esso-Serie hatten eine Größe von 127 000 BRT.

1975

In diesen Jahren bis 1977 war die AG „Weser“ mit 5500 Beschäftigten voll ausgelastet. Dafür sorgte die Produktion von Riesentankern mit bis zu 189 000 BRT, darunter die „Ioannis Colocotronis“.

1978

Die allgemein rückläufige Entwicklung in der Schiffbauindustrie führte zu einem abrupten Absatzrückgang und zu Entlassungen auf der Werft. Ende des Jahres gab es nur noch 3000 Mitarbeiter auf der Werft, davon gut die Hälfte in Kurzarbeit. Die Belegschaftsstärke ging bis 1983 noch auf 2200 herunter.

1983

Nach Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen verständigten sich die Vorstände der beiden Bremer
Werften AG “Weser“ und Vulkan auf eine Neustrukturierung des Schiffbaus in Bremen und
Bremerhaven:
Die AG „Weser“ sollte trotz noch bevorstehender Aufträge geschlossen und die Seebeckwerft
in Bremerhaven eigenständig fortgeführt werden. Der Bremer Vulkan sollte die Hapag-Lloyd-
Werft übernehmen.

19 September 1983

Am 19. September besetzte die Belegschaft der „Akschen“ die Werft mit dem Ziel die damals modernste Werft Europas zu erhalten. Sie musste am 26. September die Besetzung beenden, da eine polizeiliche Räumung, Schadenersatzansprüche und Strafverfolgungen insbesondere der Besetzungskommission zu befürchten waren. Im Oktober wird im Rahmen einer Betriebsversammlung der Arbeiterverein „Use Akschen“ gegründet, der noch heute die Interessen der ehemals Beschäftigten vertritt.

14. Dezember 1983

Am 14. Dezember lief als letztes Schiff die „Ubena“ für die Deutsche Afrika-Linie, Hamburg vom Stapel. Sie war ein Motorschiff mit 20 360 BRT, den Maßen 174 m x 28,4 m und hatte die Bau-Nr. 1417.

31. Dezember 1983

Am 31. Dezember 1983 schloss der Krupp-Konzern für immer die Tore der traditionsreichen 140 Jahre alten Großwerft. 2200 Menschen wurden entlassen.

1984

Umfirmierung in Seebeckwerft AG und Sitzverlegung von Bremen nach Bremerhaven.


Quellen

Geschichtswerkstatt Gröpelingen / Arbeitervereins „Use Akschen“ im Untergeschoss des
LICHTHAUSES, 28237 Bremen, Hermann-Prüser-Str. 4

weitere Quellen / Literatur


Zusammenhang


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