Eines der bekanntesten Unternehmen, wenn auch ungleich kleiner als BUGSIER, FAIRPLAY oder URAG, so doch mit
einem einprägsamen und hart erarbeiteten Pseudonym ausgestattet – Taucher Wulf – ist das in Cuxhaven ( und
Rostock ) ansässige Unternehmen Otto Wulf GmbH & Co., KG.
Otto Wulf gründete 1921 sein Tauch- und Bergungsgeschäft mit einem alten, von der Marine erworbenen
Kabelleger – 20 m lang, 5,5 m breit und mit 1 ½ Masten bestückt.
Die Anker von "Nebel– und Sturm–Liegern" hielten oft dem Druck der schweren Seen nicht
stand, was besonders im Herbst, im Winter und bei Eislagen zum Bruch der Ketten führte. Dann begann die
Arbeit von Otto Wulf.... In der Suche nach verlorenen Ankergeschirren entwickelte er eine besondere
Geschicklichkeit und das Glück war ihm sehr oft hold. Das Elbe-Revier war geradezu prädestiniert
für diesen Job. Schon bald hatte er sich solch einen Namen erworben, dass er sein erstes "echtes"
Bergungsfahrzeug, die erste TAUCHER O. WULF anschaffen konnte.
Gründer Otto Wulf starb 1954 nach langer Krankheit im Alter von 67 Jahren. Wulf's Söhne,
Claus und Hans hatten lange vorher schon die Geschäftsführung übernommen.
In all den Jahren wurden manche spektakuläre Bergungen und Hilfeleistungen erbracht....... so
das Freischleppen der Tanker LEXOS und SAXONHILL, Beteiligungen bei den Aktionen um ONDO und FIDES, Bergung
des Tankers RIKOS V und auch Feuerlöscharbeiten beim Brand der EVERLEVEL im November 1983 auf der Elbe.
Seit 1981 ist Otto Wulf auch in der Bohrtätigkeit und Oelförderung sowie im Transport des auf
der Mittelplate geförderten Rohöles nach Brunsbüttel zur ELF–Raffinerie involviert.
Seine Schlepper mussten zu diesem Zweck mit Feuerlöschequipment nachgerüstet werden.
6 Schlepper – TAUCHER O. WULF 3, 4, 5, 6, 8, und 10 sowie die beiden Pontons T.O.W. I und II sind
– etwa im Jahre 2006 – im Einsatz und zudem ein Wassertaxi für die Reede– und
Lotsendienste.
Über das 2009 zusammen mit der Cuxhavener Reederei Frank Dahl gegründete Tochterunternehmen
Wulf Seetransporte GmbH : Co. KG, bietet man ein umfangreiches Leistungsspektrum im Bereich der
Planung und der Bauaufsicht von Neubauprojekten sowie in der Bereederung von Spezialschiffen – etwa
MS KUGELBAKE – und dem technischen Management an.
Die Flagge der E.O.S. von Kapt. Briese, Leer
Ems Offshore Service GmbH & Co. KG mit Sitz in Leer ist eine kleine, aber feine Spezial–Reederei,
die überwiegend Aufträge für die regionale Wirtschaft erledigt.
Im Jahre 1983 von dem umtriebigen Reeder und Kapitän Roelf Briese gegründet, betreibt sie die
beiden Schlepper " EMS PULL " und " EMS TUG " sowie die Pontons "EMS PONTON 1" bis "EMS PONTON
7"
Transportiert ( in der Regel mit einem Ponton im Schlepp ) wird alles was schwer und sperrig ist, wie
Schiffssektionen, Containerkrane, Genaratoren, Stahlkonstruktionen und zudem alles was " rollfähig"
ist.
Geschleppt wird alles, was sich von einem Schlepper ziehen oder schieben lässt.....
die eigenen Pontons ebenso wie ganze Schiffe – eben alles, was schwimmt......
Viele Projekte kommen direkt aus der Briese–Gruppe, zu der Hafen–Terminals mit Windkraftanlagen–
Kunden in Emden und Papenburg gehören, wie über die eigene OWT–Offshore–Wind–Technologie GmbH.
Der Transport von Windkraftanlagen und Teilen davon (Turmsegmente, Flügel, Maschinenhäuser)
stellen im Bereich der westlichen deutschen Hafen- und Wattlandschaft ein enormes Transport–Potenzial.
Einige der wichtigen Hersteller und Windparkbetreiber sind im Bereich westliches Ostfriesland ansässig.
Auch die Werften, allesn voran Meyer, werden mit Komponenten wie Schornsteinen für Kreuzliner etc,
mittels Schlepper und Pontons über die Ems beliefert.
Flaggen der SBU, Bremen + Elbclearing, Stade
Bei diesen beiden Unternehmen, SBU – Schleppbetrieb Unterweser GmbH & Co. KG, Bremen
und ELBCLEARING GmbH & Co. KG, Stade–Bützfleth handelt es sich um regional zum Einsatz
kommende, kleinere Schleppbetriebe.
Der SBU – Schleppbetrieb Unterweser GmbH & Co. KG. war im Ursprung eine Genossenschaft.
..... denn im Jahre 1940 schlossen sich auf der Weser einige Einzelfirmen mit zusammen 12 Schleppfahrzeugen
zu einer Genossenschaft zusammen. Das war die Geburtsstunde der " eingetragenen Genossenschaft SBU ".
Einer der Köpfe der SBU war Fokko Jelten. Das Tätigkeitsgebiet der Genossen erstreckte sich auf die
Unterweser, die Mittelweser und die Oberweser bis Minden sowie die angrenzenden Kanalgebiete und Nebenflüsse.
Die Flotte zu jener Zeit bestand aus Dampf– und Motorschleppern von 300 und 500 PS. Erst in 1970 waren
die Genossenschaftsbedingungen nicht mehr erfüllt und die SBU wurde in eine GmbH & Co, KG umgewandelt.
Gesellschafter waren die beiden Gründungsmitglieder von 1940 – Fokko Jelten und Friedrich Högemann.
In 2010 dürfte die SBU noch mit vier kleinen Schleppern mit Pfahlzügen von max. 10 Tonnen regional
in und um Bremen zum Einsatz kommen.
Die ELBCLEARING GmbH & Co. KG, ging am 17. Oktober 1972 aus den Wurzeln der Spedition Bockelmann,
sowie den Gesellschaftern der Vereinigten Hamburger Ewerführereien hervor, an deren Reedereiflagge mit
den beiden roten Deltas auf weißem Grund die Elbclearing–Flagge angelehnt ist. Aufgabenbereich war
zunächst der Umschlag und der Transporte von Explosivstoffen.
Die Tätigkeiten wurden 1975 ausgeweitet auf Agentur – Schiffsassistenz – Festmacherei –
Umschlag – Transport – Reede– und Baustellendienst. Im Hafen Stade–Bützfleth und
auf der Unterelbe werden rund um die Uhr nahezu alle von den Unternehmen der See– und Binnenschifffahrt
benötigten Leistungen angeboten.
Mit den ersten Baustofftransporten für den neu entstehenden Industriehafen Stade–Bützfleth,
sowie den auf dem Bützflether Sand entstehenden Werken, gewann auch die Seehafendienstleistung immer mehr an Bedeutung.
Nicht uninteressant ist auch die tatsache, daß die Firma Elbnclearing bei der Gründung der Elbe–
Humber–RoRo, der heutigen DFDS–Thor–Line, Partner der Deutsche Bahn AG gewesen ist.......
...... und dann gibt es noch eine ganze Anzahl von Hafen– und Reede– Dienstleistern wie
Entsorgungsbetriebe, Wasserbau–Unternehmen, kleinere Ewerführereien usw. die zur Bewältigung
ihrer Aufgaben auf Schlepper angewiesen sind und selbst den einen oder anderen solchen betreiben ......
Aus einer Vielzahl wahlfrei herausgegriffen diese .....
Auswahl "anderer " Schleppereigner
Jade-Dienst GmbH, 26382 Wilhelmshaven, gegründet 1951 als Dienstleister für die Schiffahrt.
Heute bereedert man ein Ölbekämpfungsschiff des Niedersächsischen Landesbetriebs für
Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK) und man ist in den Bereichen "Unterwasserarbeiten",
Schiffsmeldedienst und Lotsenversetzung involviert.
Walter Lauk Ewerführerei GmbH, 20457 Hamburg wurde erst 1982 gegründet und betreibt, neben
Seehafenspedition, mit Schleppern, Pontons und Schuten Hafenschiffahrt. Daneben wird mittlerweile eine Flotte
von 15 Binnenschiffen betrieben.
Hinrich K. P. Vogler GmbH., 20457 Hamburg wurde 1888 im Juli als Ewerführerei, Naßbagger–
und Transportbetrieb gegründet. 1999 erfolgte die Insolvenz und Übernahme durch einen Käufer, der
den Betrieb unter seinem alten Namen in den Bereichen Wasserbau – Uferbefestigungen – Böschungsbau
– Nassbaggerei – Vermietung von Wasserfahrzeugen und Schleppschifffahrt auf Alster und Bille sowie auf
der Elbe und seinen Nebenflüssen am Markt halten kann.
Bitunamel Feldmann GmbH, 23554 Lübeck wurde 1965 als Dienstleister für Schiffahrt und
Schiffbau gegründet. Heute bietet das mittlerweile international tätige Unternehmen, einen
großen, modern ausgestatteten Fuhrpark mit Saug–, Tank– und Containerfahrzeugen für
Tankü und Schiffsreinigungen aber auch für Abfall– und Produkttransporte an. "Wasserseitig"
können Entsorgungstankschiffe, Tankleichter sowie Schlepper, bereederte Ölbekämpfungsschiffe
und Landungsboote nicht nur für die Schiffentsorgung und Öltransporte, sondern auch für
Bergungen und Havariefälle eingesetzt werden.
..... die Zahl der Unternehmen, die nicht unbedingt Schleppunternehmen sind und doch Schlepper besitzen,
könnte noch lang fortgesetzt werden. Es soll aber bei diesen Beispielen bleiben ....
Carl Rob. Eckelmann / Hans. E. W. Berndt, Hamburg
..... einer der wohl ältesten und größten " Schleppbetriebe",
– korrekt : HAFEN–Schleppbetriebe ̵ dürfte die
Hamburger Eckelmann–Gruppe (gewesen) sein. Allerdings tritt dieses Geschäft immer
weiter in den Hintergrund. Schwerpunkt der Eckelmann–Gruppe sind heute die EUROKAI–, EUROGATE–
Hafenbetriebe und ihre Töchter. Dennoch ist Eckelmann auch heute noch im Hafen–Schlepp– und
Schub–Betrieb sehr aktiv......
Im Jahre 1865 legte Firmengründer Cordt Eckelmann mit dem Bau eines eigenen Lastkahns aus Holz den
Grundstein für das spätere Familienunternehmen Carl Robert Eckelmann. Aus der Ewerführerei wurde
im Laufe der Generationen ein breit gefächertes Dienstleistungsunternehmen.
1948 umfasste die Schutenflotte schließlich eine Tonnage vom 5500 Tonnen, sowie vier Schlepper und
eine Barkasse.
1979 wurde die Firma Carl Robert Eckelmann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Aus dem alten
Ewerführereigewerbe ist heute eine vielschichtige und stark diversifizierte Dienstleistungs–Unternehmens–Gruppe
geworden.
Mit einer Schiffstonnage von rund 60.000 t Tragfähigkeit ist die Carl Robert Eckelmann Transport u. Logistik
GmbH heute ein führender Dienstleister im wasserseitigen Transport in Norddeutschland. Der Schiffspark
besteht aus Schubbooten, Schleppern, Tankschiffen, Tankleichter sowie einer Flotte von mehr als 100
Trockenleichtern in Größenordnungen bis zu 2.300 t pro Einheit. Für Container- und
Schwerguttransporte innerhalb des Hamburger Hafens und dem angrenzenden Binnenwasser-Straßennetz bietet
Eckelmann mit dem " Containertaxi" eine flexible, kostengünstige und umweltfreundliche
Transportmöglichkeit.
1930 gründete Hans Emil Wilhelm Berndt in Hamburg einen Kohlenhandel. Ab 1944 wurde auch das
Bebunkern von Schiffen mit Bunkerkohle übernommen.
Ab 1950 nahm das Unternehmen den Betrieb einer Ewerführerei auf, um mit Barkassen, Schuten und
Schleppern die Versorgung der HEW Kraftwerke mit Kohle durchzuführen.
Nach dem Tode des Bruders – 1976 – wurde Paul F. C. Berndt im Jahre Alleininhaber und
führte das Unternehmen von da an als "Ewerführerei u. Binnschiffahrt sowie Brennstoffhandel
."
Im Jahre 2008 wurde die Hans E. W. Berndt GmbH & Co. KG von Eckelmann übernommen. Die Firma
arbeitet unverändert, mit gleichem Personal im angestammten Segment weiter.
....... und dann gab es und gibt es Unternehmen, die sich als Schleppbetriebe – auch in Nischen
– einen Namen gemacht haben, erloschen oder aus diesem Gewerbe ausgestiegen sind .....
wahllos diese ......
Auswahl "ehemaliger " Schlepper-Reeder
Eines der ältesten und doch ( als Schleppbetrieb ) heute unbekannten Unternehmen war
Max Sötje in Hamburg. 1885 begann er mit Binnen–Tankschiffen um dann 1887 auch Tankleichter
und Schlepper zum Einsatz kommen zu lassen. Wann die Schleppschiffahrt eingestellt wurde ist nicht bekannt.
Die Tankschiffahrt wurde an Werner Kortmann (tankfracht) verkauft und wird heute von Oeltrans
weitergeführt......
1967 gründete die Stockholmer A/B Neptun in Hamburg die NEPTUN Bergungsgesellschaft mbH,
später NEPTUN Transport & Marine Service GmbH.
Bergungsgeräte sowie Schlepper und Schwimmkräne wurden in Deutschland registriert. Der Grund lag
wohl darin, im Raume der EWG aktiv sein zu können. Gelegentlich wurden Schiffsbergungen und Wrackbeseitigungen
durchgeführt, das Hauptaufgabengebiet war jedoch weltweiter Einsatz im Offshore–Geschäft.
Aufgrund wirtschaftlicher Turbulenzen innerhalb der Broström–Gruppe im Jahre 1986 wurde die
Neptun–Group zerschlagen. Das normale Schleppgeschäft wurde von ScanTugs bzw. der Röda Bolaget
weitergeführt, das Offshore–Montagegeschäft weitgehend eingestellt. Das maritime Arbeitsgerät,
Hebeschiffe, Spezialfahrzeuge, Großpontons wurden an ausländische Wettbewerber verkauft.
Die Neptun Transport & Marine Service GmbH in Hamburg wurde bis Ende des Jahres 1987 "abgewickelt".
Die Hamburger Geräte übernahm SMIT international, Rotterdam incl. eines Großteils der
Führungsmannschaften.
Ein "Nischenspezialist" war Kapitän Heinz Schumacher aus Elsfleth.
1985 beschaffte sich Vorfahr Zurmühlen Schumacher einen 180–PS–Dampfschlepper mit dem
er auf der Hunte von Oldenburg bis Bremen reichlich Arbeit hatte. Die Nachfahren – sämtlich
Kapitäne – bauten den Betrieb bis auf zunächst 3 Schlepper aus.
Ab 1965 war es Kapitän Heinz Schumacher der die Flotte Ende der 60er Jahre auf 6 Schlepper ausbaute.
Schumacher hatte ein EG-Patent auf seine zwei von im entworfenen "Schlickpflüge". Diese sind
sehr geeignet zum Einebnen von Unterwasser–Unebenheiten und Bodenwellen und vornehmlich in künstlichen
Kanälen, aber auch in Flüssen anzutreffen. Häufig war deshalb ein Pflug im Mittellandkanal im
Einsatz.
Als Kapitän Heinz Schumacher am 5. September 2008 73 Jahre alt wurde fasste er den Entschluss aufzugeben.
Seine Schlepper wurden verkauft, die meisten an Kapt. Hesse nach Leer.
Auch die in Nordenham ansässige Midgard GmbH & Co. KG betrieb immer einige Schlepper.
An keiner Stelle der Werbung und der Chroniken werden aber die Aktivitäten als Bugsierunternehmen mit
eigenen Bugsier–Schleppern innerhalb der Arbeitsgemeinschaft mit URAG und der T&S erwähnt........
Nach Ausserdienststellung der alten Dampfschlepper in den 50ern wurden 1973 bei Schichau VSP–Schlepper
bestellt, die 1988 bei Hegemann zu 3–Mann–Schleppern umgebaut wurden. Hegemann lieferte 1983 auch
den Neubau MIDGARD III.
MIDGARD I und III sind im Seeschiffsregister eingetragen, MIDGARD II hingegen wird als Binnenschiff
betrieben. Heimathafen aller 3 Schlepper : Nordenham.
Im Zuge der Konzentration auf ihr Kerngeschäft hat die mittlerweile Rhenus Midgard AG heißende
Firma zum 1. Juli 2004 ihr Schleppgeschäft an die Unterweser Reederei GmbH (URAG) in Bremen
verkauft. Alle 14 Besatzungsmitglieder der beiden Schiffe wurden zu unveränderten Bedingungen übernommen.
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