Mit dem Wort Meeresforschung werden in erster Linie die staatlichen bzw. institutionellen Meeres– und
Polar–Forschungsinstitute in Verbindung gebracht –
Diese Institiute lassen ihre Forschungsschiffe durch erfahrene deutsche See-Reedereien betreuen,
wie etwa die alteingesessene Hamburger Reederei F. Laeisz und die Leeraner Reederei Roelf Briese.
Neben diesen Instituten beschäftigen sich private Reedereien – neben der Bereederung der
Instituts–Flotten – mit der Forschungsschiffahrt, indem sie selbst Forschungsschiffe in Charter
oder im Eigentum halten, die kommerziell betrieben werden – d. h. sie werden im Auftrag von Industrieunternehmen
tätig, etwa bei der Suche nach Manganknollen. o. ä.
Soweit Tischflaggen in der Sammlung vorhanden sind, sollen die Einheiten hier kurz vorgestellt werden.....
FS POLARSTERN – Kraftprotz und Technikwunder und doppelwandiger Eisbrecher, der bei Außentemperaturen
bis zu –50ºC arbeiten und gegebenenfalls im Eis der polaren Meere überwintern kann.
"Polarstern" kann 1,5 Meter dickes Eis mit einer Geschwindigkeit von ca. 5 Knoten durchfahren.
Dickeres Eis muss durch Rammen gebrochen werden.
FS POLARSTERN (Bereederung durch Laeisz) ist neben dem FS MARIA S. MERIAN des IOW das einzige eisbrechende
Forschungsschiff in Europa.
Neben POLARSTERN kommen für das AWI weitere, kleinere Forschungsschiffe– und Forschungsboote zum
Einsatz, die bestimmten Fahrtgebieten bzw. Instituten zugeteilt sind &
Neben diesen kleineren, regionalen Forschungseinheiten ist für das AWI mit FS HEINCKE ein weiteres größeres
Forschungsschiff in Fahrt.
Der Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG in Leer ist eine spezielle Abteilung für die
Forschungs–Schifffahrt angegliedert, die insgesamt fünf Instituts–Schiffe bereedert und
zudem mit FS GRINNA eine eigene Forschungseingheit in Fahrt hält, die am freien Markt
eingesetzt wird.
Die einzelnen Forschungsschiffe werden anhand ihrer Tischflaggen / Tischbanner im Verlaufe dieser Seite vorgestellt.
Die Geschichte des IFM geht zurück auf das Jahr 1902 .....
.....1937 wurde dann das Institut für Meereskunde als Universitätsinstitut von dem Zoologen Adolf
Remane gegründet.
Zweiter Direktor wurde 1944 der Meereschemiker Hermann Wattenberg, der mit neun
Mitarbeitern im gleichen Jahr bei einem Bombenangriff auf Kiel im ersten Institutsgebäude in Kitzeberg
auf dem Ostufer ums Leben kam.
Die schnelle Entwicklung des völlig zerstörten Instituts nach dem
Zweiten Weltkrieg ist wesentlich der Aufbauarbeit von Georg Wüst und Gänter Dietrich als
Institutsdirektoren zu verdanken. Das alte Institutsgebäude in der Hohenbergstraße wird heute noch als
Nebengebäude genutzt.
1972 wurde der Institutsneubau zwischen dem Düsternbrooker Weg und der
Kiellinie bezogen (Erweiterungsbau 1988). Zum Institut gehört eine eigene Pier für die
Forschungsschiffe.
1987 wurde am Kieler Ostufer das Forschungszentrums für Marine Geowissenschaften GEOMAR gegründet.
Während sich das Institut für Meereskunde mit den physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen
im Meer und der Wechselwirkung mit der Atmosphäre beschäftigte, standen bei Forschung des GEOMAR
die geologischen, geophysikalischen und geochemischen Prozesse des Meeresbodens und der Interaktion mit der
Wassersäule im Vordergrund.
IFM–GEOMAR betreibt insgesamt vier Forschungsschiffe – zwei kleinere Einheiten, den Forschungskutter
LITTORINA, das kleine Forschungsschiff POLARFUCHS (in der Bereederung der RF-Forschungsschiffahrt – s.u.)
sowie die beiden großen und bekannten Hochsee-Forschungsschiffe
FS ALKOR und FS POSEIDON.
Baujahr 1990 – BRT 999,08 – Länge 55,20 m – Breite 12,50 m –
Tiefgang 4,16 m – Geschwindigkeit 12,5 kn – Aktionsradius 7.500 sm –
Besatzung 10 nautisch/technisches Personal – Wissenschaftler 12 ( und 3 Reserve )
Seit der Indienststellung der neuen "ALKOR" im Jahr der deutschen Vereinigung hat das Forschungsschiff
insgesamt 220.000 sm zurückgelegt (entspricht dem 10fachen Erdumfang) und 155 längere
Forschungs–Fahrten durchgeführt. Zudem war in dieser Zeit das Schiff an 2.265 Tagen für eintägige
Lehr– bzw. Praktikumsfahrten und Mehrtagesfahrten in See. Ingesamt waren 10.967 Wissenschaftler,
Techniker und Studenten eingeschifft. Die "ALKOR" wurde seit Indienststellung gemäßM dem
unveränderten Fahrterlaubnisschein für "Kleine Fahrt" fast ausschließlich in der Ostsee,
dem Kattegat und Skagerrak sowie in der Nordsee eingesetzt. Die längste Forschungsfahrt führte 1992
in küstennahen Gewässer vor Portugal.
Am 10.9.1974 wurde der Schichau Unterweser AG (SUAG) in Bremerhaven der Auftrag erteilt, das
FS "Poseidon" für das IFM – Institut für Meereskunde Kiel, zu bauen.
Baujahr 1976 – 1.049 BRT – Länge 60,80 m – Breite 11,40 m &ä8211;
Tiefgang 4,365 m – Geschwindigkeit 12,5 km – Aktionsradius 4. 000 sm
Besatzung 16 nautisch/technisch und 11 Wissenschaftler
Mit seiner Länge von rund 60 m gehört die FS Poseidon zu den mittelgroßen deutschen Forschungs-schiffen.
Zwölf Wissenschaftler und Wissenschaftler– innen finden auf ihr Platz. FS Poseidon gehört dem Land Schleswig-Holstein und
wird vom Institut für Meereskunde der Universität Kiel betrieben. FS Poseidon wird von der Reederei
Briese in Leer bereedert. Ihr Operationsgebiet beschränkt sich auf den Atlantik und seine Randmeere.
Ein weiteres deutsches Institut beschäftigt sich mit der Erforschung der Meere und des Meeresbodens, das
in Warnemünde ansässige IOW –Leibnitz–Institut für Ostseeforschung. Eine Tischflagge dieses
Institutes hat den Weg noch nicht in die Sammlung gefunden – dem Vernehmen nach soll es keine solche geben.
Die Akademie der Wissenschafen der DDR, – Institut für Meeresforschung betrieb "seinerzeit"
die Ozeanographischen Forschungsschiffe " Alexander von Humboldt " und " Professor Albrecht Penck ".
Etwas zur Geschichte......
Die Akademie
sollte künftig als "höchste wissenschaftliche Institution" Forschungs– institute für
bestimmte Forschungs– aufgaben gründen und erhalten. Traditionelle Arbeitsformen, wie wissenschaftliche
Kommissionen und Unternehmungen, blieben daneben bestehen. Die Umgestaltung der Berliner Akademie erfolgte
nach dem Vorbild der sowjetischen Akademie der Wissenschaften. Sie entsprach aber auch den Vorstellungen
der Akademiemitglieder, die bereits 1930 in einer Denkschrift vom preußischen Staat die Bildung von
geistes– und naturwissenschaftlichen Instituten an der Akademie gefordert hatten.
Mit dem SMAD-Befehl Nr. 309 vom 18. Oktober 1946 wurden der Akademie erste Institute und Einrichtungen angegliedert.
Am 7. Oktober 1972 erfolgte die Umbenennung der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin in Akademie
der Wissenschaften der DDR.
Die "Professor Albrecht Penck" war bis zum 21. August 2010 – dem Tag seiner Ausserdienststellung
– nicht nur das älteste noch in Betrieb befindliche deutsche Forschungsschiff, es ist auch das
Schiff mit der längsten Einsatzzeit im Dienste der deutschen Meeresforschung.
" Die PENCK " wurde am 29. August 2011 außerdienst gestellt und an ein norddeutsches Konsortium
verkauft.
Als Ersatz bekam das IOW eine sehr gute gebrauchte Einheit zugeteilt......
Das Eisrandforschungsschiff "Maria S. Merian" – "Das modernste Forschungsschiff der Welt" !!!
Im Rahmen einer Bund–Länder Arbeitsgruppe haben sich 2001 die Länder Schleswig–Holstein,
Hamburg, Bremen und Mecklenburg–Vorpommern sowie der Bund, vertreten durch das Bundesministerium für
Bildung und Forschung, bereit erklärt, das neue Eisrandforschungsschiff mit dem Namen "Maria S. Merian"
zu finanzieren. Es sollte am IOW beheimatet sein und von hier aus für die Wissenschaft eingesetzt werden.
Die Koordination / Disposition der " Maria S. Merian " erfolgt allerdings nicht in Warnemünde
sondern zusammen mit dem "FS METEOR" bei der Leitstelle Meteor/Merian, die an der Universität Hamburg.
Die dritte und aktuelle "Meteor" wurde am 15. März 1986 in Dienst gestellt.
Eigner des Schiffes ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF).
Betrieben wird das Schiff von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Die Bereederung erfolgt durch die Niederlassung Bremerhaven der Hamburger Reederei F. Laeisz GmbH.
Die Koordination der wissenschaft– lichen Fahrtplanung liegt bei der Senats–Kommission für Ozeanographie, die
Durchführung erfolgt durch die Leitstelle Meteor/Merian, die an der Universität Hamburg angesiedelt ist.
Finanziert werden die Einsätze des Schiffes entsprechend der Nutzung zu 70 % von der DFG und zu
30 % vom BMBF.
Das Schiff wurde 1985/86 auf der Schlichting-Werft in Travemünde gebaut. Es bietet Unterkunft
für 32 Besatzungsmitglieder sowie 28 Wissenschaftler und bis zu zwei Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes,
die verantwortlich für die Bordwetterwarte sind. Ein Wetterfunktechniker befindet sich dabei ständig
an Bord, bei Bedarf darüber hinaus auch ein Meteorologe.
Gründung der RF im Jahre 1975 um die mit FS VALDIVIA im Jahre 1970 begonnen Aktivitäten ihrer
Muttergesellschaften + Unterweser Reederei GmbH (URAG) + und +Vereinigte Tanklager– und
Transportmittel GmbH (VTG) " im Bereich der Forschungsschifffahrt zu konzentrierten und auszubauen.
( Die Tischflagge sah seinerzeit wesentlich konservativer aus als die heutige, die nach dem Wechsel unter das
Dach der Buxtehuder Thesenfitz/Linnhoff-Gruppe neu designt wurde. (die alte Flagge ist natürlich auch
Bestandteil der Sammlung ))
Zum 10 jährigen Jubiläum im Jahre 1985 bereederte die RF die folgenden Einheiten :
RS Resarch Shipping wurde 1995 von Christoph Hempel gegründet.
Leider konnte es bisher nicht gelingen, die neue Flagge – eigentlich identisch, bis auf den Austausch
des R gegen ein H – in die Sammlung zu bekommen.
Bereedert werden derzeit vier Einheiten :
seit kurz nach der Gründung " FS VICTOR HENSEN " ( bis dahin bei RF–Forschungsschiffahrt )
und " FS AURELIA " sowie neuer " FS FUGRO GAUSS " und " FS AQUARIUS "
das Alfred-Wegener-Institut für Polar und Meeresforschung in Bremerhaven – kurz : AWI,
das Leibnitz–Institut für Meereswissenschaften der Uni Kiel – kurz : IFM–GEOMAR,
das Leibnitz–Institut für Ostseeforschung Warnemünde der Uni Rostock – kurz : IOW –
( das ehemalige Institut für Meereskunde bei der Akademie der Wissenschaften der DDR.)
Hier sind in erster Linie die RS – Reederei Forschungsschiffahrt, in Bremen, ein Schwesterunternehmen der bekannten URAG zu nennen, die sowohl die FS SONNE und SCHALL selbst betreibt, als auch das FS POLARFUCHS für IFM-GEOMAR betreut.....
... aber auch die ebenfalls in Bremen ansässige Hempel Shipping GmbH (ehemals Resarch Shipping GmbH.)
mit ihren 4 Forschungs-Schiffen MS AURELIA, MS VIKTOR HENSEN, MS FUGRO GAUSS und MS AQUARIUS
... und die Reederei Roelf Briese aus Leer mit dem reedereieigenen FS GRINNA
Von Nordpol bis Südpol, vom Flachwasser bis in die Tiefsee : Das Alfred-Wegener–Institut
für Polar– und Meeresforschung erforscht seit mehr als 25 Jahren die Zusammenhänge des
weltweiten Klimas und der speziellen Ökosysteme im Meer und an Land. Zentraler Forschungsschwerpunkt
sind die eisigen Welten der Arktis und Antarktis. Außerdem führt das Alfred–Wegener–Institut
wissenschaftliche Projekte in den gemäßigten Breiten durch. Das nötige Know–how
gewährleisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen und Nationen.
Gemeinsam und übergreifend untersuchen sie die Klima–, Bio– und Geosysteme der Erde. Ziel
der Forschungsarbeiten am Alfred–Wegener–Institut ist, die Veränderungen der globalen
Umwelt und des Erdsystems zu entschlüsseln, die teils natürlich und teils durch den Menschen
hervorgerufen sind.......
FS UTHÖRN – fährt ausschl. in der Nordsee und gehört zur Biologischen Anstalt Helgoland
FB MYA – ist ausschl. im Nordsfriesischen Seegebiet und ist der Wattenmeerstation Sylt zugeteilt.
FB AADE – ist ein Boot der Biologischen Anstalt Helgoland und arbeitet max. in Sichtweite der Insel
FB DÜKER – ist ein Boot der Biologischen Anstalt Helgoland und arbeitet max. in Sichtweite der Insel
FS Heincke ist ein baugleiches Schwesterschiff des FS Alkor. FS HEINCKE ist im Besitz der
Bundesrepublik Deutschland und wird von der Biologischen Anstalt Helgoland, einer Außenstelle des
Alfred–Wegener–Instituts für Polar– und Meeresforschung betrieben.
Bereedert wird das Schiff von der Reederei Roelf Briese im Ostfriesischen Leer. Das Einsatzgebiet der Heincke
konzentriert sich im Wesentlichen auf die Nord- und Ostsee.
Kapt. Roelf Briese, Sohn eines Ditzumer Kutterfischers, ist ein aufgeschlossener Geschäftsmann, mit
einer Nase für jedes Geschäft – mehr als 100 Frachtschiffe in Fahrt, Brücken-Ersatzdienst
– mit der extra für diesen Zweck angekauften Flußfähre " JULIUS " – während
des Umbaus der Jan–Berghaus–Brücke, Übernahme eines Teils der alten
Janssen–/Schlömer–Werft und zeitweise Betrieb der "Nesse–Werft",
Bau und Betrieb eines Fahrradhotels in seinem Heimatdorf Ditzum – vieles mehr wie eben Forschungsschiffahrt.....
Das Institut ( IFM–GEOMAR)in der heutigen Form entstand im Jahr 2004 durch die Zusammenführung
der "Stiftung für marine Geowissenschaften" (GEOMAR) und dem "Institut für
Meereskunde an der Christian–Albrechts–Universität zu Kiel" "IfM".
Ersatzweise soll dann hier das Banner des Vorgänger–Institutes aus den Zeiten vor der politischen
Neuordnung gezeigt werden, das Banner der Akademie der Wissenschaften der DDR......
Meeresforschung der DDR (Seite 1)
Die Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin war eine Nachfolgeorganisation der 1700 von Gottfried
Wilhelm Leibniz gegründeten Kurfürstlich Brandenburgischen Sozietät der Wissenschaften.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie mit dem SMAD-Befehl Nr. 187 vom 1. Juli 1946 wieder eröffnet.
Meeresforschung der DDR (Seite 2)
Das IOW wurde 1992 als Nachfolger des Instituts für Meereskunde Warnemünde (Akademie der Wissenschaften
der DDR) gegründet. Es dient der interdisziplinären Meeresforschung mit besonderer Hinwendung zu
Küsten- und Randmeeren. Die Ostsee fungiert dabei als ideales Fallbeispiel vor der Haustür. Durch die
vier am IOW vertretenen Fachsektionen : Physikalische Ozeanographie / Messtechnik, Meereschemie,
Biologische Meereskunde und Marine Geologie ist gewährleistet, dass alle wesentlichen Aspekte einer
marinen Ökosystemforschung gebührend berücksichtigt werden können.
Bis zum Jahre 2004 waren für das IOW zwei Forschungsschiffe in Fahrt. "FS Alexander von Humboldt"
wurde dann aus der Fahrt genommen – übrig blieb "FS Prof. Albrecht Penck". Bereits im Jahre
2005 wurde dem Institut aber ein Neubau zugeordnet, "FS Maria S. Merian", das modernste Forschungsschiff
der Welt....... beide werden von der Reederei Briese in Leer bereedert.
Ozeanologische Messfahrten in der Anfangszeit wurden mit einfacher gerätetechnischer Ausrüstung
durchgeführt. Doch auch mit Handwinden, Nansen-Schöpfern, Kippthermometern und Ekman–Merz–Strömungsmessern
wurden von dem auf jeder Station ankernden Schiff beachtliche Ergebnisse erzielt und unter anderem wichtige
Grundlagen zur Beurteilung langfristiger Veränderungen in der Ostsee geschaffen. Die so gewonnenen Daten
stellen heute einen messtechnischen Schatz dar. Ununterbrochene Beobachtungen über fast 60 Jahre haben
Klimageschichte der Ostsee geschrieben, sie bilden das Fundament der IOW-Datenbank und für die zusammenfassende
Monografie "State and Evolution of the Baltic See 1952-2008".
Auf etwa 950 Forschungsfahrten vom äquatorialen Atlantik bis zum Europäischen Nordmeer, aber mit
dem Einsatzschwerpunkt in der Ostsee, legte die "Professor Albrecht Penck" alles in allem 640 000
Seemeilen oder 1 186 000 km zurück. Das entspricht ungefähr dreißig Erdumrundungen. Bei einer
mittleren Geschwindigkeit von 8 Knoten war die " Penck " ca. 80 000 Stunden in Fahrt von einer
Forschungsaufgabe zur nächsten. Zusammen genommen waren das fast 10 Jahre reine Dampfzeit auf See, bei
Tag und Nacht, bei Wind und Wetter, immer sicher und unfallfrei. Alle, die je mit der "M Penck "
unterwegs waren, werden die " alte Dame " künftig sehr vermissen.
Stimme einer mitfahrenden Forscherin .....
Trotz ihrer "Kleinheit" war sie mit viel Laborplatz ausgestattet. Relativ viel Wissenschaft auf relativ
wenig Schiff : das erfordert ein hohes Maß an Koordination und Kooperation zwischen der Mannschaft
und der wissenschaftlichen Crew, was an Bord zu einer sehr freundschaftlichen Atmosphäre geführt hat.
Unter diesen Bedingungen machte die Arbeit deutlich mehr Spaß und lief viel unkomplizierter ab als auf
größeren Forschungsschiffen.
Das neue Forschungsschiff des Leibniz–Institutes für Ostseeforschung Warnemünde wurde
am 22. Juni auf den Namen "Elisabeth Mann Borgese" getauft.
Die Wahl fiel nicht von ungefähr auf die jüngste Tochter des Schriftstellers Thomas Mann
und seiner Frau Katia. Elisabeth Mann Borgese ist als "Botschafterin der Meere" weltweit
bekannt. In ihrer zweiten Lebenshälfte bis zu ihrem Tod im Februar 2002 wandte sie sich
der wissenschaftlichen und politischen Arbeit zum Schutz der Meere zu.
Die "Elisabeth Mann Borgese" ersetzt die im August 2010 aus dem wissenschaftlichen
Dienst gestellte "Professor Albrecht Penck". Ihr Einsatzgebiet ist in erster Linie die
Ostsee.
Die bisher vom Wehrtechnischen Dienst der Marine genutzte "Schwedeneck" (Baujahr:
1987; Länge: 56,56 m; Tiefgang: 3,50 m, Max. Fahrt 14,5 kn), steht jetzt neu ausgerüstet
der zivilen Forschung zur Verfü, gung.
Umgerüstet wurde das Schiff auf der Peene–Werft in Wolgast. Es brachte bereits gute
Voraussetzungen für die neue Aufgabe mit: Es verfügt über einen diesel–elektrischen
Antrieb, Flossenstabilisierung, Bug– und Heckstrahlruder und Hydrografenschacht. Damit
ist eine gute Lage und Manövrierfähigkeit auch bei Seegang gesichert.
Beim Umbau in Wolgast wurden insbesondere Laborräume fest eingebaut und der
Hauptkran gegen einen leichteren ausgetauscht. Insgesamt verfügt das Schiff jetzt %#252;ber
97 m2 Laborfläche und ein zweckmäßiges, großes Arbeitsdeck. Zwölf
WissenschaftlerInnen und eine Besatzung von elf Personen finden darauf Platz.
Das IOW und die Reederei Briese haben den Umbau gemeinsam betreut.
Insgesamt wurden in Kauf, Umbau und wissenschaftliche Ausstattung des Schiffes 6,5 Millionen Euro investiert, die das Land Mecklenburg-Vorpommern und das
Bundesministerium für Bildung und Forschung je zur Hälfte finanzierten. Schiffseigner
ist seit dem 3. März 2011 das Land Mecklenburg-Vorpommern.
Daraufhin wurde im ersten Halbjahr des Jahres 2001 von einem Wissenschaftlich–Technischen–Fachausschuss
ein Anforderungskatalog an ein solches Schiff erarbeitet.
Im Herbst 2001 erfolgte die Ausschreibung und schließlich der Abschluss des Bauvertrages am 29.Juli 2002
durch das Land Mecklenburg–Vorpommern als Bauherr mit der Kröger Werft in Schacht–Audorf bei
Rendsburg. In diesem Vertrag sind die allgemeinen Daten des Schiffes festgelegt.
Am 11. Juni 2003 erfolgte die Kiellegung in Danzig. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde das Schiff am 26. Juli 2005
in Schacht–Audorf getauft. Die feierliche Übergabe des FS "Maria S. Merian" an das
Leibniz–Institut für Ostseeforschung in Warnemünde fand am 9. Februar 2006 statt.
Das 95 Meter lange Hightech–Gefährt ist für den Einsatz im Atlantik bis zum Eisrand, für
Nord– und Ostsee, aber auch für Fahrten bis zum Äquator geeignet. Es ist damit außer der
"Polarstern" das einzige europäische Forschungsschiff, das auch im Eis einsatzbereit ist.
Die "Maria S. Merian" bietet mit ihren zahlreichen Labor– und Arbeitsräumen Platz für
22 Forscher und 21 Besatzungsmitglieder.
RF - Forschungsschiffahrt GmbH., Bremen
FS POSEIDON (1976 Schichau)
FS SONNE (1969 Heckfänger/Rickmers, Umbau 1977 Schichau, 1978 Rickmers)
FS VICTOR HENSEN (1975 Schichau)
FS VALDIVIA (1961 Hecktrawler/Seebeck, Umbau 1970 + 1975 Elsfleth, 1982 Schichau)
FS METEOR (1985 Schlichting)
sowie die Forschungsplattform NORDSEE 1974/1975
Zum 30jährigen Jubiläum bereedert die RF für das IFM–GEOMAR deren kleines Forschungsschiff
"FS POLARFUCHS" sowie die beiden eigenen kommerziell eingesetzten "FS SONNE" und das ehemalige
Seismikschiff "FS SCHALL"
In den Jahren seither hat sich das Unternehmen kontinuierlich am Markt gefestigt.
RS Resarch Shipping bietet an 365 Tagen rund um die Uhr Serviceleistungen für die Erforschung der
Meere, für Unterwasserarbeiten, für Rohstoffsuche usw.
Im März de Jahres 2010 wechselte das Unternehmen Name und Logo – von RS–Research Shipping GmbH
in HS–Shipping, analog des Namen des Gründers und Reeders Christoph Hempel.
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