Auf der vorhergehenden Site wurde der Schiffbau anhand einer kleinen Auswahl erloschener deutschen Werften behandelt. Aber mit dem Bau ist ein Schiff noch lange nicht in Fahrt. Wie beim Auto, kommt zunächst der TÜV ins Spiel, die " Klassifizierungsgesellschaften ". Anders als beim Auto überwachen die Klasse-Gesellschaften den Bau eines Schiffes, ab Produktionsbeginn der Materialien, aus denen das Schiff hergestellt werden soll.... - nachdem sie zuvor schon die Baupläne geprüft haben.
Weltweit existieren eine ganze Anzahl solcher "Schiffs–TÜV's von denen die Besten ihrer Zunft – also die, die einen bestimmten Standard erreicht haben und halten können, in der I.A.C.S. – International Association of Classification Societies – zusammengeschlossenen sind. Weitere etwa 30 regionale Klassifikationsgesellschaften spielen nur eine untergeordnete Rolle, insbesondere im weltweiten Schiffbau und der off-shore-Industrie.
01. ABS American Register of Shipping (USA)
02. BV Bureau Veritas (Frankreich)
03. CCS China Classification Society (China)
04. CRS Hrvatski Registar Brodova (Kroatien).
05. DNV* Net Norske Veritas (Norwegen)
06. GL* Germanischer Lloyd AG (Deutschland)
07. IRS Indian Register of Shipping (Indiens)
08. KR Korean Register of Shipping (Korea)
09. LR Lloyd's Register (England)
10. NK Nippon Kaiji Kyokai (Japan)
11. RINA Registro Italiano Navale S.p.A. (Italien)
12. RS* The Russian Register (Russische Föderation)
13. PRS Polski Rejestr Statkow S.A. (Polen)
* – Diese Register haben ihre Flaggen im Laufe der Zeit modifiziert, wobei die "Findung" bei unserer deutschen Gesellschaft über einen Zeitraum von 20 Jahren insgesamt sechs Varianten hervor brachte, bis man zum Jubiläum in 2007 eine wirklich schöne und aussagefähige Flagge kreierte.
Auch unsere Polnischen Nachbarn haben eine Klassifikationsgesellschaft, das PRS Polski Rejestr Statkow S.A., das
ab dem Jahre 1970 für ca. 20 Jahre I.A.C.S.–Mitglied war. Als man den hohen Standard der Vereinigung
nicht mehr halten konnte, verloren die Polen den Mitglieds–Status. ( das ändert aber nichts
daran, daß man für vertraute Reeder und andere Unternehmen tätig werden kann )
Nicht unerwähnt bleiben darf, dass auch die DDR bis zur politischen Neuordnung mit der DDR–Schiffs–Revision und Klassifikation über eine ähnliche Gesellschaft verfügt. Sie wird direkt im Umfeld des Germanischen Lloyd vorgestellt.
Klassifikationsgesellschaften wurden in der Vergangenheit auf den Punkt " Schiffs-TÜV " reduziert. Das ist lange überholt. Die Gesellschaften zertifizieren mittlerweise - um es banal zu sagen - alles, was zertifizierbar ist. Sie haben für jedes Spezialgebiet besondere Abteilungen oder Tochtergesellschaften gegründet. Sie arbeiten nach Klassifikationsvorschriften, die abgestimmt zwischen den I.A.C.S.-Members, ständig nach neuesten Erkenntnissen modifiziert werden. Die Klassifikation der Schiffe ist Voraussetzung dafür, dass sie in der internationalen Handelsschiffahrt eingesetzt werden dürfen, um versichert zu werden, um Häfen anlaufen zu können usw.
Im Schiffbau – und um den geht bei dieser Homepage neben der Schifffahrt bekanntlich – umfasst der Begriff der
Klassifikation im Wesentlichen zwei Punkte - die Bauaufsicht und Klassifikation sowie den Klasseerhalt.
BAUAUFSICHT : Diese beginnt mit der Prüfung der Baupläne nach den Bauvorschriften für den
Schiffskörper, solchen für die Maschine, für die Anker, die Rettungsmittel usw.
Anschliessend wird in den Werken der Teilehersteller das Material bzw. die Herstellung des Materials (Stahl etc.)
geprüft und schliesslich auf der Werft das Zusammensetzen Schritt für Schritt " bis das Werk vollbracht ist "
KLASSEERHALT : Je nach Bauart und Alter eines Schiffes ist in bestimmten Abständen - 2 Jahre,
3 Jahre, 5 Jahre - das "Zertifikat" zu erneuern. D. h. Tanks, Doppelhüllen und Schweissnähte werden auf Korrosion überprüft, die
Schiffswände auf ihre Materialstärke, die nautische Ausrüstung auf einwandfreie Funktion usw., usw.
Die zertifizierten Schiffe werden in Schiffsregistern zusammengefasst und veröffentlicht.
1862 – John Divine Jones gründet die "American Shipmasters' Association".
1898 – Umbenennung in "American Bureau of Shipping".
1920 – Das ABS wurde von den USA im United States Government Merchant Marine Act, Section 27, offiziell
anerkannt.
Das American Bureau of Shipping (ABS) mit Firmensitz in New York ist eine der weltweit führenden
Klassifikationsgesellschaften für Schiffe, Ölplattformen und andere maritime Bauten sowie deren
Bestandteile an über 400 Standorten in mehr als 100 Ländern.
2001 – Als das Flugzeug der American Airlines am 11. September um 8.46 Uhr in den Nordturm des World Trade
Centers raste, schlug es im 93. Stockwerk nur zwei Stockwerke über dem ABS–Büro ein.
Wie durch ein Wunder überlebten alle 12 zu diesem Zeitpunkt dort befindlichen Ingenieure.
Erst wenige Monate zuvor war das Unternehmen von der 104. Etage des Südturms (in diesem Stockwerk
starben alle Anwesenden) in den 91. Stock des Nordturms gezogen.
2002 – Wegen der Havarie des Großtankers "Prestige" am 13. November hat Spanien ABS auf eine
Entschädigung von einer Milliarde Euro verklagt, da nach ihrer Meinung die zuständigen
ABS–Prüfer die Zulassung des altersschwachen Tankers trotz angeblicher Sicherheitsmängel
bei einer Inspektion kurz vor dem Unglück verlängert und für "seetauglich"
befunden hätten. Neue Studien besagen allerdings, dass nicht Materialfehler, sondern eine so genannte
Monsterwelle Ursache für die Havarie gewesen sei.
Zu den Anfängen des Bureau Veritas.......
1821 – Im Winter dieses Jahres fegten heftige Stürme über Europa hinweg und hinterließen
2.000 Schiffswracks und 20.000 Tote. Die Situation war katastrophal für die Versicherungsunternehmen.
Die meisten von ihnen gingen bankrott. Wer überlebte sah sich einem brutalen Wettbewerb mit neu
gegründeten Versicherungen ausgesetzt.
1928 – In dieser kritischen Phase gründeten zwei Versicherer, Alexandre Deleheye und Louis van den
Broek sowie ein Versicherungsmakler, Auguste Morel, im Belgischen Antwerpen das Bureau de Renseignements pour les
Assurances Maritimes ( übersetzt : Informationsbüro für Schiffsversicherung ).
1829 – Das Unternehmen wurde in Bureau Veritas umbenannt, nahm das "Emblem der Wahrheit" als offizielles
Firmenlogo an und gab sein erstes Schiffsregister heraus, welches 10.000 Schiffe umfasste.
1830 – In Paris wurde eine Geschäftsstelle eröffnet.
1833 – Die Geschäftsaktivität vor Ort in Paris hatte so stark zugenommen, dass die
Firmenzentrale in die französische Hauptstadt verlegt wurde.
Das Bureau Veritas heute.......
Das Bureau Veritas hat seine Organisation modernisiert um eine bessere Marktfokussierung zu erreichen und das
starke Wachstum nachhaltig zu sichern. Die Gruppe ist nun für die folgenden weltweiten Tätigkeitsfelder
gerüstet: – Schifffahrt – Industrie – Inspektion und In–Service Verification
– HSE (Gesundheit, Sicherheit, Umwelt) – Bau & Konstruktion – Zertifizierung
– Consumer Product Services – Regierungsverträge und Internationaler Handel
1956 – Gründung der China Classification Society (CCS) als einzige Klassifications–Gesellschaft
der Volksrepublik China. Die Tätigkeit beschränkte sich zunächst auf in der Volksrepublik gebaute,
oder Chinesischen Unternehmen gehörende Schiffe.
In den späteren Jahren wurde das Geschäft ausgeweitet auf die bei allen Klassifikationsgesellschaften
üblichen Geschäftsfelder "allgemeiner Service für Schiffbauzuliferer, Schadenbesichtig8ung
in der Binnne– und Seeschifahrt, Offshorebauwerke, Exploration, aber auch für Industrieanlagen usw."
1988 – Die CCS wurde als Vollmitglied in die I A C S aufgenommen.
1996 – Im Rahmen der üblichen Rotation übernahm die CCS in der Periode 1996/1997 den
Vorsitz der I.A.C.S. ( jedem der derzeit 12 Mitglieder fällt im Wechsel der I.A.C.S.–Vorsitz zu )
In der Periode 2006/2007 stellte die CCS abermals den I.A.C.S.–Vorsitzenden.
2008 – Die CCS wurde bisher von 28 Nationen anerkannt und nimmt von diesen Besichtigungsaufträge
entgegen.
2010 – Die Statistik der CCS weist in den annähernd 55 Jahren ihres Bestehens die Klassifikation
von rund 2.500 Schiffen mit mehr als 42 Mio. BRT aus.
Die CCS–Zentrale für Europa befindet sich in London. In Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart werden Deutschland–Büros unterhalten.
1858 – Gründung als " Austrian Veritas " und als erst 3. Klassifikationsgesellschaft weltweit. Die Zuständigkeit beschränkte sich zunächst auf den Schiffbau und die Schiffahrt im Gebiet der Adria.
1918 – Nach dem Rückzug Groß–Österreichs aus der Adria ( Triest ) erfolgte die Umbenennung in " Adriatic Veritas ". Unter diesem Namen existierte die Gesellschaft 3 Jahre bis in das Jahr 1921.
1949 – Das Ende des 2. Weltkrieges veränderte die Staaten und die Gesellschaften. So wurde nach der Gründung des Jugoslawischen Vielvölkerstaates das JR (Yugoslav Register of Shipping) gegründet.
1973 – Aufnahme der Gesellschaft JR als " assoziiertes Mitglied "in die I.A.C.S.
1992 – In Folge der kriegerischen Auseinadersetzungen, ausgehend von serbischer Seite,
verselbständigten sich die ethnischen Gruppen und der souveräne Staat Kroatien wurde gegründet.
Noch im gleichen Jahr erfolgte auch die Umbenennung der Klassegesellschaft JR in Hrvatski Registar Brodova –
international : Croatian Register of Shipping – CRS. Der IACS-Status " assoziiertes Mitglied "
blieb erhalten.
2005 – Im Januar wurde der Status "assoziiertes Mitglied" von der IACS generell abgeschafft und die
Gesellschaft wurde als ordentlichen I.A.C.S.–Mitglied eingestuft.
Links eine ältere, rechts ein aktuelles Tischbanner....
1864 – Gründung der "Det Norske Veritas" ( DNV ) als eine unabhängige Stiftung mit dem
Ziel, Leben, Eigentum und die Umwelt zu schützen. Diese Norwegische Stiftung wurde aber auch gegründet,
um den technischen Zustand von norwegischen Handelsschiffen zu inspizieren und zu beurteilen.
1867 – Die Hauptniederlassung der DNV liegt im norwegischen Oslo, doch die Stiftung operiert beginnend ab diesem Jahr auf der ganzen Welt.
2005 – Die DNV betreibt derzeit rund 300 Standorte in 100 verschiedenen Ländern. Dieses globale Netzwerk operiert mit hochaktueller Informations–technologie ermöglicht eine wertorientierte und konsistente Betreuung aller DNV–Kunden auf der ganzen Welt. Die Mitarbeiterschaft wurde in 85 Ländern der rekrutiert, es sind durchweg Spezialisten auf ihrem jeweiligen Tätigkeitsgebiet.
Die Norske Veritas klassifizierte etwa 18 % der Welthandelsflotte und zählt damit zu den führenden Gesellschaften ihrer Art.
Im Bereich " Managementsystemzertifizierung / Qualitätsmanagement " – ISO 9001 – wurden bisher mehr als 60.000 gültige Zertifikate vergeben, zu einem großen Teil im Bereich der Dienstleistungen für die Energiewirtschaft ( etwa der technischen Überwachung von Off–Shore Einrichtungen), )
Der "GL" ist die wohl weltweit wichtigste Klassifikationsgesellschaft und zeichnet verantwortlich
für eine groß Zahl der von allen Gesellschaften angewendeten Regeln.
1867 – Anfang des Jahres erfolgte eine öffentliche Ankündigung der Gründerversammlung des
Germanischen Lloyd. Sie wurde zum 16. März 1867 um 14 Uhr in den großen Saal der Börsenhalle in
Hamburg einberufen. Gegründet wurde der Germanische Lloyd am 16. März 1867 in Hamburg als deutsche
Klassifikationsgesellschaft, in dem Herr August Behn als Vertreter des Gründungskomitees nach eindeutig
mehrheitlicher Abstimmung der Gründerversammlung die Statuten unterzeichnete. Die Gründerversammlung
wurde von fast 600 Personen besucht.
Schon im Jahr der Gründung wurden die ersten Bauvorschriften veröffentlicht, die sich wesentlich
von den bisherigen unterschieden. Bisher wurde in Tonnengehalt gemessen; die Messungen des Germanischen
Lloyd basierten jedoch auf Länge, Breite und Höhe des Schiffes.
1868 bereits wurde das erste Schiffsregister des Germanischen Lloyd veröffentlicht, das 273 Schiffe
umfasste.
Die interessante Geschichte wurde bei MarCollect umfangreich erfasst und kann in tabellarischer Form durch einen Klick hier :
GL–Gesamt–Chronik aufgerufen werden.
In dieser pdf.Datei sind auch die Flaggen als Flachscan genauer zu betrachten.
Die Flaggen "ab weiss" im Uhrzeigersinn : bis 1990, bis 1999, bis 2002, bis 2005, bis 2007, ab 2007.
1950 – Gründung der DSRK am 1. April des Jahres.
Es gab noch keine technischen Vorschriften und es gab noch keine Erfahrungen mit der Materie. All das
musste zunächst erarbeitet werden.
1954 – Der Schiffbau in der DDR war nun soweit entwickelt, dass erste Handelsschiffs–Neubauten
klassifiziert werden konnten. Fischereifahrzeuge und Binnenschiffe waren zuvor sozusagen Übungsobjekte
gewesen.
1957 – Das Register of Shipping der UdSSR schloss als erstes ausländisches Klassifikationsorgan
einen Gegenseitigkeitsvertrag mit der DSRK. Die DSRK führt dadurch Bauaufsicht für alle in der DDR
für die UdSSR gebauten Schiffe durch.
1961 – Die sozialistischen Länder erarbeiteten im Rahmen der OTAK – "Organe für
Technische Aufsicht und Klassifikation" – einheitliche Vorschriften für technische Überwachung
und Klassifikation von Schiffen.
1970 – Es wurden weitestgehend einheitliche Vorschriften für den Bau und die Klassifikation von
Seeschiffen herausgegeben und gleiche für Schiffssicherheit Binnen und See sowie für die
Containerbesichtigung
1990 – In den 40 Jahren des Bestehens der DSRK wurden insges. 3.717 Seeschiffe und 8.389 Binnenschiffe
klassifiziert.
In diesem Jahr der politischen Neuordnung in Deutschland begann auch eine Zusammenarbeit zwischen den
Klassifikationsgesellschaften beider deutscher Staaten, des DSRK auf der einen und des GL auf der anderen Seite.
1995 – Die DSRK wurde auf die Germanischen Lloyd AG verschmolzen und hörte damit auf zu existieren.
Die DSRK wurde nie Mitglied der IACS.
Eine der schönsten und aufwändigsten Flaggen der Sammlung MarCollect
1975 – Gründung des Indian Register of Shipping ( IRS ) als eine international anerkannte und unabhängige Klassifikationsgesellschaft für See– und Binnenschiffe..
1996 – Das Quality Management System von IRS hat das Zertifikat INVEKOS geschaffen und sich selbst danach zertifiziert. Dies Zertifikat entspricht den Anforderungen der ISO 9001. Invekos entspricht allen internationalen Anforderungen wie Unified Anforderungen (UR's), Formvorschriften (PR's) und einheitliche Auslegung (UI's) und auch den gesetzlichen Anforderungen der IMO und der Organisationen des jeweiligen Flaggenstaats .
2010 – Die IRS war viele Jahre assocciiertes I.A.C.S.–Mitglied. Als nun der Status associiertes Mitglies abgeschafft wurde, bekam die IRS am 22. Juni den Status der Vollmitgliedschaft in der (I.A.C.S.), dem wichtigsten internationalen Gremium der Klassifikations–Gesellschaften. Die Zugehörigkeit zur I.A.C.S. ist nur den besten Klassifikationsgesellschaften möglich und bedeutet " hohe Standards, ausgezeichneten Ruf und fachliche Kompetenz ".
Das IRS wurde als 11. Vollmitglied in die IACS aufgenommen. (Der Status kann dann aberkannt werden, wenn die Standards nicht mehr erreicht werden ( Siehe Polski Rejestr Statkow S.A. im Jahre 1995).)
Die schõnste und aufwändigste Flagge der Sammlung MarCollect ist allerdings die des Korean Register. Überreicht in einer Holzkiste aussen mit blauem Samt, innen mit roter Seide bespannt und mit filigranen Metall–/ Schraub–Beschlägen versehen – Luxus pur...
1688 – Edward Lloyd führte ein bekanntes Kaffeehaus in der Londoner City, in dem regelmäßig
Kaufleute, Reeder, Bankiers und Versicherungs–Makler zu informellen Geschäftsgesprächen zusammenkamen.
Diese Geschäftsleute waren bereit, gegen angemessene Prämien (Beiträge) ihr Privatvermögen
für die Übernahme von Schifffahrtsrisiken einzusetzen, z. B. für den Verlust der Ladung
(etwa durch Seeräuberei) bis hin zur Zerstörung des Schiffes. Dabei gingen die Reeder von
Geschäftsmann zu Geschäftsmann, um eine Deckung für Ihr Risiko zu "sammeln".
Die Geschäftsmänner beteiligten sich, indem sie einen Prozentsatz angaben und unterschrieben
("to underwrite"). So entstand der Begriff des "Underwriters".
1769 Eine Gruppe von Privatiers gründete das " New Lloyd's Coffee House", woraus sich
die Firma " Lloyd's of London " entwickelt hat.
1869 – Lloyd's Register unternahm Schritte zur Errichtung von Besichtigerbüros in Norddeutschland,
besonders in Hamburg.
1870 – Zunächst erweiterte man das Arbeitsgebiet des Niederländischen Besichtigers
Mijnheer Hazewinkel auf Emden und umliegende Häfen, bis hin nach Hannover.
1871 – Vier Jahre nach Gründung des Germanischer Lloyd, dem Pendant, wagte Lloyd's Register
den Schritt in das damalige deutsche Kaiserreich.
Im Januar gründete Bismarck das Kaiserreich und öffnete damit das Tor zu neuen wirtschaftlichen
Dimensionen. Gleich am 10. Mai eröffnete das "LR" in Hamburg ein Besichtigerbüro.
1873 – Ausweitung des Hamburger Büros auf Schleswig–Holstein, Lübeck, Rostock und
Stettin.
1876 – Einrichtung eines weiteren Büros in Bremerhaven.
(Im gleichen Jahr wurde Ernst Voss im Büro Hamburg Maschinenbesichtiger, ließ sich aber
bereits im Oktober 1877 von seinen Aufgaben befreien um zusammen mit Hermann Blohm die Werft Blohm &
Voss zu gründen. )
1882 – Eröffnung eines Büros in Rostock, das bis hin nach Elbing zuständig wurde.
1899 – Gründung der Teikoku Kaiji Kyokai, der kaiserlichen Marine Vereinigung in Tokyo, mit dem
Auftrag zur Entwicklung und Regulierung von Schiffbau und Schifffahrt in Japan. Die Gesellschaft erarbeitete in
den ersten Jahren des Bestehens zunächst die Grundlagen der Klassifikation von Schiffen.
1920 – Mit " MS KWANAN MARU " wurde das erste Schiff klassifiziert.
1926 – Die Gesellschaft wurde mit dem Klassezeichen NS beim Institute of London underwriters registiert.
1929 – Zwischen den Kriegen kooperierte die TKK mit dem " British Corporation Register of Shipping "
und anderen internationalen Registern und erreichte im Jahr 1929 das erste Mal einen klassifizierten Rauminhalt
von einer Million Bruttoregistertonnen.
1946 – Das TKK wurde nach dem 2. Weltkrieg neu gegründet als "Nippon Kaiji Kyokai" –
Japan Marine Assoc.
Es folgten Jahre starken Wachstums mit Gründung von Niederlassungen in London und New York.
1962 – In diesem Jahre konnte bereits das 70 Besichtigungsbüro eröffnet werden.
1966 – Das NKK verzeichnete nun bereits einen Bestand von zehn Millionen Bruttoregistertonnen.
1968 – Das NKK gehörte zu den Gründungsmitgliedern der I.A.C.S., der intern. Ass. of classif. societies
1997 – In diesem Jahr konnte mit einem Bestand von 100 Millionen Bruttoraumtonnen ein neuer Klassifizierungs–Rekord
verzeichnet werden.
1999 – Am 15. November wurde das 100jährige Jubiläum gefeiert.
2008 – Nun wurden etwa 7000 Schiffe mit 160 Millionen Tonnen gemeldet.
2010 – Heute reicht die Arbeit von ClassNK – wie bei allen anderen Unternehmen dieser Art – weit
über die ausschließlich Besichtigungstätigkeit und Klassifikation von Schiffen und Offshorebauwerken
hinaus und umfasst verwandte Bereiche wie technische und organisatorische Qualitätsüberwachung,
Forschung, Training, Schadensbesichtigungen und andere.
Links eine ältere, rechts eine aktuelle Tischflagge des RINA....
1857 – Gründung der "Associazione della Mutua Assicurazione Marittima" (Mutual Marine
Insurance Association )
1861 – Aus der Associazione della Mutua Assicurazione Marittima wurde am 24. September in Genua
das " RINA Registro Italiana Navale " gegründet.
1870 – Am 29. September wurde per königlichem Dekret verfügt, dass die Gesellschaft eine
AG werden sollte und keinen Profit erwirtschaften durfte.
1910 – Fusion mit dem Registro Nationale das erst 1909 staatlicherseits gegründet worden war und
Umbenennung in Registro Nationale Italiano.
1919 – Erste Zusammenarbeit mit anderen internationalen Klassifikationsgesellschaften.
1921 – Nach längeren Verhandlungen fusionierte Registro Nationale Italiano mit Veritas Adriatico,
der Nachfolgegesellschaft der Austrian-Hungarian Veritas,
1938 – Das Registro Aeronautico Italiano und das Registro Italiano Navale wurden unter einer
Verwaltung zusammengeführt. Der Schifffahrtsteil der Gesellschaft bekam die Abkürzung R.I.N. und A.
1941 – Bis 1945 zum Ende des 2. Weltkrieges dezimierten sich die Tätigkeiten – zum Schluss
sogar " gegen Null ".
1947 – Am 22. Januar wurde mit einem Dekret der provisorischen Regierung Italiens das R.I.N.A.
reorganisiert.
1950 – Bis in die 1960er Jahre nahm das R.I.N.A. ainen Aufschwung, auch Dank besonderer Vereinbarungen
im Zusammenhang mit der Schließung des Suezkanals.
1964 – Das R.I.N.A. expandierte und verbreitete sich auf den Welt–Schiffahrtsmärkten.
1968 – R.I.N.A. gründete zusammen mit weiteren sechs Klassifikationsgesellschaften die
I.A.C.S., die " International Association of Classification Societies ".
1998 – RINA verlor auf Grund europäischer Rechtsnormen seine Monopolstellung in Italien, was
erhebliche Maßnahmen zur Restrukturierung und eine Diversifizierung der Unternehmensaktivitäten
erforderlich machte. Als Ergänzung der eigenen Geschäftsstellen im Ausland beteiligte man sich dort
auch an etlichen Unternehmen.
1999 – Die operativen Bereiche wurden in einer Aktiengesellschaft unter dem Namen RINA S.p.A.
vereinigt, welche nach einer internen Neuordnung im Wesentlichen aus drei Abteilungen besteht:
Divisione Navale, Divisione Certificazione e Servizi und Divisione Industry.
Links das Banner aus UdSSR–Zeiten, rechts die aktuelle Tischflagge
1913 – Am 31. Dezember wurde auf Weisung von Zar "Peter dem Großen" die Klassifikationsgesellschaft
" The Russia Register " gegründet.
Man konnte aber bereits auf eine Erfahrung von rund 175 Jahren Besichtigertätigkeit zurückgreifen.
1923 – Umbenennung der Gesellschaft in " USSR Register of Shipping ".
Das Register unterhielt bereits Beziehungen zu vielen Schiffahrts– und Schiffbau–Nationen und
hatte in vielen Ländern eigene Büros. Besonders intensiv waren waren natürlich die Beziehungen
zu den sozialistischen Bruderländern, wie beispielsweise zur DDR.
1969 – Aufnahme in die I.A.C.S. – International Association of Classification Societies.
1993 – Als Folge der gewaltigen politischen Veränderungen im "Ostblock" bekam auch das
" USSR Register of Shipping " einen neuen Namen – "Russian Maritime Register of Shipping""
1996 – Am 12. Dezember wurden die Gesellschaft neu strukturiert und der Registername wurde von da an
verkürzt dargestellt – ähnlich wie 1913 – als "RS Russian Register".
2003 Feierlichkeiten zum 90jährigen Bestehen. des " RS "
Der Hauptsitz des Russian Maritime Register of Shipping liegt auf Dvortsovaya Embankment im ehemaligen – um 1728 erbauten – Palast von Dmitriy Kantemir einem herausragenden Staatsmann, Philosoph, Historiker und Schriftsteller aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
1936 – Gründung des Polski Rejestr Zeglugi Srodladowej, was in deutscher Übersetzung soviel heißt
wie : Polnisches Register für Binnenschiffe.
1946 – Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde die Gesellschaft neu gegründet, nun aber
umfassender, also für See– und Binnenschiffe. Neuer Name : Polski Rejestr Statkow.
Erste auf polnischen Werften gebaute Fischkutter wurden klassifiziert.
1950 – Eine Serie von 29 kleinen Bulk–Carriern, beginnend mit "MS SOLDEK"
waren die ersten Seeschiffe die – in Danzig gebaut – klassifiziert wurden.
1956 – " PRS–Regeln " für Klassifikation und Besichigung wurden geschaffen und eingef–hrt.
1957 – " Das Polski Rejestr Statkow schaffte ein eigenes Register für
polnische Seeschiffe.
Nun begann die wohl wichtigste Periode in der Geschichte des Registers und reichte bis in die späten
70er Jahre.
1970 – Das PRS wurde aufgrund des hohen Standars als Mitglied in die I.A.C.S. aufgenommen.
1995 – In den späten 80ern, frühen 90er Jahren konnte das PRS den hohen I.A.C.S.–Standard
nicht mehr halten. ( Vielleicht trugen die politischen Umwälzungen die Schuld ? ).
Aufgrund dieses Leistungsabfall musste das PRS, vermutlich in den 90er Jahren, die I.A.C.S. wieder verlassen.
Die Nichtzugehörigkeit zur I.A.C.S. ändert aber nichts am Wirken für vertraute Auftraggeber.
2001 – Das bisher staatliche Klassifikationsgesellschaft wurde eine AG.
2011 – Zum 3. Juni 2011 erlangte das PRS wieder den Status eines IACS–Vollmitgliedes,
als 13. Vollmitglied der IACS.