Manche Begriffe …

können einen stundenlang beschäftigen. So einige Begriffe konnte ich inzwischen zuordnen. Leider neigen Interessierte Menschen dazu vieles in Abkürzung zu schreiben. Für sie selbst ja kein Problem – man weiß ja, was gemeint ist. Bei dem einen oder anderen Begriff erklären sich die Zusammenhänge auch von selbst …. aber was ist mit ‚ArGe‘?

ArGe steht für Arbeitsgemeinschaft – und davon gibt es sehr viele – nicht nur im maritimen Bereich. Hier gibt es einige ArGe’n die fatalerweise auch noch die gleichen oder verwandte Firmen umfassen. Da kann man schon verzweifeln wenn über all nur ArGe steht – das liest sich wie ein nach Vornamen sortiertes Telefonbuch.

Liebe Sammler – wenn ihr Notizen macht, die Eure Zeit überdauern sollen, freuen sich Eure Erben sich bestimmt darüber wenn Abkürzungen ausgeschrieben werden – das vereinfacht die Aufarbeitung ungemein. 🙂

Inzwischen habe ich 3 große ArGe’n zuordnen können:


Arbeitsgemeinschaft der Hamburger Schiffsbefestiger

Um die Sicherheit des wiederaufkeimenden Seeschiffsverkehrs herzustellen, wurden unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg die kleinen Festmacherbetriebe vom englischen Hafenkommandanten zur Zusammenarbeit verpflichtet. Alle Festmachertarife hatten als Grundlage eine Genehmigung der Preisbildungsstelle der Hansestadt Hamburg.


Arbeitsgemeinschaft der Hamburger Schiffsbefestiger

1946

Max Meyn & W. Hellm

Somit war die Arbeitsgemeinschaft Hamburger Schiffsbefestiger geboren.
Die Geschäftsadresse war damals am Joahnnisbollwerk 19 und der Aussenbetrieb lag, wie teilweise noch heute, an den St. Pauli Landungsbrücken.
Unter der Führung von Max Meyn standen nun die Firmen Georg Barghusen, Wilhelm Hellm und die Vereinigten Bootleute dem Hamburger Hafen rund um die Uhr zu Verfügung.

1975

Neben drei kleinen Harburger Betrieben gab es in Hamburg noch außerhalb der ArGe eine Festmacherfirma; das Familienunternehmen Bootleute Altona Oestmann, welches sich in den siebziger Jahren der ArGe anschloss und derzeit (2008?) gemeinsam mit Firma Max Meyn die Federführung der ArGe innehat.

1985

Lütgens & Reimers GmbH&Co.KG

In den Achtziger Jahren wurde die ArGe dann noch um die Firma Lütgens & Reimers, zum damaligen Zeitpunkt eine Hapag Lloyd Tochter, erweitert.

2002

Bugsier-, Reederei- und Bergungsgesellschaft mbH & Co. KG

Die ArGe steht neuerdings auch im Wettbewerb zur Bugiser die eigenständig in dieses Gebiet eindrang

1. Mai 2019

Die Arbeitsgemeinschaft Hamburger Schiffsbefestiger GmbH & Co. KG („Arge“) bündeln Ihre Kräfte im Zusammenschluß mit der Unternehmen HLM (Hamburg Lines Men GmbH)


Arbeitsgemeinschaft Schleppdampfschiffreedereien für den Hamburger Hafen

Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) wurde 1932 gegründet und 1952 fortgeführt, um für alle den Hafen anlaufende Schiffe einen ‚Rund-um-die-Uhr’ Service anbieten zu können. Eine Öffentlichkeitsarbeit scheint diese anscheinend nicht rechtsfähgige Arbeitsgemeinschaft allerdings nicht zu leisten. Es sind keinerlei öffentliche Informationen zu finden.

Quelle: Hamburg für die Elbe

Lütgens & Reimers GmbH&Co.KG
Lütgens & Reimers GmbH&Co.KG
Petersen & Alpers, Hamburg
Petersen & Alpers GmbH & Co KG
Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchard GmbH
FAIRPLAY Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchard GmbH
Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer GmbH & Co. KG
Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer GmbH & Co. KG
Bugsier-, Reederei- und Bergungsgesellschaft mbH & Co. KG
Bugsier-, Reederei- Und Bergungsgesellschaft MbH & Co. KG

1936

Petersen & Alpers , Lütgens & Reimers, Fairplay und die Neue Schleppdampfschiffahrtsreederei Louis Meyer sichern sich gegenseitig Hilfe bei der Ausführung von Schleppeinsätzen zu.

1946

Der von den Engländern eingesetzte „Port Controller veranlasste die Schleppreedereien, sich zu einer „Tug-Union“ zusammenzuschließen. Diese war Ausgangsbasis für den späteren Zusammenschluß mit Lütgens & Reimers, Petersen & Alpers , Fairplay und Louis Meyer zur „ Arbeitsgemeinschaft der Schleppdampfschiffsreedreien für den Hafen Hamburg “.

1952

Hans E. W. Berndt

Die vier Hamburger Schlepp- und Assistenz-Reedereien Petersen & Alpers, Lütgens & Reimers, Fairplay und die Neue Schleppdampfschiffahrtsreederei Louis Meyer  schlossen sich zur ARBEITSGEMEINSCHAFT DER SCHLEPPDAMPFSCHIFFS-REEDEREIEN FÜR DEN HAMBURGER HAFEN zusammen.
In Konkurrenz zur AG trat die BUGSIER zunächst mit Hans E. W. Berndt zusammen auf. Später zog sich Berndt wieder auch sein angestammtes Gebiet, den Kohlenhandel und die Kohlenfahrt zurück und die BUGSIER setzte die Seeschiffsassistenz allein fort.

1996

1996

Weit über 40 Jahre dominierte die „Arbeitsgemeinschaft Schleppdampfschiffreedereien für den Hamburger Hafen“, im Laufe der Jahre umbenannt in „Arbeitsgemeinschaft der Seeschiffsassistenzreedereien in Hamburg“. In den 90er Jahren gehören der Allianz folgende Unternehmen an:

Petersen & Alpers

Bugsier-, Reederei- und Bergungs-GmbH

Fairplay Schleppdampfschiffsreederei

Lütgens & Reimers GmbH

Neue Schleppdampfschiffsreederei Louis Meyer GmbH und Co KG

1996 geriet dieses Monopol unter Druck als die holländische Kotug mit niederländischen Schleppern mit deutscher Besatzung in das angestammte Terrain drängte.

Quelle: Welt.de


Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz

Bild von Erich Westendarp auf Pixabay

Das Konzept
Aufgabe eines Notschleppers ist es, einem havarierten Schiff, das seine Manövrierfähigkeit eingebüßt hat, zu Hilfe zu kommen, eine Schleppverbindung herzustellen und es so weit zu verschleppen oder gegen Wind und Seegang in kontrollierter Verdriftung zu halten, daß es nicht auf Untiefen aufläuft oder strandet, bis kommerzielle Bergungsunternehmen den Havaristen gefahrlos übernehmen können. Es ist nicht Aufgabe des Notschleppers, kommerzielle Schiffsbergungen durchzuführen. Vielmehr handelt es sich beim Notschleppen um den ersten Zugriff des Küstenstaates zur Abwehr unmittelbarer Gefahren.


Das Notschleppkonzept der Bundesregierung für die deutsche Küste stellt Eingreifzeiten von weniger als 2 Stunden sicher, so daß innerhalb kurzer Zeit sowohl in der Nordsee als auch in der Ostsee ein Notschlepper beim Havaristen eintrifft. Um diese Eingreifzeiten zu erreichen, hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung als Ergänzung der bundeseigenen Mehrzweckschiffe private Schlepper gechartert.

Die „Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz“ besteht aus den folgenden Partnern:

Bugsier-, Reederei- und Bergungsgesellschaft mbH & Co. KG
Bugsier-, Reederei- und Bergungs- Gesellschaft mbH & Co.
Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchard GmbH
FAIRPLAY Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchard GmbH
UNTERWESER REEDEREI GMBH U.R.A.G.
Unterweser Reederei GmbH
WIKING Helikopter Service GmbH

Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz

2001

Im September wurden die Kräfte obiger Firmen in der Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz gebündelt. Durch die Bildung dieser Arbeitsgemeinschaft war es möglich, die Ausschreibungen zur Gestellung von Notschleppern und Boarding-Teams für Nord- und Ostsee für die Gruppe zu entscheiden. Aus Sicherheitsgründen ist gefordert, dass bei Ausfall eines Notschleppers z.B. aufgrund von Wartung, schnellstmöglich gleichwertiger Ersatz bereitgestellt wird. Nur im Rahmen der von allen Partnern betriebenen Flotten ist ein etwaiger temporärer Ersatz möglich.

 

Die Partnerfirmen beschäftigen zusammen mehr als 600 Mitarbeiter und verfügen über insgesamt rund 50 Schlepper – davon 10 speziell ausgerüstete „Feuerlösch-Schlepper“ – mit 2.000 bis 13.200 PS und Pfahlzügen zwischen 25 und 180 t.

 

Neben der Flotte seegängiger Schlepper, betreiben sie aber auch Spezialfahrzeuge wie Seebergungskräne, Pontons und Ölunfallbekämpfungsfahrzeuge. Die Schwestergesellschaft der URAG, Wiking Helikopter, verfügt über allwettertaugliche Hubschrauber. Seit Jahrzehnten ist Wiking in der Lotsenversetzung und Transporten von Menschen und Material über See, speziell in der Deutschen Bucht tätig.

 

Das Wichtigste neben leistungsstarken Schleppern sind jedoch erfahrene Besatzungen, insbesondere gilt dies für Notschleppeinsätze. Zu den Crews gehören daher neben fachlich kompetenten Besatzungen auch Kranführer, Helikopterpiloten, Lotsenversetzer, Festmacher, Bergungstaucher, Bergungsinspektoren sowie Öl- und Brandbekämpfer – das technische „Know-How“ aller Beschäftigten ist somit breit gefächert.

2010

Zur Zeit stellt die Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz dem Bund in der Nordsee den Notschlepper OCEANIC (179 t Pfahlzug, Seeposition Norderney) und in der Ostsee die Notschlepper BALTIC
(127t Pfahlzug, Station Warnemünde) sowie FAIRPLAY 25 (65t Pfahlzug, Station Sassnitz).

2011

BMS OCEANIC wird durch den Notfallschlepper-Neubau NORDIC ( 201t Pfahlzug) ersetzt.

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