Aufgrund der Menge der Bilder und deren Größe (ja ich weiß wie man die skaliert) habe ich diesen Beitrag auf zwei Dateien aufgeteilt. Weiterhin viel Spaß beim lesen.

Solltest Du durch Zufall zuerst hier gelandet sein: Hier ist der Teil 1.


Die bewegte Geschichte der HANSEATIC (1930) und ihr truariges Ende nach einem Brand im New Yorker Hafen am 7. September 1966 machen das Schiff und die Reederei natürlich besonder interessant. Zu den Sammlerstücken gehörte auch noch eine original Matrosenmütze mit Mützenband – zu sehen auf einem der anderen Bilder.

Nicht weniger interessant ist die Geschichte der WILHELM GUSTLOFF die 1937 vom Stapel lief und von der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft (HSDG) [kurz: Hamburg Süd] bereedert wurde.

Während die WILHELM GUSTLOFF am 30. Januar 1945 mit schätzungsweise 10.000 Menschen (auf der Flucht vor der roten Armee) 23sm vor der rettenden Küste versenkt wurde besteht die Hamburg-Süd, heute unter dem Mantel von Maersk, auch heute noch.

Wenn man dann noch Hamburg-Süd als Teil der Aug. Oetker-Gruppe betrachtet kommt da einiges an Sammlung zusammen, sowohl Gegenstände als auch Literatur.

Im Gensatz zur Hamburg-Süd hat die DDG Hansa das Reederei-Sterben nicht überlebt und wurde 1980 aufgelöst.

Auch zu dieser Reederei und den Schiffen gibt es sehr viel Literatur. „Leider“ nur sehr wenige Flaggen – denn obwohl das Unternehmen in verschiedenen Formen seit 1881 existierte wurde an der Flagge nichts wesentliches geändert.

So baut man Tradition auf …

Ein Speacial zur Hapag-Lloyd, beschrieben mit:

Von NDL und HAPAG über Hapag-Lloyd Aktiengesellschaft zur HAPA-LLOYD-Container-Line

Die HAPAG_Lloyd ist übrigens auch heute noch am Markt tätig und bedient so ziemlich jedes Bedürfnis – vom Container über Stückgut bis zu Spezialtransporten.

wie schon in den letzten Tagen — die Texte zu den Bildern folgen in Kürze

Nicht nur Sammler haben so ihre Eigenheiten.

Auch den Flaggen sieht man oft (nicht immer zutreffend) an, wo sie herkommen. So bevorzugt man in Deutschland das Format 25x15cm – in den Niederlanden sind es meist 16x10cm – der „Ostblock“ favorisiert Banner und Stander ….

Ausführlich hatte sich mein Vater dazu schon mal unter Flaggengeschichte ausgelassen.

Aber nicht nur die Formate und Größen verraten wo eine Flagge herkommt. In der Schweiz, wo Patriotismus noch erlaubt ist, erkennt man sie gerne an der Schweizer Flagge in der Gösch ….

… in Bayern (zumindest bei den Staatsbetrieben) dominiert das blau weiße Rautenmuster. Das hat übrigens auch einen besonderen Namen – irgendwer hatte mir den mal gesagt … aber ich habs vergessen ;-(

und auch dominierende Farben lassen Rückschlüsse zu. So kommen Flaggen mit schwarz, rot blauen Streifen (komplett oder in Motiven) in der Regel aus Leer oder von der Nordfriesischen Küste (siehe dazu auch das Spezial zur deutschen Personen-Küsten-Schifffahrt (Impressionen I)

Hier zusammengestellt: Reedereien aus Leer, der Stadt in der angeblich nach Hamburg – noch vor Bremen – die meisten Reedereien ansässig sind.

Wo Leer ist ist Haren nicht weit. Haren an der Ems kann auf mehrere Jahrhundert Schifffahrt und Schiffbau zurück blicken. Zwar sind hier nicht die meisten Reedereien ansässig, dafür aber wohl die meisten Kapitäne. So schrieb es zumindest mein Vater zu diesem Bild. Wenn ich mal zuviel Zeit habe nehme ich mal das Telefonbuch …. oder ich klingel von Tür zu Tür? … nunja, noch habe ich ja nicht zuviel Zeit.

wie schon in den letzten Tagen — die Texte zu den Bildern folgen in Kürze

Eine bewegt Geschichte die bis die Anfänge der DDR zurückreicht und vermutlich einer der wenigen Betriebe die in irgendeiner Form die Treuhand überlebt haben. Entsprechend umfangreich sind die Flaggen immer wieder an die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse angepasst wurden. Was diese Website als Chronik dazu präsentiert ist wahrhaft nur ein winziger Abriss der Geschichte … aber zum Glück soll und will Marcollect.de ja auch gar nicht mehr sein.

Auch die DSR hatte ihre Wurzeln in der damaligen DDR. Zu dem was auf dem Bild zu sehen ist, sind im Laufe der Zeit noch einige Flaggen und eine Meinge Schriften hinzugekommen.

Wo ich das jetzt so sehe irritiert es mich ein wenig. Denn für mein Vater war die DDR immer die Zone. Mag am Jahrgang liegen – wenn von Kind an im Grunde nur die Zone und dann die DDR kennt, mag man sich schwer tun, wenn das auf einmal alles eins uns. Und wenn dann der Sohn auch noch ne Sächsin in die Familie bringt …

… aber zumindest da gab es keine Berührungsängste.

Die Hurtigruten … so alnge ich denken kann, war immer der Traum: Einmal mit dem Postschiff zu Nordkap. Den Satz kannte ich schon, da war ich in der zweiten Klasse.

Ich meine 2006 war es dann so weit – meine Eltern fuhren auf Einladung meiner Schwester und meines Schwagers ans Nordkap – aber das ist eine andere, lange Geschichte, die hier auch noch ihren Platz finden wird.

Seinerzeit noch sehr dünn der Teil der Fluß-„Kreuzfahrer“ und Personenschiffer. Auch hier sind über die Jahre noch viele Stücke dazu gekommen.

Aber wo Lücken sind, kann man ja mit anderen Exponaten auffüllen – so haben wir noch einen kleinen Maschinentelegrafen und einen kleineren Kompass. Der Kompass gehörte laut Recherchen zu einem Rettungsboot – der Maschinentelegraf … Nunja, für meinen Geschmack in einen Neppladen für Touristen-Artikel

„Was machen wir denn jetzt noch … ich hab noch Platz auf dem Film … der soll doch am Montag zum Entwickeln ….“

… anders kann ich mir diese Mischung aus Kirchen, Schulen und Genossenschaften nicht erklären. Heute würde es in jedem Segment für ein eigenes gut gefülltes „Gruppenfoto“ reichen.

… einfach zum gucken …

Während es Reedereien gibt (und natürlich auch andere Betriebe) die entweder durch konsequenten Familienzusammenhalt oder aber durch geschicktes Management die Jahrzehnte und Jahrhunderte überdauert haben, gibt es immer weider andere, die auf der Strecke bleiben. Hier zusammen gestellt die Flaggen von Binnenreedereien und Partikulieren die vom Markt verschwinden sind.

Aber auch in der Seefahrt ist der Wandel steter Begleiter. Sond sind Betriebe verkauft, fusioniert oder auch mangels Nachfolger eingestellt worden.

Die Frage nach dem Nachfolger ist natürlich eine, die nicht nur Reeder und Schiffseigner betrifft. Auch der Sammler fragt sich, was nach seinem Ableben mit seinem Werk passiert. Mein Vater hatte mehrfach versucht seine Sammlung in Gänze an einer angemessenen Stelle, z.B. einem Museum unter zu bringen. Die Absagen gingen dann so in die Richtung: „Wir haben genug ….“ , „Wir können das aus finanziellen Gründen nicht aufarbeiten …“ , „Wenn Sie es uns bringen, können wir es einlagern …“

Das war alles nicht das, was man nach 40 Jahren akribischem Zusammentragen von Schätzen und Informationen hören möchte. Die Hoffnung das sein Sohn mal weiter machen würde stand zwar im Raum, wurde aber nie offen ausgesprochen – und ehrlich, ich habe lange mit mir gehadert und dann einen Kompromiss gewählt.

Meine Mutter ist über 80 und wollte „das alles raus haben“. Kann ich nachvollziehen – zum Einen war das ja nie ihr Hobby, zum Anderen ist sie auch nicht mehr in der körperlichen Verfassung um alles herum Staub zu wischen.

Da meine Schwester mit der Sammlung nichts zu tun haben wollte – mein Schwager nur zwei Exponate haben wollte, blieb der Rest. Jetzt habe ich natürlich in den letzten 30 Jahren auch ein Leben gelebt. Und ich habe eine Familie, eine Wohnung – in der alles seinen Platz hat – und 6 Raummeter Maritime Sammlung eben nicht eingeplant waren.

Ich habe die großen Exponate veräußert. Und falls das jetzt einer der Käufer liest – die Preise orientierten sich an dem was andere für solche Exponate zahlen oder fordern. Deshalb habe auf den vorhergehenden Seiten immer wieder betont, daß und wie lange mein Vater mitunter gewartet hat, bis er gekauft hat.

Ich werde Teile der Büchersammlung behalten … zumindest bis ich sie gelesen habe. Ansonsten lebe ich im IT-Zeitalter – daher war der Schritt zu diesem Web-Projekt nahe liegend. Was erhalten bleiben wird ist die Sammlung von Tischflaggen – diese wird auch weiter ausgebaut, ebenso die dazugehörigen Chroniken. Der Raumbedarf für die Flaggen ist überschaubar und Geschichte hat mich von jeher faszinieren können.

Und nichts anderes tut Marcollect.de doch – es erzählt und erhält somit Geschichte(n).


Wenn die Bilder teilweise einen Farbstich haben liegt das daran, das es sich noch um Abzüge auf Fotopapier handelt für die zuvor ein Negativ entwickelt wurde. Die Jüngeren kennen das vielleicht nicht mehr – aber vor Digi-Cams und Smartphones musste man mitunter 14 Tage auf das Ergebnis des Foto Shootings warten – und bekam dann nicht immer das zu sehen, was man sich erhofft hatte. Löschen und Neuknipsen …davon hat mein Vater Anfangs noch geträumt.


Wer jetzt Lust auf noch viel mehr Tischflaggen bekommen hat, dem sei das Flaggenbuch ans Herz gelegt. Hier sind alle Flaggen nach Tätigkeitsfelder gelistet – auch die Idee der thematischen Specials wurde übernommen. Einfach mal die Maus im oberen Menu über ‚Flaggenbuch‘ stehen lassen. Mehr aus dem Leben eines Sammlers folgt hier in nächster Zeit. Einfach immer mal wieder reinschauen.

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