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Tischflaggen aus der Binnenschiffahrt

Mehr als 200 Jahre bebauten die Vorfahren der RHENANIA-Gründer, der Gebrüder Hermann und Jacob Hecht ihre eigene Scholle in der Taubergegend. Sie trieben Handel, waren fleiß und redlich. Sie hatten lediglich in einer gewissen Zeit in Deutschland einen Fehler - sie waren jüdischen Glaubens....und das prägte einen guten Teil der RHENANIA-Geschichte. Diese ist leider nirgendwo zusammenhängend überliefert. Allein die Vorgeschichte, Elternhaus, Schulzeit, Ausbildung, Weiterbildung und Werdegang der Brüder im In- und Ausland ist hochinteressant und für diese Seite viel zu umfangreich.

Grob sieht die Geschichte so bunt und vielfältig aus wie die Flaggen :
In Mannheim 1908 gegründet - europaweit mit Niederlassungen und großer Flotte tätig. 1934 übernahm der Freistaat Bayern 51 % der Geschäftsanteile. Die Machthaber des sogen. "Dritten Reichs" veranlassten die Brüder Hecht zum Verkauf an ein arisches Unternehmen. Da man gute Verbindungen zum Hause HANIEL nach Ruhrort hatte, bekam HANIEL den Zuschlag. Aufgrund einer entsprechenden Vorvereinbarung übernahm HANIEL auch gleich die 51 % des Freistaates Bayern und wurde so im Jahre 1938 Volleigentümer der RHENANIA-Gruppe.
1947, nachdem die Brüder Hecht bereits 1945 ihre Ansprüche geltend gemacht hatten, gab HANIEL 75 % der Anteile - so eine Vereinbarung - an die Gebrüder zurück.
1968 bereits stieg RHENANIA in die Binnen-Containerfahrt ein und betrieb zusammen mit einem Partner den einzigen Ro-Ro-Verkehr auf dem Rhein.
Die Hecht's verkauften zur Projektfinanzierung Anteile. Der Freistaat hielte einige Prozent, die Familie HANIEL übernahm und damit ihren Anteil auf 39,8 % brachte. Hauptanteilseigner war mittlerweile die Holding BOWATER Corp. - heute würde man wohl eine Heuschrecke sagen - die schließlich 1981 auch die HANIEL-Anteile erwarben.
1989 ging sie RHENANIA an die britische P & O und bildete das Rückgrat der europäischen Logistik- und Transportaktivitäten der P & O.
Die Traditionsflagge mit den bayrischen Rauten war schon lange eine schmucklosen Flagge mit einem stilisierten gelb/blauen r gewichen, die nun durch die farbenfrohe P & O-Flagge ersetzt wurde.
Dieser folgte dann eine schöne RHENANIA Intermodal Transport-Flagge bis im Jahre 2003
eine Fusion mit und später Verschmelzung auf die britische WINCANTON erolgte.

So ist die wirklich interessante RHENANIA-Geschichte wirklich "Geschichte" geworden.....



Flaggen aus der Imperial-Gruppe Einige Flaggen aus der Imperial-Gruppe

Ein relativ junges Unternehmen der deutschen Binnenschifffahrt ist die IMPERIAL-Reederei in Ruhrort, doch die Geschichte dieser Reederei ist eine mehr als 175 Jahre alte.

Bis zum Jahre 2000 hieß diese Reederei Franz Haniel & Cie.
HANIEL trennte sich jedoch von diesem immer schwierigeren Geschäftsfeld, das eigentlich eine Stammwurzel des HAMIEL-Konzern gewesen ist und suchte neue Einnahmequellen - so bevorzugt in Handel und Dienstleistung, wie (METRO-Gruppe), im Pharmageschäft (GEHE, DocMorris) und im Hygienebereich (CWS) um nur einige Beispiele zu nennen.

Mit der südafrikanischen IMPERIAL- Holdig wurde ein guter Partner gefunden, der den Bereich Binnenschiffahrt der HANIEL-Gruppe übernahm, weiterführte und weiter ausbaute.

Um die deutsche IMPERIAL-Geschichte ganz zu erfassen ist bis in das Jahr 1990 zurück gehen. Zu diesem Zeitpunkt übernimmt die heute auch zur IMPERIAL-Gruppe gehörende NESKA-Gruppe / Nestrans-Logistik (ein Unternehmen des Thyssen-Konzern) nacheinander die Flotten der KRUPP-Binnenschiffahrt (zu der seit 1967 bereits die Flotte von RAAB-KARCHER gehörte) und der MANNESMANN-Reederei.
Diese starke NESKA-Gruppe übernahm IMPERIAL bereits 1999 um den Bereich im Jahre 2000 durch die Reederei Franz Haniel & Cie. zu ergänzen.
Einige Jahre blieb der Name HANIEL an den Schiffen, nur die Flagge änderte sich, der Name HANIEL erschien auf grünem Tuch. 2003 erfolgte die Umfirmierung in IMPERIAL-Reederei.
Die Unternehmen der NESKA-Gruppe und der ausgegliederten PANOPA-Gruppe (Supply-Chain-Management für die Kfz-Industrie) und auch die direkt zur IMPERIAL-Gruppe gehörenden Firmen sind sehr zahlreich. Solche wie BROWER oder POHL & Co. sind in der Seeschiffahrt involviert. In der Binnenschiffahrtsstatistik hat IMPERIAL die Spitze übernommen.


" Lehnkering ist ein altes " Unternehmen mit einem sehr bewegten Leben.
1872 als Lehnkering & Cie. gegründet (Karl Lehnkering hatte sogar noch die Zeit bei der W.T.A.G. einen Aufsichtsrats-Stuhl zu besetzen), führte man das Logo mit dem " stracken " L, das auch in der Zeit als man zur Lehnkering AG wurde, das Firmenzeichen war.
Später, in den 50er/60er Jahren, wurde das L schräg gestellt - vielleicht in Anlehnung an ein Kanalprofil, wie in der Logo-Darstellung nach der Fusion mit der Montan-Transport Gesellschaft in 1984 zur Lehnkering-Montan GmbH.
Eine nochmalige Logo-Änderung erfolgte nach der Fusion mit der VTG, etwa 1998 zu VTG-Lehnkering ( die beiden Flaggen ganz rechts).
Nach der Entflechtung beider Unternehmen im Jahre 2004 behielt man das Logo bei, entfernte aber den Schriftzug (die beiden Flaggen ganz links).
Mitte des Jahres 2007 wurde dem Logo in großen Lettern der Schriftzug LEHNKERING hinzugefügt. Die Flagge links-mittig im Vorderung ist die aktuelle Lehnkering-Flagge.



Abbildung: Flaggen von Binnenschiffahrts-Genossenschaften Flaggen von Binnenschiffahrts-Genossenschaften

Stehen auf der einen Seite die Binnen-Reedereien, von denen hier drei der größten vorgestellt wurden, so stehen auf der anderen Seite die Partikuliere.

Diese Partikuliere organisierten sich, um den Reedereien Paroli bieten zu können, in Genossenschaften.

Solche Genossenschaften gab es ehedem eine ganze Anzahl, von denen aber eine größere Zahl im Jahre 1991 zur Deutsche Transportgenossenschaft Binnenschiffahrt DTG - fusionierten, nämlich die PTG, die OPV, die ELBIA und die TGB.

Die R.N.T.G. hat ihren Betrieb mangels eines neu zu wählenden Geschäfts-führers eingestellt, bzw. die "Firma" an die DBR - Deutsche Binnenreederei verkauft.

Die Main-Schiffahrts-Genossenschaft - MSG - hat sich neu aufgestellt, ist gleizeitig Reederei mit eigenen Schiffen aber auch noch Genossenschaft für unabhängige Partikuliere.


Hier nachfolgend, bevor es zu den Rheinhäfen geht, sollen zwei interessante Unternehmen separat vorgestellt werden, bei denen es sich lohnt auch einmal auf die homepages zu gucken....

Die Speicherei-Gruppe als die sich das Unternehmen lange bezeichnete und bezeichnet wurde im Jahre 1925 von Carl Tiltmann in Homberg bei Duisburg gegründet. Die Speicherei- und Speditionsgesellschaft mbH und die Carl Tiltmann & Söhne GmbH arbeiteten in Bürogemeinschaft und unterhielten Niederlassungen in Frankfurt/Main und in Mannheim. In Compiegne (einer sehr geschichtsträchtigen Stadt 80 km nördlich von Paris) domizilierte die Tiltmann France sarl.
Eine Histrorie zu diesen Alt-Unternehmen ist nicht überliefert, auch nicht wann und unter welchen Vorzeichen die Unternehmen die sich überwiegend mit Lagerung, Umschlag und dem Transport von Schrotten beschäftigten, vom Markt gingen.

Gesichert ist, daß die Speicherei & Spedition GmbH im Jahre 1994 von leitenden Mitarbeitern des Unternehmens übernommen und neu gegründet wurde.
Man hat sich neu aufgestellt und be- bezw. verfrachtet heute weltweit alle Arten von Massengut, Getreide, Erze, Schwercolli, Stahl-Coils usw. aber auch weiterhin Schrotte aller Art.

Im Jahre 1998 wurde die ST - Speicherei-Transport GmbH gegründet, die sich auf Befrachtung bzw. den Transport gleicher Güter, aber spezialisiert auf die europäische Binnenfahrt, konzentriert. Dieses Unternehmen bietet auch die entsprechenden Vor- und Nachläufe per Lkw oder Bahn an.



Die Flagge der Berliner ED LINE Die Flagge der Berliner ED LINE

An dieser Stelle soll ein ganz interessantes Unternehmen vorgestellt werden, das sich im Laufe von nur 10 Jahren von einem Einschiff-Unternehmen zu einem der Großen in der Baustellenlogistik entwickelt hat.
Das erste Schubschiff im Jahre 1997 erhielt den Namen MISTER ED, dem kurze Zeit später MISS ED folgte.
Auch die Namen aller weiteren Einheiten trugen die Buchstaben Ed... in ihren Namen, woraus sich auch der Name der Reederei ableiten ließ.
Im Jahre 1998 setzte man diese beiden Schuber zusammen mit 8 Leichtern ein, die auch im europäischen Ausland tätig werden.
Im Jahre 1999 wird auf dem Gelände der Yachtbau Berlin GmbH eine eigene Reparaturwerft gegründet.
Arbeiten am Mittellandkanal, dem Elbe-Havel-Kanal, dem DEK, aber auch an der Donau, in der Ukraine am Schwarzen Meer, stellen die ED LINE immer wieder vor neue Herausforderungen.
Bekannt geworden ist der Schlepper EDUARD als Vorspannschlepper bei den Airbus-Transporten zum Test-Labor nach Dresden.

Im Jahre 2005 wurde die gesamte Flotte des Papenburger Bauunternehmens Bunte übernommen, so daß die ED LINE im Jahre 2007 über eine Flotte von 20 Schubbooten und eine große Anzahl Leichter verfügt.


Vor dem Hintergrund, daß alle Reedereien, deren Flaggen auf dieser Seite bisher gezeigt wurden überwiegend den Rhein befahren oder befuhren, ist es naheliegend, daß auch die Tischflaggen der wichtigsten Rheinhäfen präsentiert werden.

Kehl, Karlsruhe, Germersheim, Mannheim, Neuss, Düsseldorf und die Duisburger Häfen sind so stark und so wichtig, daß sie die schöne Tradition der Tischflaggen aus der Schiffahrt übernommen haben und weiterführen. In den Speditions- und Schiffahrtsbüros (und natürlich bei den Sammlern) sind sie damit stets in guter Erinnerung.

Andere Rheinhäfen auch große wie Köln - ein trimodaler Standort mit mehreren Hafenteilen - präsentieren sich wohl nicht mit Tischflaggen am Markt, jedenfalls sind mir bisher keine anderen Hafenflaggen vom Rhein bekannt.

Ein Interessanter Standort allerdings ist Bendorf .......


Abbildung: Die Flagge der B•U•S
Bendorfer Umschlag- und Speditionsges.m.b.H. Flagge der B-U-S- Bendorfer Umschlag und Speditionsgesellschaft

Bendorf, ein Städtchen am Rhein zwischen Neuwied und Koblenz gelegen, hat seit etwa 1900 einen Hafen, der rein rechtlich gar kein Hafen ist. Nach dem LWG § 41 handelt es sich hierbei vielmehr um einen "direkt an einer Wasserstrasse gelegenen Umschlagplatz".
Ein Wendepunkt für den "Rheinhafen Bendorf" ergab sich um das Jahr 1970, als der später in die Schlagzeilen geratene Hamburger Reeder und Turniertänzer Dr. Jürgen Bernhold ein großes Tanklager des Hamburger Lloyd AG dort errichtete. Als Trocken- resp. Massengutumschlag-Platz wurde der Hafen hauptsächlich von der Baustoffhandlung und Reederei Paul Kann aus Niederheimbach-Breithardt genutzt.
Im Jahre 1983 verständigten sich Dr. Bernholdt und die Firma Kann und gründeten unter Beteiligung der Duisburger RMS die B•U•S, Bendorfer Umschlag- und Speditionsges. mbH.
Dieses Unternehmen ist im Jahre 2007 der Betreiber des Hafenteiles für trockene Güter aller Art.
Nach dem Niedergang des Hamburger Lloyd ( Flagge links ) in den 1990er Jahren, wurde das Tanklager von der Hamburger Firma Oiltanking GmbH, ( Flagge rechts ) einem Unternehmen eines der größten deutschen Mineraloilhändler - Marquard & Bahls, Hamburg übernommen.


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